Freitag, 13. Juli 2018

Ohrfeigen für Gribl und Erben? Rächen sich die getöteten Bäume?

Aufstand der Baumfreunde am Augsburger Herrenbach gegen die Baumgegner Gribl und Erben.

Uiuiui - da wirds einigen in der Augsburger Stadtregierung jetzt aber ganz heiß. 

Die Rechtsanwälte 
LABBÉ & PARTNER 
schreiben an

Stadt Augsburg 
Herr Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl 
Rathausplatz 1

                                                     Datum: 12.07.2018


Baumfällung am Herrenbach in Augsburg Unsere Mandantschaft: Ausschussgemeinschaft Freie Wähler/Die Linke/ODP/Polit-WG, Rathausplatz 2, 86150 Augsburg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Gribl,

in vorbezeichneter Angelegenheit bedanken wir uns zunächst für die erhaltene Akteneinsicht vom 02.07.2018. Nach Durchsicht und Prüfung der Unterlagen sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der erfolgten und geplanten Fällungen von 36 bzw. 96 Bäumen entlang des Herrenbaches bestehen.

Volker Schafitel von den Freien Wählern ist der bestinformierte Stadtrat in Augsburg. Darum darf er im Stadtrat auch oft nicht seine faktenreiche und gut fundierte Kritik anbringen, da er sonst die GroKo-Aktionen stören würde. Egal, wie blöd die sind. Jetzt waren Schafitel und seine politschen Freunde von der Ausschussgemeinschaft Freie Wähler/Die Linke/ODP/Polit-WG aber stinksauer über die unnötige Baumfällerei am Herrenbach und hat diesen Fall von Experten prüfen lassen. Deren Urteil ist für die Augsburger Stadtregierung vernichtend. Es sieht nach deren Urteil wie eine illegale Baumfällung am Herrenbach aus, oder? 


1. Fehlende Zuständigkeit
Nach unserer Kenntnis wurde die Fällung von 96 Bäumen bzw. die Beantragung einer Ausnahmegenehmigung zur Fällung von 36 Bäumen gem. § 45 Abs. 7 BNatSchG nicht vom Stadtrat beschlossen. Die Entscheidung hierüber erfolgte vielmehr durch Sie allein, obwohl Ihre Zuständigkeit nach Art. 37 BayGO gar nicht eröffnet war.

Bei der Entscheidung über die Fällung von 96 Bäumen bzw. die Beantragung einer Ausnahmegenehmigung zur Fällung von 36 Bäumen handelt es sich weder um eine laufende Angelegenheit im Sinne des Art. 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BayGO noch um eine dringliche oder unaufschiebbare Angelegenheit im Sinne des Art. 37 Abs. 3 BayGo.

Nach Art. 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BayGO erledigt der erste Bürgermeister in eigener Zuständigkeit die laufenden Angelegenheiten, die für die Gemeinde keine grundsätzliche Bedeutung haben und keine erheblichen Verpflichtungen erwarten lassen. Dabei handelt es sich aber lediglich um alltägliche Geschäfte, die bei der Verwaltung der Gemeinde in mehr oder weniger regelmäßiger Wiederkehr anfallen bzw. mit gewisser Häufigkeit wiederkehren und die zur ununterbrochenen Fortführung der Verwaltung notwendig sind, also um die tägliche Routinearbeit (vgl. BayVGH, Urt. v. 21.12.2004, Az.: 8 B 03.1404).
Einst wollte OB Gribl auch den ungeliebten CSU-Boss Bernd Kränzle, hier neben dem roten Radler Otto Hutter am Herrenbach,
wie einen Baum fällen.  
Zum einen gehört die Fällung von 36 bzw. 96 Bäumen nicht zur täglichen Routinearbeit der Stadt. Vielmehr stellt dies eher eine Ausnahme dar und fällt nicht regelmäßig wiederkehrend an. Zum anderen fallen Maßnahmen, für die die Gemeinde eine staatliche Genehmigung benötigt, nicht unter Art. 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BayGO (Prandl/Zimmermann/Büchner, Kommunalrecht in Bayern, Stand: 01.07.2012, Art. 37, Ziff. 10.37, S. 6). Für die Fällung der Bäume ist nun aber eine Ausnahmegenehmigung der Regierung von Schwaben von den Zugriffsverboten des § 44 Abs. 1 Nrn. 1 – 3 BNatSchG gem. § 45 Abs. 7 BNatSchG erforderlich. Auch aus diesem Grund ist die Entscheidung über die Baumfällungen am Herrenbach keine Angelegenheit der laufenden Verwaltung im Sinne des Art. 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BayGO.

Nach Art. 37 Abs. 3 BayGO wären Sie zwar befugt, anstelle des Gemeinderates dringliche Anordnungen zu treffen und unaufschiebbare Geschäfte zu besorgen. Aber die Baumfällungen sind bzw. waren weder dringlich noch unaufschiebbar. Dies ist nur dann der Fall, wenn die durch eine vorherige Einschaltung des Gemeinderates oder eines beschließenden Ausschusses eintretende Verzögerung eine Schädigung gemeindlicher Interessen oder Nachteile für die Allgemeinheit oder für einzelne befürchten ließe, wobei geringfügige Benachteiligungen nicht ausreichen. Ein solcher Notfall liegt somit nur vor, wenn ein schwerer und praktisch nicht wieder gutzumachender Schaden für die Gemeinde droht.

Dies kann allerdings nicht angenommen werden. So geht aus dem Schreiben des Stadtrates Reiner Erben vom 17.05.2018 eindeutig hervor, dass durch den Baumbestand bisher kein Schaden entstanden sei (Frage 25). Auch sei der bauliche Zustand des Herrenbach-Gerinnes sowie des Deiches als normal zu bezeichnen (Frage 14). Einwurzelungen in das Betongerinne, die eine Erneuerung in Teilbereichen nötig machen würden, lägen bisher ebenfalls nicht vor (Frage 16). Selbst wenn der Baumbestand auf dem Deich einen Handlungsbedarf generieren würde, so ist dieser jedoch - wie aufgezeigt - nicht dringlich oder unaufschiebbar.

Dass die Baumfällungen nicht so dringlich oder unaufschiebbar im Sinne des Art. 37 Abs. 3 BayGO sind, zeigt auch die Tatsache, dass von den genehmigten 36 Baumfällungen „nur“ 27 vorgenommen wurden. Wenn die Gefahr eines Schadenseintritts durch die Entwurzelung groBer Baumteller infolge eines sog. Windwurfs aber so groß wäre, dann hätten die übrigen neun Fällungen ebenfalls vorgenommen werden müssen, was aber seit der Erteilung der Ausnahmegenehmigung am 28.05.2018 offenbar nicht geschah. Da nunmehr sechs Wochen vergangen sind, kann nicht mehr von einer Dringlichkeit gesprochen werden. Im Übrigen wird das Konzept, nach welchem 96 Bäume in 3 Jahren gefällt werden sollen, bereits seit November 2016 erarbeitet. 
Augsbürger sind wütend über Baumtötungen.
Es war damit vor 2 Jahren bereits absehbar, dass die ersten Bäume angeblich gefällt werden müssen. Innerhalb dieser Zeit wäre es daher ohne Weiteres möglich gewesen, einen entsprechenden Stadtratsbeschluss einzuholen.

Wenns schlecht für sein Retter-Image ist, na, dann hat Augsbugs OB Dr. Kurt Gribl plötzlich keine Zeit für die Augsbürger, die gegen seine Baumfällaktionen sind und er lässt sich nicht sehen.

Ritschie Goerlich muss als Gribls Wachhund
die Baumfällungen beaufsichtigen.
Dies gilt dann erst recht für die Entscheidung über die Fällungen von insgesamt 96 Bäumen entlang des Herrenbaches. Nach unserem Kenntnisstand existieren über diese Fällungen nicht einmal eine entsprechende Planung bzw. ein Zeitplan. Es ist noch nicht absehbar, wann die Fällungen konkret vorgenommen werden sollen. 

Es gibt lediglich eine Zeitspanne von 3 Jahren. Zudem ist es so, dass die Frage nach den Baumfällungen seit mindestens dem Jahr 2011 im Raum steht. Die Empfehlung zur Fällung von 96 Bäumen wurde durch das Wasserwirtschaftsamt auch bereits im November 2017 ausgesprochen. Seit November 2016 wurde das Tiefbauamt mit der Unteren Wasserrechtsbehörde, dem Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen und dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth ein Umsetzungskonzept erarbeitet. 
Der Grüne Umweltreferent Reiner Erben meint wohl nicht die Bäume sondern seine Karriere. 

Angesichts dieses langen Zeitraumes wäre es durch die Einschaltung des Stadtrates daher nicht zu Verzögerungen gekommen, die zu einer Schädigung gemeindlicher Interessen oder Nachteile für die Allgemeinheit oder für einzelne geführt hätten.
Die Augsburger CSU liebt unsere Heimat nicht.
Sie zerstört sie lieber.
Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass Sie bereits nicht für die Entscheidung über die Fällung von 96 Bäumen bzw. die Beantragung einer Ausnahmegenehmigung zur Fällung von 36 Bäumen gem. § 45 Abs. 7 BNatSchG zuständig waren. Es liegt weder ein Fall des Art. 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BayGO noch des Art. 37 Abs. 3 BayGO vor. 

Es wäre vielmehr ein entsprechender Stadtratsbeschluss erforderlich gewesen.

2. Kein Fall der DIN 19712 bzw. des DWA-Merkblattes M 507-1 
Aus dem Schreiben des Stadtrates Reiner Erben vom 17.05.2018 ergibt sich darüber hinaus, dass die Baumfällungen ganz überwiegend auf die DIN 19712 sowie das DWA-Merkblatt M 507-1 gestützt werden. Denn die DIN 19712 bezeichne Gehölze auf Dämmen als unzulässig und das DWA-Merkblatt M 507-1 sehe zur Entfernung vorhandener Gehölzbestände auf Dämmen und ihren Schutzstreifen, die sich infolge mangelnder oder unterbliebener Unterhaltung entwickelt haben, grundsätzlich keine Alternative.

Die DIN 19712 definiert nun den Begriff Flussdeiche, also Dämme aus Erd- und Baustoffen an Fließgewässern zum Schutz des Hinterlandes gegen Hochwasser, die nur bei Hochwasser beansprucht werden. Flussdeiche sind danach Hochwasserschutzanlagen, die bei Hochwasserabfluss temporär über binnenseitigem Gewässer eingestaut sind. 

Der Herrenbach ist jedoch ein niveaugeregelter Industriekanal, dessen Zu- und Ablauf über Wehrdurchflüsse bestimmt wird, sodass gar kein Hochwasserfall eintritt. Auch erfolgt die Sicherung des Herrenbachkanals nicht über eine Deichanlage, sondern ein Stahlbetongerinne. Die angeschüttete Böschung ist ebenfalls nicht als Deich im Sinne der DIN 19712 angelegt und erfüllt auch keinerlei Deichfunktion.

Angesichts dessen fehlt es bereits an dem Vorhandensein eines Flussdeiches bzw. Dammes. Die Baumfällungen können daher weder auf die DIN 19712 noch auf das DWA-Merkblatt M 507-1 gestützt werden.

Ferner sei darauf hingewiesen, dass das Wasserwirtschaftsamt davon ausgeht, dass es sich bei dem Herrenbachkanal um einen Stauhaltungsdamm handelt. Stauhaltungsdämme werden jedoch nach der DIN 19700-13 bemessen und nicht nach der DIN 19712.
Dichter Wotan Magg protestiert.
Im Übrigen genügt der Stadt ausweislich der E-Mail vom 18.05.2018 wohl auch nicht allein die Fällung der zahlreichen Bäume. Darüber hinaus soll nach der Fällung auch die Beseitigung des Wurzelstockes mit Erdaustausch durchgeführt werden. Ein statischer Nachweis der Konstruktion Betongerinne und Erdwall wurde bislang jedoch nie eingeholt, erscheint jedoch angesichts dessen zwingend.

3. Kein Vorliegen der Voraussetzungen für eine Ausnahmegenehmigung

Zudem liegen die Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung nach § 45 Abs. 7 BNatSchG auch gar nicht vor.

Zum einen fehlt es bereits am Vorliegen eines der Ausnahmetatbestände des § 45 Abs. 7 Satz 1 Nrn. 1-5 BNatSchG. Die Regierung von Schwaben hat die Erteilung der Ausnahmegenehmigung zwar auf § 45 Abs. 7 Satz 1 Nrn. 1,4 und 5 BNatSchG gestützt, wonach von Verboten des § 44 BNatSchG Ausnahmen zur Abwendung erheblicher land-, forst-, fischerei- , wasseroder sonstiger erheblicher wirtschaftlicher Schäden (Nr. 1), im Interesse der Gesu Menschen, der öffentlichen Sicherheit, einschließlich der Verteidigung und des Schutzes der Zivilbevölkerung oder maßgeblich günstigen Auswirkungen auf die Umwelt (Nr. 4) oder aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art (Nr. 5) zugelassen werden können.
Baumfäller werden mehr geschützt als Bäume.
Begründet hat die Regierung das Vorliegen einer Ausnahme dann damit, dass durch die Fällungen das sofortige Versagen der Uferwandung mit einer nachfolgenden, unkontrollierbaren Dammerosion und Dammbruch verhindert werden soll. Durch die verdichtete Bebauung im Umfeld wären in diesem Fall immense Sachschäden und eine Gefährdung von Menschenleben die Folge.

Wie unsere Ausführungen unter Ziffer 1 zeigen, können die Fällungen als Sofortmaßnahmen aber nicht damit begründet werden. So ist in absehbarer Zeit nicht von dem Eintritt eines Schadens im Sinne des § 45 Abs. 7 Satz 1 Nrn. 1,4 oder 5 BNatSchG auszugehen. 
Kein Zugang für Baumfreunde.
Der bauliche Zustand des Herrenbach-Gerinnes sowie des Deiches werden als normal beschrieben. Es liegen auch keine Einwurzelungen in das Betongerinne vor. Schäden sind durch den Baumbestand ebenfalls bisher keine entstanden. 

Die Frage nach den Baumfällungen stellt sich des Weiteren mindestens bereits seit dem Jahr 2011. 

Das Umsetzungskonzept, also dass 96 Bäume innerhalb von 3 Jahren gefällt werden sollen, wird bereits seit November 2016 erarbeitet. Die Empfehlung hierzu hat das Wasserwirtschaftsamt seit mindestens November 2017 gegeben.
Aus protestierenden Augsbürgern werden
politische Gegner, die den Baumfällerparteien 
Stimmen abjagen.
Seit dieser Zeit, also seit mindestens 7 Jahren, ist noch kein solcher Schadensfall eingetreten und in absehbarer Zeit daher auch nicht zu erwarten, vor allem weil der bauliche Zustand des Gerinnes und des Deiches nicht zu beanstanden ist.
Naturfreund Don Bosco, muss zusehen wie seine
Bäume nebenan mit der Motorsäge
umgebracht werden.
Unabhängig davon darf eine Ausnahme nach § 45 Abs. 7 Satz 2 BNatSchG auch nur zugelassen werden, wenn zumutbare Alternativen nicht gegeben sind. Danach dürfen lediglich Alternativen außer Betracht bleiben, die nur mit außergewöhnlichem Aufwand verwirklicht werden können (VGH Mannheim, Urt. v. 07.08.2009, Az.: 5 S 2348/08). Auch finanziell aufwendigere Lösungen können als zumutbare Alternativen in Betracht zu ziehen sein (VG Frankfurt/Oder, Beschl. v. 07.01.2015, Az.: VG 5 L 289/14).

Die Regierung hat hierzu zwar die vom Wasserwirtschaftsamt genannten Alternativen „geprüft“, jedoch zu Unrecht als nicht zumutbare Alternativen abgelehnt.
"Politiker ohne grünes Rückgrat!
Wer könnte in Augsburg damit gemeint sein?
So hat sie den Einbau einer Spundwand zwischen den Bäumen und der Uferwandung deswegen abgelehnt, weil hierfür noch vorherige erdstatische Untersuchungen erforderliche sind und dies als Sofortmaßnahme daher nicht in Betracht komme. Wie nun aber schon mehrfach ausgeführt, bedarf es mangels einer Gefährdungslage aber auch gar keiner Sofortmaßnahme. Die Frage nach den Baumfällungen steht bereits seit mindestens 7 Jahren im Raum, ohne dass es auch nur ansatzweise zu einem Schadenseintritt gekommen ist. Es wäre daher genügend Zeit gewesen, die entsprechenden erdstatischen Untersuchungen vorzunehmen, ohne dass stattdessen gleich zahlreiche alte und gesunde Bäume hätten gefällt werden müssen.

Bei der weiteren Alternative, nämlich der Trockenlegung des Herrenbaches hat die Regierung verkannt, dass sich die Ausführungen der Stadt (vgl. Schreiben des Herrn Merkle vom 22.01.2018) und die des Wasserwirtschaftsamtes (vgl. E-Mail vom 18.05.2018) hierzu widersprechen.
Amt für Grünordnung als Diener der Baumfäller.
So ist Herr Merkle offenbar der Auffassung, dass selbst, wenn im Unglücksfall sofort am Hochablass die Wasserzufuhr gestoppt würde, sich trotzdem eine Wassermenge von mindestens 30.000 m3 in die Wohngebiete ergießen könnte. Dabei bestünde dann die große Gefahr, dass weite Teile des Herrenbachviertels überschwemmt würden und enorme Sach- und Personenschäden entstünden.
Susanne Altmann kämpft mit vielen Augsbürgern
für die Bäume am Herrenbach.
Demgegenüber ist das Wasserwirtschaftsamt der Auffassung, dass durch einen sofort angeordneten Ablass oder auch einen Notablass bei Sturmgefahr die Gefahren ausgehend vom Herrenbach
Da die Augsburger Grünen im Kampf für die Natur völlig versagen, wurde von Susanne Altmann und anderen Baumfreunden
wurde jetzt die Baum-Allianz Augsburg gegründet
gegründet. Sie will den Baumfällern
Wählerstimmen wegnehmen.
ausgeschlossen werden können. In beiden Fällen sollte dann die übliche Restwassermenge im Herrenbach und dem weiteren Kanalsystem verbleiben. Von dieser Wassermenge würde dann auch bei umstürzenden Bäumen oder einer zerstörten Uferwandung keine Gefahr ausgehen.
Eine Guillotine wurde am Herrenbach errichtet.
Für wen?
Das Wasserwirtschaftsamt schreibt hierzu eindeutig, dass eine solche Gefahr ,,klar verneint werden“ kann. Begründet wird dies damit, dass bei einer Restwassermenge keine hohen Fließgeschwindigkeiten und somit keine Schleppkräfte entstehen würden, die in der Lage wären, Erdmaterial bei Zerstörung der betonierten Uferwandung auszuschwemmen. Auch sei bei einem Baumsturz in das Gerinne des Gewässers nicht mit einer Verklausung zu rechnen, die den Wasserstand über die bestehende Betonwandung erwarten lasse.

Dies spricht eindeutig vom Vorhandensein einer Alternative zur Baumfällung, wurde von der Regierung aber offenbar nicht berücksichtigt.
Ja, was steht denn da?
Ferner kommt als weitere Alternative der Neubau eines Parallelgerinnes in Betracht (vgl. Schreiben des Herrn Reiner Erben vom 17.05.2018, Frage 17). Dies wurde bislang jedoch nicht überprüft, sondern allein mit dem Argument abgelehnt, dass hierfür wohl enorme Haushaltsmittel erforderlich würden, was als Ablehnungsgrund aber allein nicht ausreicht (vgl. VG Frankfurt/Oder, Beschl. v. 07.01.2015, Az.: VG 5 L 289/14). Vielmehr ist eine entsprechende
Die Augsburger Stadtregierung hat Angst vor seinen
naturliebenden Bürgern.
Prüfung erforderlich, wenn dadurch die Baumfällungen auf zumutbare Art und Weise verhindert werden könnten. Überdies muss wohl bezweifelt werden, dass der bauliche Zustand des Herrenbach-Gerinnes sowie des Dammes normal ist, wenn ein sog. Windwurf zu plötzlichem Versagen führen könnte. Der Neubau des Dammes erfolgte bereits im Jahr 1967. Stahlbeton vor 1988 hat aber lediglich eine Haltbarkeit von 60 Jahren. Als Kanalbauwerk liegt die Haltbarkeit weit darunter. Es sollte daher vorrangig auch eine Sanierung des Gerinnes bzw. des Dammes in Erwägung gezogen werden.

Es kommen damit zahlreiche Alternativen zur Baumfällung in Betracht, die das Vorliegen einer Ausnahme gem. § 45 Abs. 7 Satz 2 BNatSchG ausschließt. Die Ausnahmegenehmigung hätte daher gar nicht erteilt werden dürfen.


4. Zusammenfassung 
Folglich bleibt festzuhalten, dass sowohl die durchgeführten als auch die geplanten Baumfällungen am Herrenbach rechtswidrig sind. Es fehlt bereits an Ihrer Zuständigkeit für die Entscheidung über die Fällung von 96 Bäumen bzw. die Beantragung einer Ausnahmegenehmigung zur Fällung von 36 Bäumen gem. § 45 Abs. 7 BNatSchG. Es handelt sich weder um eine Angelegenheit der laufenden Verwaltung noch um eine dringliche Anordnung oder ein unaufschiebbares Geschäft. Es hätte hierzu vielmehr eines Stadtratsbeschlusses bedurft.

Als Grundlage für die Baumfällungen können dann auch nicht die DIN 19712 sowie das DWAMerkblatt M 507-1 herangezogen werden, weil der Herrenbach bereits kein Flussdeich bzw. Damm in diesem Sinne ist.

Schließlich liegen die Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung nach § 45 Abs. 7 BNatSchG gar nicht vor. Es ist bereits keine Gefahrenlage im Sinne des § 47 Abs. 7 Satz 1 Nrn. 1-5 BNatSchG ersichtlich, da in der Vergangenheit nie ein Schadensfall eingetreten ist und der bauliche Zustand des Gerinnes normal ist. Unabhängig davon kommen zahlreiche Alternative zur Baumfällung in Betracht, die allerdings bislang nicht abschließend überprüft wurden und daher abgelehnt wurden.

Die weiteren geplanten Baumfällungen sowie die Alternativen hierzu müssen daher zwingend unter Berücksichtigung der diesseitigen Rechtsauffassung nochmals überprüft werden.

Mit freundlichen Grüßen

C Klaul, Carolin Frank, Rechtsanwältin

Johannes Mohr, Rechtsanwalt

Rechtsanwälte Walter Labbé Moritz März Anton Wald Ludwig O. Seitz Dr. Helmut Wölfel Dr. Hans Neumeier Herbert Kaltenegger Dr. Wolfgang Leitner Thomas Wille Kerstin Feiler Dr. Patrick Bühring Johannes Mohr Dr. Werner Pauker Alexander Kopitsch Gerhard Schmid Sebastian Heidorn Sabrina Schneider Carolin Frank Theresa Rothbauer

In Zusammenarbeit mit: Sachverständiger Karl Oberhauser

(Abdruck dieses Schreibens erhält die Regierung von Schwaben)

Das Schild der Stadt Augsburg am Ufer des Herrenbachs sagt uns:
"Pflanzungen dürfen nicht beschädigt werden!"

Donnerstag, 12. Juli 2018

Wasserumleitungs-Trick macht Kanu-Wettkämpfer glücklich ...

Boah - da waren die Augsburger Kanu-Fans aber superglücklich, als in den ausgetrockeneten Eis-Kanal zum ICF Kanu-World-Cup 2018 wieder wildes Wasser durchschoss. Was war geschehen? Das kreative Sportamt hat in Zuammenarbeit mit dem Umweltamt einfach ein paar Bäume in den Herrenbach fallen lassen. Dort ist ja viel Wasser drin. Das aufgestaute Hochwasser wurde dann einfach zum Eiskanal umgeleitet - und schwupps waren dort wieder genügend Stromschnellen, Wirbel, Strudel und Wellen um einen spannende Wettkampf mit Paddeln durzuführen.




 



Wir bringen einige Impressionen vom Eis-Kanal, aufgenommen beim ICF World Cup der Kanuten. Die Wettkämpfe am Augsburger Eis-Kanal sind ja immer tolle Familien-Partys.

Kein ätzendes Rumgeplärre und blöde Hassgesänge von und gegen Mannschaften aus anderen Städten oder Ländern. Alle Kanuten werden angefeuert. Sportlichkeit ist hier Trumpf.

Hier, an der alten Olympia-Strecke am Eis-Kanal, ist in Augsburg das wunderbare Fest des Sports für Alle.










 

Deutsches Kanu-Team gewinnt zwei Mal Gold am ersten Weltcuptag. Lokalmatador Sideris Tasiadis hat beim Weltcup der Slalom-Kanuten in Augsburg den ersten Sieg für das deutsche Team eingefahren. Der 28-jährige Augsburger setzte sich gegen die erwartet starke slowakische Konkurrenz durch. Ricarda Funk landete im Kajak Einer Damen auf Rang 4.






 



  



 




 

  



 

 

 

 



 


 








D I E   
O R G A N I S A T O R E N
Die Aufpasserinnen.

Christian Doser steuert die Medien.


Horst Woppowa ist überall.

Marketing-Mann Merlin Holzapfel dokumentiert.
Hans Peter-Pleitner von Kanu Schwaben freut sich über die Erfolge der deutschen Paddler.



Organisationsleiter Hans-Peter Pleitner ist stolz auf sein Organisationsteam und die vielen freiwilligen Mitarbeiter beim Kanuslalom Weltcup in Augsburg

Die Fülle der Aufgaben aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, aber wir wollten in die Tiefe gehen und Pleitners Aufgabenbereich im Rahmen des Weltcups 2018 in Augsburg durchsprechen.

Die Arbeit begann für ihn mit seinem Team bereits mit der Nachbesprechung des vorjährigen Kanuslalom Weltcups 2017. Die Aufgaben sind nicht alle bei ihm gebündelt, denn er hat sein eingespieltes Organisationsteam an der Seite. Die Personalplanung erfolgte durch Hans Koppold, wodurch schon ein wesentlich wichtiger Teil abgedeckt wurde. Der Weltcup ist auf mehrere Ressorts (insgesamt sechs) mit deren Leitern und jeweiligen Mitarbeitern aufgeteilt und diese arbeiten sehr effizient und eigenständig.

Die Hauptanforderung war für Hans-Peter, die häufig anstehenden Meetings zu leiten und die jeweiligen Anforderungen oder Verbesserungen durchzusprechen und dann abzuarbeiten. 

Für den gesamten Wettkampfbereich ist Thomas Schmidt der Ansprechpartner, für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsprobleme Hans-Peter mit seinem Team. 

Was bedeutet Nachhaltigkeit im Kanusport?

„Ein Sport ist nachhaltig, wenn er die Bedürfnisse der Sportwelt erfüllt, gleichzeitig zur Verbesserung künftiger Sportmöglichkeiten für alle beiträgt sowie das natürliche und soziale Umfeld, von dem er abhängig ist, verbessert“ heißt es in einem Grundsatz-Statement der AISTS. 23 mögliche Aktionsfelder in den Bereichen „Essen & Wasser“, „Örtliche Unternehmen“, „Abfall“, „Soziales Bewusstsein“ und „Transport“ wurden bei einem Treffen der Vertreter der KSA, ICF, AISTS und der Stadt Augsburg fixiert. Die Thema „Nachhaltigkeit“ ist ausführlich in der Sonderbeilage der ICF Weltcup Kanuslalom durch Hermann Schmid erläutert und das Thema wird Hans-Peter noch länger beschäftigen.




Beim Kanuslalom Weltcup selbst ist die Hauptarbeit in der Organisationsleitung im Vorfeld bereits erledigt worden, nun geht es in den jeweiligen sechs Bereichen heftig zur Sache. Er selbst muss sich in den turbulenten Tagen besonders auch um die V.I.P Leute kümmern, aber er legt auch Hand an, wenn irgendetwas erledigt werden muss (Torbogen festzurren, Absperrungen vornehmen um nur ein paar Punkte zu benennen.

Was die ganze Arbeit im Bootshaus entzerrt, ist das neue Verpflegungszelt für die Athleten aber auch Mitarbeiter. Großen Wert legten sie im Organisationsteam darauf, was Neues zu probieren gerade auch im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2022 in Augsburg. Sie wollten austesten was ankommt und das Organisationsteam bereitet sich bereits jetzt schon auf die WM 2022 vor. 

Die ICF Delegierte Sue Natolie hat ausdrücklich betont, dass dieser Weltcup schon Weltmeisterschaftswürdig ist, sie war voll des Lobes. Die gemeldeten 38 Nationen bei einem Weltcup sind schon eine tolle Sache. Besonderes Lob möchte Hans-Peter Plewitner an Marketing/Eventleiter Merlin Holzapfel weitergeben, denn dessen Ideen waren einfach sagenhaft und kamen allesamt gut an. Auch die gelungene Eröffnungsfeier sei hier erwähnt, die von vielen Seiten höchstes Lob bekam.

Dann noch die Goldmedaille von Sideris Tasiadis am heutigen Samstag, da fieberte und strahlte das ganze Kanu Schwaben Team mit.

(Marianne Stenglein/Referentin für Presse /7.7.2018)

Ex-Kanumanager und "Mann des Feuers": Karl Heinz Englet mit Urenkelin Olivia. Er konnte als Zuschauer das Spektakel am Eiskanal entspannt betrachten. "Die haben das super gemacht", lobte er das Organisations-Team.


DKV-Flotte auf Kurs beim ICF Weltcup Kanuslalom in Augsburg

Gelungener Auftakt für die deutschen Slalom-Kanuten beim Heim-Weltcup im Olympiapark Augsburg am Eiskanal. Elf von zwölf Booten haben die Qualifikationsläufe am heutigen Freitag erfolgreich absolviert und sind ins Halbfinale gezogen. Ergänzt wird die DKV-Flotte durch drei Mixed Canadier Zweier, die keine Qualifikationsläufe hatten.

Nichts anbrennen ließen die deutschen Kajak Einer Damen. Europameisterin Ricarda Funk musste sich nur Katerina Kudejova (CZE) geschlagen geben; Jasmin Schornberg (6.) und Lisa Fritsche (11.) zogen mit ebenfalls fehlerfreien Läufen ins Halbfinale ein.

Im Canadier Einer Herren nutzte Lokalmatador Sideris Tasiadis seinen Heimvorteil und setzte sich vor Canadier-Legende Michal Martikan (SVK) an die Spitze. Franz Anton folgte auf Rang 4. Nur Lennard Tuchscherer verpasste knapp das Halbfinale.

Im Canadier Einer Damen am Sonntag, 8. Juli, starten auch Andrea Herzog (13.), Lena Stoecklin (18.) und Elena Apel (21.) im Halbfinale.

Ebenfalls gilt das für die Kajak Einer Herren: Fabian Schweikert (2.) und Sebastian Schubert (3.) mussten sich nur dem Schweizer Martin Dougoud geschlagen geben. Auch Tim Maxeiner (7.) und Lokalmatador Hannes Aigner (21.) kämpfen um den Einzug ins Finale.

Chef-Bundestrainer zufrieden

Chefcoach Michael Trummer zeigte sich zufrieden mit der Leistung seines Teams am Qualifikationstag. „Unsere Fahrer sind mit dem anspruchsvoll gesteckten Kurs gut zurechtgekommen. Das knappe Ausscheiden von Lennard Tuchscherer bestätigt mich, dass wir unseren jungen Fahrern verstärkt die Gelegenheit geben müssen, Wettkampferfahrung zu sammeln. Doch ab morgen werden die Karten neu gemischt. Auf dem dann geänderten Kurs müssen wieder alle ihre ganze Leistung abrufen, um in das jeweilige Finale der besten zehn zu fahren“.


Lob von ICF für Ausrichter

Auch Ausrichter Kanu Schwaben Augsburg zeigt sich zufrieden mit dem Weltcup-Auftakt. OK-Präsident Hans-Peter Pleitner: „Wir haben den Wettkampf-Zeitplan auf die Minute eingehalten, obwohl morgens der Eiskanal eine halbe Stunde später als vorgesehen geflutet wurde. Doch dank des wie immer starken Engagements und Einsatzes unserer ehrenamtlichen Helfer hatten wir alles im Griff.“ Besonders gefreut hat er sich, dass trotz des regnerischen Wetters viele Schulklassen einen Ausflug an den Eiskanal unternommen hatten und für eine tolle Stimmung sorgten. Sue Natoli vom Internationalen Kanuverband (International Canoe Federation / ICF) lobte: „Diese Veranstaltung in Augsburg hat das Niveau einer Weltmeisterschaft.“

Deutsches Team beendet Heimweltcup mit zweimal Gold und einmal Bronze.

Der Augsburger Sideris Tasiadis feiert auf dem Olympia-Eiskanal von 1972 seinen zweiten Saisonsieg.

Schornberg/Becker gewinnen Gold im Zweiercanadier-Mixed.

Hannes Aigner holt Bronze im Kajak der Herren.

Der Augsburger Sideris Tasiadis hat Gold für das deutsche Team eingefahren. Der Weltcup-Titelverteidiger landet im dritten Saisonrennen seinen zweiten Sieg und lag am Ende knappe 71 Hundertstelsekunden vor Vizeweltmeister Alexander Slafkovsky aus der Slowakei. Slafkovsky führt mit diesem Ergebnis die Weltcup-Gesamtwertung mit 165 Punkten vor Tasiadis mit 144 Punkten an.

Im Rennen der Kajak-Damen verpasste Ricarda Funk als Vierte das Podium um 63 Hundertstelsekunden. Erneut hatte die Australierin Jessica Fox ihre Ausnahmeposition unterstrichen. Die Weltmeisterin feierte ihren dritten Sieg in Folge und verwies die Britin Mallory Franklin um satte 6,46 Sekunden auf Rang zwei. Dritte wurde Eva Tercelj (Slowenien). Funk belegt aktuell in der Weltcup-Gesamtwertung mit 149 Zählern Rang zwei hinter der mit 180 Punkten führenden Australierin.

In der neuen olympischen Disziplin der Damen-Einercanadier belegte die Augsburgerin Elena Apel beim Sieg der Australierin Jessica Fox Rang fünf. Fox gewann trotz einer Stangenberührung ihr drittes Weltcupgold im Einercanadier und ist mit insgesamt je drei Siegen im Kajak wie im Einercanadier unangefochten die erfolgreichste Sportlerin der diesjährigen Weltcupserie. Die erst 18-jährige Andrea Herzog (Leipzig) kenterte im Finale und belegte Rang zehn.

Im letzten Rennen des Heimweltcups fuhr Lokalmatador Hannes Aigner mit einem fehlerfreien Lauf die Bronzemedaille ein. Der Sieg ging an den zweimaligen Weltmeister Peter Kauzer (Slowenien).

„Insgesamt war es ein sehr hohes Niveau. Es musste alles riskiert werden, um vorne dabei zu sein. Ein paar kleine Fahrfehler waren auch noch dabei, deshalb bin ich sehr zufrieden mit meinem dritten Platz“, sagte Aigner nach seinem Lauf. Dem Olympia-Dritten von London 2012 fehlten nur 0,93 Sekunden zum Weltcupsieg.

Etwas zu viel Risiko ging wohl der Wiesbadener Tim Maxeiner ein: Er war im Finallauf ebenfalls auf Medaillenkurs, kassierte aber 50 Strafsekunden und landete am Ende auf Rang zehn. Fabian Schweikert (Waldkirch) verpasste mit nur 4,3 Zehntelsekunden Rückstand als Dreizehnter den Einzug in das Finale der besten Zehn. Mitfavorit Sebastian Schubert (Hamm) schied nach einem Fahrfehler und einer 50-Sekundenstrafe bereits im Halbfinale aus.

Cheftrainer Michael Trummer zeigte sich mit dem Abschneiden seines Teams zufrieden: „Zwei olympische und eine überraschende Medaille im Zweiercanadier-Mixed sowie die weiteren knappen Entscheidungen in den Finals sind ein sehr gutes Ergebnis. Das beweist, dass wir hinsichtlich der anstehenden WM Ende September auf einem sehr guten Weg sind und ein konkurrenzfähiges Team haben.“

Deutsches Team gewinnt zwei Mal Gold am ersten Weltcuptag 
Lokalmatador Sideris Tasiadis hat beim Weltcup der Slalom-Kanuten in Augsburg den ersten Sieg für das deutsche Team eingefahren. Der 28-jährige Augsburger setzte sich gegen die erwartet starke slowakische Konkurrenz durch. Ricarda Funk landete im Kajak Einer Damen auf Rang 4.

Funk hat weiter Gesamt-Weltcup im Blick
Als einzige Deutsche war die Gesamtweltcupsiegerin des Vorjahres, Ricarda Funk, auf Platz eins in das Finale eingezogen. Damit zeichnete sich erneut das Duell Funk gegen Fox (AUS) ab, die in der diesjährigen Weltcupwertung knapp vor Funk lag, ab. Als Vierte des Halbfinales legte Fox auf dem anspruchsvoll gesteckten Kurs im Finale eine Zeit vor, die auch die Zweit- und Drittplatzierten, Katerina Kudejova (CZE) und Mallory Franklin (GBR), nicht schlagen konnten.

Als letzte Starterin legte Ricarda Funk einen Blitzstart hin und lag trotz zweier Strafsekunden an Tor 14 noch auf Medaillenkurs, bevor sie in der Welle an Tor 24 hängen blieb und wertvolle Zeit verlor. „Ich hatte die Zeit von Jessie vor Augen und wusste, dass ich alles riskieren musste. Manchmal geht´s gut, manchmal eben nicht“. Mit dem vierten Platz hat sie aber den Gesamt-Weltcup weiter im Blick: „Ein Podestplatz ist schon noch drin.“ 

Sideris gewinnt, Anton scheidet im Halbfinale aus
Ein ähnliches Bild wie bei den Frauen gab es im Canadier-Einer: Der jüngste im Team, Lennard Tuchscherer (Leipzig), war bereits in der Qualifikation ausgeschieden und Vereinskollege Franz Anton schaffte mit Rang 17 nicht den Sprung über die Halbfinalhürde. Titelverteidiger und Lokalmatador Sideris Tasiadis zog als Siebter ins Finale der besten zehn C1-Piloten. Dort zündete er den Turbo auf dem heimischen Eiskanal und legte mit 100,06 Sekunden eine Zeit vor, die keiner seiner sechs nachfolgenden Konkurrenten mehr unterbieten konnte. 

Er holte sich seinen insgesamt vierten Weltcup-Sieg. „Ein Heimsieg ist für mich schon etwas Besonderes, das wollte ich mir nicht nehmen lassen“, freute sich der Olympiasilbermedaillengewinner von London 2012. „Die Zeit habe ich bereits im oberen Abschnitt herausgefahren und konnte den Vorsprung bis ins Ziel halten. Der nicht leichte Kurs und die ständig wechselnde Strömung haben mir bis zum Schluss volle Konzentration abverlangt. Aber es hat geklappt. Das war ein astreiner Lauf, ich glaube ich hätte nicht mehr schneller fahren können“, so der Augsburger.

Gold für Schornberg/Becker
Erstmals schickte der DKV in der jungen Disziplin Mixed Canadier-Zweier drei Boote an den Weltcup-Start. Mit Erfolg: Jasmin Schornberg (Hamm)/Thomas Becker (Schkopau) holten sich den Sieg vor den tschechischen Teams Fiserova/Jane und Vojtova/Masek. Die Sieger waren überglücklich über ihre persönliche gelungene Premiere: „Wir hatten bei der EM in Prag darüber gesprochen, ob wir das mal gemeinsam probieren und haben vor zwei Wochen erstmals zusammen trainiert.“ Besonders für Jasmin Schonberg bedeutete das große Boot eine Umstellung: „Ich habe noch nie in einem Boot so viel Platz gehabt.“

DKV-Chefcoach: Gute Teamleistung
Auch DKV-Chefcoach Michael Trummer zeigte sich zufrieden: „Mit einer Goldmedaille in einer olympischen Disziplin in ein Weltcup-Wochenende zu starten, gibt dem ganzen Team Auftrieb. Sideris Tasiadis hat dem Druck eines Heimrennens hervorragend standgehalten und eine ganz starke Leistung gezeigt. Schade, dass Ricarda Funk als Vierte einen Medaillenrang knapp verpasst hat, aber andererseits hat sie den Platz zwei in der Weltcup-Gesamtwertung gehalten. 

Mit Franz Anton und Jasmin Schornberg hätten wir durchaus vier Finalisten haben können: ihr Ausscheiden war knapp beziehungsweise unglücklich. Die Goldmedaille von Schornberg/Becker hat eine gute Teamleistung abgerundet. Und auch dank der vielen Zuschauer und der tollen Stimmung an der Bande freuen wir uns auf den zweiten Finaltag morgen in Augsburg.“ 

Weltcup 3, erster Tag:

Herren Canadier Einer:
 1. Sideris Tasiadis (GER) 100,06 (0), 2. Alexander Slafkovsky (SVK) 100,77 (0), 3. Luca Bozic (SLO) 102,87 (2)

Im Halbfinale Ausgeschieden: 17. Franz Anton (GER) 107,94 (0)
In der Qualifikation ausgeschieden:  41. Lennard Tuchscherer (GER) 114,49 (4)

Damen Kajak Einer:  1. Jessica Fox (AUS) 102,10 (0), 2. Mallory Franklin 108,56 (0), 3. Eva Tercelj (SLO) 108,86 (2), 4. Ricarda Funk (GER) 109,49 (2) 

Im Halbfinale ausgeschieden: 26. Jasmin Schornberg (GER) 159,28 (50), …  30. Lisa Fritsche (GER) 237,44 (100)

Mixed, Canadier-Zweier:  1. Jasmin Schornberg/Thomas Becker (GER) 126,07 (2), 2. Tereza Fiserova/Jakub Jane (CZE) 127,11 (0), 3. Veronika Vojtova/Jan Masek (CZE) 129,39 (2), 4. Elena Apel/Sideris Tasiadis (GER) 133,64 (2), 5. Cindy Poeschel/David Schröder 138,48 (GER) 138,48 (6)

Weltcup 3, zweiter Tag

Herren Kajak-Einer: 1. Peter Kauzer (SLO) 94,86  (2),  2. Jiri Prskavec (CZE) 95,10  (2),  3. Hannes Aigner (GER), …, 10. Tim Maxeiner (GER) 145,64  (50). 
v.l. Peter Kauzer, Hannes Aigner,
Jiri Prskavec

Im Halbfinale ausgeschieden: 13. Fabian Schweikert (GER) 99,07 (0), ..., 34. Sebastian Schubert (GER) 148,70  (50)

Damen Canadier Einer: 1. Jessica Fox (AUS) 111,15  (2),  2. Mallory Franklin (GBR) 115,65 (0), 3. Ana Satila (BRA) 115,79, …, 5. Elena Apel (GER) 122,95 (2)

Weltcupstand nach drei von fünf Rennen:
Herren Kajak Einer:1. Joseph Clarke (GBR) 154, 2. Jiri Prskavec (CZE) 149, 3. Dariusz Popiela (POL) 131, …, 6. Sebastian Schubert (GER) 112, …, 15. Tim Maxeiner (GER) 77, 20. Fabian Schweikert (GER) 72

Damen Canadier Einer:1. Jessica Fox (AUS) 180, 2. Ana Satila  (BRA) 134, 3. Mallory Franklin (GBR) 133, …, 12. Andrea Herzog (GER) 87, …, 17. Lena Stöcklin (GER) 59, …, 20. Elena Apel (GER) 4,

Damen Kajak Einer:1. Jessica Fox (AUS) 180, 2. Ricarda Funk (GER) 140, 3. Corinna Kuhnle (AUS) 133, …, 23 Jasmin Schornberg (GER) 53

Herren Canadier Einer:1. Alexander Slafkovsky (SVK) 165, 2. Sideris Tasidis (GER) 144, 3. Ryan Westley (GBR) 134, …, 16. Franz Anton (GER) 72

Mixed Canadier Zweier:1. T. Fiserova / J. Jane (CZE) 170, S. Stanovska / J. Batik (SVK ) 138, 3. Y. Prigent / M. Henry (FRA) 128, ..., 8.  D. Schröder / C. Pöschel (GER) 78, …, 12. J. Schornberg / T. Becker 60, …, 14. E. Apel / S. Tasiadis (GER) 45.

  
Ergebnisse Weltcup 1, erster Tag:


v.l. Alexander Slafkovsky, Sideria
Tasiadis und Luca Bozic
Herren Canadier Einer: 1. Sideris Tasiadis (GER) 100,06 (0), 2. Alexander Slafkovsky (SVK) 100,77 (0), 3. Luca Bozic (SLO) 102,87 (2)

Im Halbfinale Ausgeschieden: 17. Franz Anton (GER) 107,94 (0)
In der Qualifikation ausgeschieden:  41. Lennard Tuchscherer (GER) 114,49 (4)

Damen Kajak Einer:  1. Jessica Fox (AUS) 102,10 (0), 2. Mallory Franklin 108,56 (0), 3. Eva Tercelj (SLO) 108,86 (2), 4. Ricarda Funk (GER) 109,49 (2)
Jessica Fox.
Im Halbfinale ausgeschieden: 26. Jasmin Schornberg (GER) 159,28 (50), …  30. Lisa Fritsche (GER) 237,44 (100)

Mixed, Canadier-Zweier:  1. Jasmin Schornberg/Thomas Becker (GER) 126,07 (2), 2. Tereza Fiserova/Jakub Jane (CZE) 127,11 (0), 3. Veronika Vojtova/Jan Masek (CZE) 129,39 (2), 4. Elena Apel/Sideris Tasiadis (GER) 133,64 (2), 5. Cindy Poeschel/David Schröder 138,48 (GER) 138,48 (6)

Weltcupstand nach drei von fünf Rennen:
Damen K1: 1. Jessica Fox AUS 180, 2. Ricarda Funk GER 140, 3. Corinna Kuhnle 133

Herren C1: 
1. Alexander Slafkovsky SVK 165, 2. Sideris Tasidis 144, 3. Ryan Westley GBR 134, …16. Franz Anton GER 72 

Mixed C2:
1.  S. Stanovska / J. Batik SVK 115, 2. T. Fiserova / J. Jane CZE 115, 3. Y. Prigent / M. Henry FRA 95, ..., 12.  D. Schröder / C. Pöschel  GER 36 

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Spektakuläre Ausscheidungsrennen auf dem Eiskanal. Im „Kanuslalom Extreme“ setzen sich Favoriten durch

In der noch jungen Kanu-Disziplin „Canoe Slalom Extreme“ (CSLX) haben sich beim 3. ICF-Weltcup dieses Jahres in Augsburg erneut die Gewinner aus dem ersten Weltcup 2018 in der Slowakei durchgesetzt. Pavel Eigel aus Moskau (Russland) und Ana Satila aus Foz de Iguacu (Brasilien) setzten sich klar gegen ihre Konkurrenten durch. Der „Extreme Kajak“-Wettbewerb bildete den spektakulären Schlusspunkt unter ein tolles Sportwochenende Im Olympiapark Augsburg am Eiskanal.

„Man braucht Taktik, Power und Beschleunigung an den richtigen Stellen“, formuliert der 28-jährige Eigel sein Erfolgsrezept. Wer beim CSLX das Boot vorn haben möchte, der müsse auch den Körper ständig bewegen - „wie beim Boxen“ (Eigel). Beim „Extreme Kayak“- Wettbewerb gibt es keine Zeitmessung, in der Head-to-Head-Wertung kommen die ersten beiden von vier gleichzeitigen Startern eine Runde weiter. Neben dem Gedränge auf den wilden Wogen sind auch die ungewohnten Boote eine besondere Herausforderungen für die Sportler.

Für CSLX steigen die Sportler aus den sehr leichten, flachen und schnittigen Slalombooten um in gedrungene, kompakte und deutlich schwerere Wildwasser-Kajaks. „Es ist nicht einfach, sich immer wieder auf andere Boote einzustellen“, sagt Ana Satila, die sich beim klassischen Slalom im Kajak Einer am Samstag den dritten Platz erpaddelt hatte.

Beim CSLX gehen die Kanuten gleichzeitig zu viert auf die Strecke, müssen also nicht nur auf Strömung, Tore und Hindernisse achten, sondern auch auf drei Mitkonkurrenten. Schon der Start ist spektakulär: Alle vier Paddler starten gleichzeitig von einer Rampe, die in Augsburg auf einer Brücke fünf Meter über dem „Eiskanal“ errichtet wurde. Nach wenigen Paddelschlägen biegen sie ab auf die Olympiastrecke, müssen vor und nach der wuchtigen Walze der „Waschmaschine“ sieben Tore meistern und kurz vor dem Ziel noch eine Eskimorolle demonstrieren.  

„4 gegen 4 ist spannend und ein zusätzlicher Kick in unserem Sport“, so Stefan Hengst (Kanu Ring Hamm), der es als einziger deutscher Paddler ins Finale der Männer geschafft hatte. Für ihn ist Kanuslalom Extrem „ein riesiger Spaß“.

Für ICF-Präsident Jose Perurena ist laut Pressemtteilung CSLX ein wichtiger Schritt, um den Kanusport für jüngere Sportler und Zuschauer attraktiv zu gestalten. „Der Skisport hat Skicross mit großem Erfolg ins olympische Programm aufgenommen, ich sehe den Kajak Cross als eine gleichermaßen aufregende Entwicklung im Wildwasser-Kajaksport“, sagte er. Kanuslalom und Wildwasser-Rennsport seien spannende Sportarten für diejenigen, welche mit ihnen vertraut sind, so Perurena, „aber für Neulinge ist der Anblick von vier Kanuten, die um die Wette paddeln, sehr attraktiv und das noch weiter zu fördern ist der Schlüssel, um unseren Sport wachsen zu lassen“.

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Final-Ergebnisse:

CSLX - Frauen: 1. Ana Satila (BRA), 2. Martina Wegmann (NED), 3. Polina Mukhgaleeva (RUS), 4. Caroline Trompeter (GER)

CSLX – Männer: 1. Pavel Eigel (RUS), 2. Rafal Polaczyk (POL),  3. Stefan Hengst (GER), 4. Ondrej Tunk (CZE)

Bühne frei!

Nachdem diese Künstler-Bühne aus der ehemaligen Fußgängerzone Maximilianstraße verbannt wurde, hat sie jetzt einen Superplatz erhalten. Dire...