Freitag, 19. Dezember 2025

Vom Zapfhahn zum Zepter: Kommt die Ära Wiedemann in Augsburg?


Der Spitzenkandidat von WSA, Helmut Wiedemann, und seine düstere Truppe.

​Helmut Wiedemann, der Mann, der mehr Alkohol durch die Adern der Augsburger gepumpt hat als das Wasserwerk durch die Leitungen, will Politikwichtigling in Augsburg werden.

In der Schwabenmetropole braut sich damit ein politisches Schmierentheater zusammen, das herrlich morbiden Charme versprüht. Die Bürgervereinigung „Wir sind Augsburg“ schickt einen Kandidaten ins Rennen, flankiert von einer Bestattungsunternehmerin und einem Herrn Grab.

Man fragt sich, ob hier ein Wahlkampf geführt oder bereits die letzte Ölung vorbereitet wird.
​Diese Konstellation verspricht eine „beerdigend“ gute Performance, bei der die politische Konkurrenz hoffentlich nicht nur sprichwörtlich unter die Erde gebracht wird. Wenn Bestatterin und Grab das Zepter schwingen, bekommt der Begriff „Urnenwahl“ eine ganz neue, beunruhigende Tiefe. Ein Schelm, wer denkt, dass dieses Bündnis ein böses Ende nimmt, wahrscheinlich wird die Stadtpolitik einfach nur feierlich zu Grabe getragen.

​Man muss aber auch die künstlerische Tragik des Kandidaten und sein bisheriges Wirkens bewundern. Da zimmert er auf dem Plärrer eine Doppelbockalm aus feinstem Holz zusammen, ein Monument bayerischer Gemütlichkeit, nur um festzustellen, dass der Augsburger an sich eine komplexe Statik besitzt: Er schwankt zwar gern, aber ungern in Almhütten, die noch auf ihre Bestimmung warten.

Doch wer in der Schwabenmetropole eine Alm ohne Gäste überlebt, der ist bereit für das Rathaus – das ist ja im Grunde auch nur eine prunkvolle Holzhütte mit deutlich mehr Leerlauf.
​Das Regierungsprogramm: „Drinks für alle“.

​Wiedemanns Aufstieg vom Winterland-König zum Polit-Star verspricht eine völlig neue politische Ästhetik:
​Außenpolitik: Die Stadtgrenzen werden mit Lichterketten und künstlichem Tannenzweig-Dekor markiert. Wer rein will, muss erst eine Bratwurscht-Maut entrichten.

​Stadtratssitzungen: Diese finden künftig ausschließlich im Stehen an Hochtischen statt. Das verkürzt die Debatten enorm, da nach zwei Stunden jedem die Füße wehtun und die Blase drückt.

​Verkehrsplanung: Die Maximilianstraße wird in eine permanente „Après-Ski-Meile“ umgewandelt. Wer parken will, braucht eine Reservierung für mindestens acht Personen und ein 5-Liter-Fassl.

​Was für ein Segen für die Gastronomie! Endlich wird das Rathaus fachmännisch geführt. Wenn ein Bürger ein Anliegen hat, wird nicht mehr mit Paragrafen geantwortet, sondern mit der Frage: „Mit Schuss oder ohne?“

Slogan für Wiedemann: Der Kracher, der Einpacker und Unterwanderer!

​Augsburg hat im März 26 gewählt: Dann tauschen wir Akten gegen Tabletts. Prost, Herr Wunderbürgermeister!

Als die Römer bolzten ...

 


Man stelle sich das göttliche Amüsement vor: Während die Legionäre von Augusta Vindelicum noch damit beschäftigt waren, ihre Sandalen im bayerisch-schwäbischen Schlamm zu verlieren, ahnten sie nicht, dass ihr Vorgarten Jahrtausende später zum Epizentrum des gepflegten Grätschens werden würde. 

Die Helmut-Haller-Stadt beweist nun wissenschaftlich, was wir schon immer vermuteten: Der wahre Untergang des Römischen Reiches begann nicht durch die Barbaren, sondern durch die mangelnde Chancenverwertung vor den Toren der Stadt. Und das könnte auch dem FC Augsburg passieren.

​In der neuen Schau „Römer am Elfmeterpunkt“ im Augsburger Zeughaus wird die künstlerische Parallele zwischen antiker Dekadenz und modernem Bundesliga-Wahnsinn gezogen. Wo früher das Pilum flog, segelt heute die Flanke in den Strafraum der Schwabenmetropole. Es ist eine historische Ironie sondergleichen, dass die Arena des FCA auf dem Fundament einer Zivilisation thront, die zwar das Straßennetz erfand, aber kläglich an der Einführung des Videobeweises scheiterte.

​Man fragt sich, ob die Archäologen zwischen den Tonscherben auch versteinerte Taktik-Anweisungen auf Schiefertafeln fanden, die eine frühe Form des „Cattenaccio“ predigten. Die Ausstellung ist ein Muss für jeden, der wissen will, ob Nero die Arena auch angezündet hätte, wenn der Schiedsrichter gegen ihn gepfiffen hätte. Ein Hoch auf die Kontinuität: Früher gab es Brot und Spiele, heute gibt es Leberkassemmeln und Videobeweis. Der Glanz des Imperiums mag verblasst sein, aber der Kampf um den Ball in der Helmut-Haller-Stadt bleibt so episch wie eine Schlacht im Teutoburger Wald.

Nur: Heutzutage ohne Schwerter und Speere, aber dafür mit viel Sponsorenlogos.



Sonntags-Bildla

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