Freitag, 27. Juli 2018

Zweifel zerstreuen




Hier, in der Augsburger Frohsinnstraße wird den Bürgern erstmals deutlich gemacht, weshalb der Baum nicht mehr zu halten war: Die Streusandkiste dient zu unser aller Sicherheit, da musste der Baum einfach "weichen".
Danke, nicht immer werden aber leider die Zusammenhänge so klar dargestellt.

Donnerstag, 26. Juli 2018

SZ: Stadtrat Schafitel eine Wespe gegen OB Gribl


Hohe Ehre: Christian Rost von der Süddeutschen Zeitung schreibt über Augsburgs bekanntesten Stadtrat.

"Der 65-Jährige Freie Wähler-Stadtrat und Architekt Volker Schafitel ist einer der wenigen im Augsburger Stadtrat, der die Politik der schwarz-rot-grünen Kuschelkoalition kritisiert und hinterfragt. Und weil er das mit einer Vehemenz tut, wie eine Wespe auf der Kaffeehausterrasse auf die Kuchen der Gäste losgeht, hat sich mittlerweile ein regelrechter Kleinkrieg zwischen ihm und dem OB entwickelt. David gegen Goliath also. Das hat den Verwaltungsjuristen Gribl, sonst emotional eher unauffällig, dazu hingerissen, gegen Schafitel auszuteilen ..."



Aber auch Augsburgs Umweltrefernet Reiner Erben von den Grünen wird von Schafitel nicht nur bei Baumfällungen beobachtet:
Anfrage zur Dienstreise des Referenten Rainer Erben nach Buenos Aires

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Gribl, anlässlich der Berichte in der Zeeitung zum 60.Geburtstag Rainer Erbens und der damit einhergehenden „Dienstreise“ des Jubilars in seine 11500 Km entfernte Studienstadt Buenos Aires, bitte ich um Information, ob und in welcher Höhe für diese Reise städtische Mittel verwendet werden.
Es wird angegeben, dass Erben in Buenos Aires vor der Organisation Ceamse über die städtische Abfallentsorgung referiert.

Bisher ist der Referent hier nicht als Experte der 
Augsburger Müllentsorgung aufgefallen, was eher das Problem von Ceamse wäre.

Ein Vorteil für die Stadt Augsburg ist dabei schon gar nicht zu erkennen.
Ich bitte auch um Information, inwieweit dieser Besuch mit einem Gegenbesuch einer Delegation aus Argentinien im Jahr 2017 in unserer „Region“ evtl. finanziell zusammenhängt. Genauer gefragt, ob auch für diesen Besuch städtische Mittel verwendet wurden.

- - -


Hier steht der Gribl:Schafitel Bericht in der SZ.
- - - 

Was stimmt nun?
Gribl geifert per Brief 
gegen Schafitel





Waldi, auch mal Datschiburger: Man nannte ihn Prinz Porno!

Waldemar Hartmann, noch mit Schnauzel,
wie er in Augsburg bekannt wurde.

Waldemar Hartmann, erzählt im Radio, mal wieder einiges aus seinem Leben. Auch über seine Zeit in Augsburg. Durch seine Kontakte als kurzzeitiger Bassmusiker beim Augsbuger Schlagerstar Roy Black, kam er von Nürnberg nach Augsburg.

Hier, 1966 in Datschiburg, wurde der schauzbärtige Diskjockey im "Big Apple" und in der "Tenne", dann noch im "Moby Dick" und machte dann seine eigene Kneipe "Waldis Club" auf.  Wo der war? Später war dort das "Pflop" und dann das "Sputnik", das sich heute noch dort in der Stettenstraße bei der Bahnbrücke nach Göggingen befindet. Er hat dann in Augsburg eine Gabi geheiratet, die sich auch in der Gastronomie auskannte ("Bistro", "Konfetti").

Bekannt wurde Waldi in Augsburg auch als Faschingsprinz ("Man nannte mich Prinz Porno", Stadtmagazin Lueginsland) und kam dann über sein letztes Lokal am Kö, "Waldis Pub", wo er durch Kontakte zu Zeitungs- und Runfunkleute zu seinem Job als Sportreporter. Über sein Leben schrieb er auch das Buch "Born to be Waldi". Bekannt wurde er deutschlandweit als Weizenbier trinkender Diskutant mit Rudi Völler, ex-DFB-Trainer, den er einst zur Weißglut trieb.

Roy Black, obwohl haarig wie ein Gorilla,
trug nie einen Schnauzel.


Beim Alkohol schließt sich der Kreis mit Roy Black: Während Roy Black für Jägermeister Werbung machte, durfte Waldi für Paulaner-Weißbier die Trommel rühren.

- - -

Sein langes Gespräch mit Achim Bogdan, das auch über sein Leben in Augsburg geht, hört Ihr auf Bayern 2 bei "Eins zu Eins. Der Talk."

Waldemar Hartmann als Buch-Autor.

Montag, 23. Juli 2018

Geheime Filmvorführung: Brechtiger Streifen: Superfrech! Wer kriegt da einen Steifen?

Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm kommt in die Kinos.
Es wird gewirbelt, gesungen, getanzt, geliebt, gelogen, geprügelt, geklaut und gemordet.

Bei Bert Brecht gehts auch um Gier und Völlerei,
um Wasserleichen und Leichenschändung und auch um
die obszönen Wonnen des Fleisches. 

Der Augsburger Lyriker und Theatermacher Brecht will der Verblödung der Oper entgegen wirken.
   
Gewagte Sex-Szenen werden nicht geboten,
denn der Film soll ja später auch Schülern gezeigt werden können.

Während sich Augsburgs Theater mit einem Verbrecher-Musical über den historischen Blutsauger Jakob Fugger auf der Freilichtbühne abquält, laufen alle Vorbereitungen für den Start zum neuesten Film über Augsburgs bekanntesten Sohn Bert Brecht. Der hat sich lieber für die arbeitenden Leute engagiert.


Brecht, das ledermanteltragende Zigarrenmonster aus Augsburg, zerdeppert mit seinen ätzenden Worten jeglichen romantischen Kitsch.
Vor den Nazis muss er fliehen.

Mit seiner Dreigroschenoper verfasste Brecht, geboren 1898 in Augsburg, zusammen mit dem Komponisten Kurt Weill eines der  bekanntesten Musicals aller Zeiten: die "Dreigroschenoper".

Die Ruderbootszene mit einem verliebten Paar unter einem Vollmond wurde für den brechtigen Film nicht in der Augsburger Kahnfahrt aufgenommen. Die Dreharbeiten für Langs Brecht-Film fanden in Baden-Württemberg, Belgien und Berlin statt.

"Und der Haifisch, der hat Zähne ..."
Wer kennt diesen Song nicht?

"Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm". Das Drehbuch dazu stammt vom früheren Augsburger Brecht-Festival-Leiter Joachim A. Lang, der auch Regie führte.

Nachtleben in Berlin wo Brecht seinen Dreigroschen-Erfolg feierte.
Es geht um den Streit von Bert Brecht mit Filmproduzenten, die seine Theaterstück "Dreigroschenoper" Gewinn bringend auf die Leinwände der Lichtspieltheater bringen wollen.

Diese Brecht-Film kommt ab 13. September 2018 in die Kinos. In Augsburg können wir ihn dann auch ab diesem Tag in den Thalia Kinos beglotzen - aber nicht zu romantisch.

Die goldenen 20er sind im Film voll turbulent dargestellt.

In Augsburg gab es schon vor einigen Wochen eine geheime Vorführung im Thalia-Kino. Dazu hatte Lang Kultur-, Theater- und Brecht-Freunde wie AJ-Herausgeber Walter-Kurt Schilffarth und seine Tochter Anja, CSU-Politiker Bernd Kränzle, Buchhändler Kurt Idrizovic, Provo-Schreiberling Arno Loeb, Kulturjournalistin Sybille Schiller, Landrauschen-Produzent Johannes Müller, Kinobetreiber Franz Fischer, Daz-Herausgeber Siegfried Zagler mit Malzeitladeninhaberin Andrea Huber, a3kultur-Verleger Jürgen Kannler, SPD-Politiker Karlheinz Schneider, Kabarettistin Biggi Felsl, Boulevard-Journalistin Marion Buk-Kluger, DAZ-Autor und Herausgeber Siegfried Zagler, Kajakguru und Autor Karl Heinz Englet, Fotoreporterin Lina Mann und Theater-Intendant André Bücker, intim eingeladen.

Joachim A. Lang dankte besonders Kurt Idrizovic und Arno Loeb, die für den Schauspieler Lars Eidinger, der Bert Brecht im Film darstellt, eine Mundartprobe im Augsburger Datschi-Dialekt einsprachen. Wie einst auch Bert Brecht sprachlich unterwegs war, was bei einem kleinen Original-Ton von B.B. im Film zu hören war.

Komischerweise fehlte Augsburgs Kulturreferent Thomas Weitzel.

Die opulente Kostümausstattung und viele tolle Tanz-Szenen sind allein schon den Filmbesuch wert.

Das Personal in diesem Film, der über 2 Stunden dauert, ist die Spitzenklasse der deutschen Schauspieler. Von Lars Eidinger (Bertolt Brecht)
Tobias Moretti (Macheath / Mackie Messer),
Hannah Herzsprung: (Polly) / Carola Neher)
Robert Stadlober (Kurt Weill) bis hin zu Max Raabe als Moritatensänger mit Drehorgel. Wir hörten, zur Filmpremiere in Berlin soll das Augsburger Drehorgel-Orchester von Bertl Balogh auftreten.

Diese Männer mit den Geldkoffern regieren die Welt.

Der gut gemachte Trailer zum Brecht-Film ist hier zu sehen.

Stimmen zu Langs Brecht-Film:
Kneipe als Bühne 
Die Bordellszenen sind ziemlich harmlos ausgefallen.
Aber wer genau hinschaut, kann Strapse und nackte Brüste entdecken.
"Am Anfang von „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ gibt es eine Einblendung mit dem Hinweis, dass alles, was Lars Eidinger als Brecht im Film sagt, auf gesicherten Zitaten aus dessen Leben und Werk beruht. Das passt zu dem (zu) durchdachten Konzept des Films: Für ausgewiesene Kenner des brechtschen Schaffens ergeben sich so manch reizvolle Querverweise, aber der Protagonist wird dabei auch zu einer Art selbstverliebter Bonmot-Maschine, die bei jeder Gelegenheit druckreife Reden schwingt. Der Brecht des Films macht nicht nur aus dem Gerichtssaal eine Bühne, sondern auch aus der Kneipe oder der Küche." (Filmstarts)

Londons Verbrecher-Boss, Mackie Messer, macht sich an die Frauen ran.
Zynischer Zeitgeist
"Der Dichter Bert Brecht nahm einen von seiner Mitarbeiterin und Geliebten Elisabeth Hauptmann übersetzten Stoff – die 1728 von John Gay komponierte „Beggar’s Opera“ –, würzte sie mit ein bisschen Kipling, einer Prise Villon und sehr viel jugendfrischem Augsburger Genie-Selbstbewusstsein (er war gerade erst 30), verlegte sie in das England Jack the Rippers und traf damit den zynischen Zeitgeist nach dem Ersten Weltkrieg." (Die Welt)


Joachim Lang vor dem Augsburger Bert-Brecht-Haus.
+
Die "Dreigroschenoper" ist eines der bekanntesten Theaterstücke.

Humoristischer Brecht
"Denkt man an Bertolt Brecht in seiner Eigenschaft als Filmemacher, kommt einem wahrscheinlich „Kuhle Wampe“ in den Sinn, der Agitprop-Klassiker der Weimarer Republik aus dem Jahr 1932. Oft vergessen wird dagegen, dass Brecht auch an den kuriosen, surreal-humoristischen „Mysterien eines Frisiersalons“ beteiligt war. Die Filmgeschichte kennt somit einen dogmatisch-kommunistischen und einen verspielten, humoristischen Brecht. An letzteren hält sich der Film des Brecht-Experten Joachim A. Lang." (Cinetastic)

Unheimlich wird es im Londoner Untergrund wo der König der Bettler regiert.

Welthits von Raabe
"Als Film im Film ist auch die Geschichte des Gangsterbosses Mackie Messer zu sehen, der von Tobias Moretti („Die Hölle – Inferno“) gespielt wird.
Die Welthits aus der „Dreigroschenoper“ werden im Kinofilm von Max Raabe („Nacht über Berlin“) gesungen, begleitet von den Musikern des SWR Symphonieorchesters." (kino.de)

Wo sitzen die schlimmsten Diebe?
Laut Langs Film auch in den Banken.

Überbordend und musikalisch frech
"Brechts Vorstellung ist radikal, kompromisslos, politisch pointiert. Eine ganz neue Film Art will er kreieren. Doch die Produktionsfirma will sich auf keinen Fall darauf einlassen. Sie wollen auf der Erfolgswelle schwimmen und an der Kasse den großen Reibach machen.
Regisseur Joachim A. Lang interpretiert seinen 'Dreigroschenfilm' völlig neu. Dabei lässt er Realität und Fiktion verschmelzen. Der Dichter spricht die Originaltexte in Zitaten aus dessen gesamten Werk und Leben. Wobei die Handlung bis in die Gegenwart führt.
130 rasante Minuten – überbordend und musikalisch frech."

Brecht feiert mit seiner Künstler-Clique die Niederlage gegen die Filmproduzenten vor Gericht.
"Die Filmindustrie ist zu doof, sie muss erst bankrott gehen."
Glotzt nicht so romantisch!

Sonntag, 22. Juli 2018

Sonntags-Bildla

Touri-Chef Götz Beck komponiert für ein Bert-Brecht-Muisical auf der Augsburger Freilichtbühne.
Fugger solls doch nicht so gebracht haben...



Neue Mauer fein versperrt. Da kommt kein Feind mehr rein.

Wir lieben Augsburgs schöne Laden-Passagen.

Hier treffen sich die Gutgelaunten.

Augsburg ist Spitze im Pumpen, Geld pumpen vor allem.

Neues Gartenzentrum von Dehner mitten am Kö?

Sei helle, schieß schnelle.

Gehts Wlan am Kö mal wieder nicht?

Jetzt kapieren wirs:
Brecht-Bühne heißt so, weil man sie abbrechen muss.

Willst du tolle Storys hören, musst du zu Paulic' Fotoladen in der Frauentorstraße göhen.

Samstag, 21. Juli 2018

Hat Burger King den besten und billigsten Hausmeisterdienst von ganz Augsburg?


Ein neidischer Anwohner will vom Augsburger Oberbürgermeister was wissen: "Sehr geehrter Herr. Dr. Kurt Gribl, ich habe festgestellt, dass täglich um 7:00 ein Fahrzeug der Stadtreinigung gezielt vor dem Anwesen Maximilianstraße 17 vorfährt und den Unrat dort entfernt. Wie erklären sich Gründe und Umstände dieser Hausmeistertätigkeit durch die Stadt?"

Unsere ukrainische Putzfrau meint: "Ich glaube nicht, dass die städtische Sauberkeitstruppe das nur für ein paar Burger und ein Pepsi Cola macht. Ein Double Whopper müsste es schon pro Mann sein, oder?"

Wir meinen, die Angestellten der Stadt Augsburg werden halt nicht so besonders bezahlt, sie brauchen vielleicht einen Nebenverdienst. Hat man ja schon bei den Arbeitern im Nordfriedhof gemerkt.

P.S. Es wird sich bei diesem Anwohner doch nicht um den leitenden Angestellten bei der Stadt Augsburg handeln, der in einer schäbigen Wohnung in der Maximilianstraße bei einer sündteuren Miete hausen muss?

Dienstag, 17. Juli 2018

Auweh! Zerstört dieser Landrauschen-Film unsere wunderbare bayerisch-schwäbische Heimat?

Moderne Mädchenfreundschaft mit Lesben-Liebe zwischen Misthaufen, Internet, Füchtlings-Negern, geiler Sau, Gartenzwergen, Faschingssauferei und viel Wirtshausdampf.


Ein harter Heimatfilm kommt mit "Landrauschen" auf uns zu. Er spielt in dem Dorf Bubenhausen zwischen Augsburg und Ulm. Ohne Rücksicht auf Gefühle zeigt dieser Film gnadenlos unsere Heimat als eine wahnsinnige Mischung aus Punkrevolution und Deppenfasching. Ist das erlaubt?


Intime Klo-Szenen einer jungen Frau schockieren das heimatliebende Publikum gewaltig.


Muss man unsere schöne Heimat so abgründig, brutal und hinterhältig darstellen? Und darf in einem Heimat-Film eine so hinterwäldlerische bayerisch-schwäbische Mundart gesprochen werden, die außer uns keine Sau kennt? Nicht mal der Bayerische Rundfunk, der sich lieber im Oberbayernschleim wälzt ...
Im Fasching beginnt in Bubenhausen das wilde Leben ohne Tabus.

Nach Jahren des wilden Lebens, mit Ende 20, zwei Hochschulabschlüssen, aber ohne Geld und erfüllendem Job, befindet sich Toni in einer Sinnkrise. Eine Erbschaftsangelegenheit dient als willkommener Grund, ihr kosmopolitisches Leben zu verlassen und wieder in ihr Heimatdorf zu fliehen, dessen Enge sie ursprünglich hinter sich lassen wollte. Doch dieser Neuanfang geht gründlich schief. Als Praktikantin für den Heimatteil einer Lokalzeitung fühlt sie sich weit unter Wert verkauft und zu Hause nehmen ihr die übergriffigen Eltern jede Luft zu atmen.

Bubenhausen wird jetzt berühmt durch den Film Landrauschen.
Bubenhausen aus der Moped-Perspektive.

Auch auf dem Dorf fallen irgendwann die Masken.

Zum Glück trifft sie auf die lebenslustige Rosa. Mit ihr sieht die Welt der Heimat auf einmal anders aus. Bei wilden Mopedfahrten und nächtlichen Streifzügen fühlt sich Toni wieder lebendig. Doch die Beziehung wird immer explosiver, je mehr Rosa sich zu der schönen Toni hingezogen fühlt, die sich nur um sich selbst zu drehen scheint. Der Film umreißt die Identitätsfindung zweier Frauen in einem Dorf, das sich selbst mit einer immer komplexer werdenden Welt konfrontiert sieht.

Der Film "Landrauschen" läuft als Weltpermiere in Augsburg und das Film-Team aus unserem Umland kommt auch 

Zwei ausgeflippte Mädchen auf dem Dorf, die sich mögen, was wird aus ihnen?

"Humorvolle Darstellung unserer Heimat"
Unser Exklusiv-Interview mit Landrauschen-Produzent Johannes Müller
Johannes Müller produzierte einen Heimatfilm, der
einige Klischees zerbröseln lässt.



ASZ-Frage: Hallo Johannes, wie entstand die Idee zum eurem Film-Projekt Landrauschen?

Johannes Müller: Nachdem Lisa und ich uns nach dem Abitur für ein paar Jahre aus den Augen verloren hatten, begannen wir vor rund sechs Jahren bei Spaziergängen auf den Feldwegen zwischen unseren beiden Dörfern erste Ideen zu sammeln ...

ASZ-Frage: Ideen zu was, zu diesem Film?

Johannes Müller: Zuerst mal, wie wir in der Zukunft gemeinsam eine Filmproduktionsfirma starten könnten - Miller und Müller, das bot sich geradezu an, noch dazu waren wir beide professionelle Filmemacher.

ASZ-Frage: Und wie entstand Landrauschen?

Johannes Müller: Die erste Fassung von Landrauschen als unser erstes Projekt wurde von Lisa während eines Urlaubs in Chile auf einer Pferdefarm geschrieben. Ich hatte sofort Spaß an den Charakteren und fand die Geschichte eine authentische und gleichzeitig humorvolle Darstellung unserer Heimat.

Der Polizei ist was nicht geheuer.

ASZ-Frage: Welchen filmischen und inhaltlichen Ansatz habt Ihr bei dem Landrauschen-Dreh verfolgt?

Johannes Müller: Man könnte sagen, wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und aus finanziellen Gründen viel dokumentarisch und mit Laiendarstellern gedreht, was am Ende den ganz eigenen Flair des Films ausmacht. Wahr ist aber, dass wir dies nie wegen mangelnden Geldes gemacht haben, sondern da wir überzeugt waren, nur so die entsprechende Qualität der Authentizität zu erreichen.

Das Film-Team von Landrauschen freut sich über seinen Sieg als bester Film.

ASZ-Frage: Welche Besonderheiten hatten die Dreharbeiten bei Landrauschen, was unterschied sich von anderen Projekten?

Johannes Müller: Das Besondere ist definitiv die großartige Zusammenarbeit mit einem Dorf und einer Region, die komplett in den Dreh involviert waren und Herz und Seele gaben, dass der Film so geworden ist, wie er heute ist.

ASZ-Frage: Hätte das in einer Großstadt funtioniert?

Johannes Müller: Nein, das kenne ich von Projekten in Berlin nicht. Dort ist es eher so, dass alle total genervt auf Filmdrehs reagieren, da es davon so viele gibt.

ASZ-Frage: Sie haben auch viel mit Freunden gedreht haben wir gehört.

Johannes Müller: Ja, das ist eine weitere Besonderheit, dass wir im Team alte Schul- und Jugendfreunde wieder vereinen konnten um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Dies hat uns auf alle Fälle wieder sehr stark zueinander geführt.

"Menschliche Urtypen im ländlichen Raum"
Unser Exklusiv-Interview mit der Landrauschen-Regisseurin Lisa Miller


ASZ-Frage: Hallo Lisa, du hast dich ja vor dem Film Landrauschen eher mit fernen Orten und Problemen wie  Tschernobyl und Fukushima bechäftigt. Jetzt widmest du dich deiner Heimatregion Bayerisch-Schwaben. Wie siehst du diese deine Heimat?

Lisa Miller: Meine  Heimat, das ist ein kleines Gebiet in und um Bubenhausen, im bayerischen Schwaben, das stolz ist auf seine Traditionen und seinen Dialekt. Es ist aber auch ein Grenzgebiet mit einem teils schizophrenen Charakter. Auf der einen Seite grenzt man sich rigoros von Baden-Württemberg ab, das nicht weit entfernt über der Donau bei Ulm beginnt und ist irgendwie stolz darauf in Bayern zu sein.

Mit Lippen-Piercing klingen Kirchenlieder irgendwie anders.

ASZ-Frage: Aber als was fühlst du dich wirklich?

Lisa Miller: Ich betrachtet mich klar als Schwabe mit schwäbischem Dialekt und Spätzle als Nationalgericht. Es mischen sich hier halt traditionelle Volksmusik, Tracht und Trinkkultur à la Oktoberfest mit schwäbischer Schaffa, schaffa, Häusla baua-Mentalität. Dennoch wird man weder von bayerischer noch württembergischer Seite als dazugehörig akzeptiert.

ASZ-Frage: Dieses einzigartige Lokalkolorit fängt Landrauschen ja authentisch und mit Liebe zum Detail ein. Ziel ist es doch wohl den Spagat zwischen Heimat- und Arthouse-Film zu schaffen, oder?

Lisa Miller: Ohne zu simplifizieren zeigt unser Film mit Authentizität menschliche Urtypen, wie man sie nur im ländlichen Raum findet und zeichnet so das Porträt eines deutschen Mikrokosmos. Dieser steht exemplarisch für das Europa der heutigen Zeit. Der Film stellt dar, wie trotz des Widerstands der Bevölkerung, die Wirrungen der komplexen und modernen Welt vor dem kleinen Idyll nicht halt machen. 

Gemütlich Kiffen ist in der Heimat am schönsten.

ASZ-Frage: Nichts ist mehr so, wie es einmal war, oder?

Lisa Miller: Die Welt ist bunt, und das spürt man so langsam auch auf dem Lande - gleichzeitig sehnt man sich nach heimatlicher Verwurzelung. Die tiefe Angst vor Identitätsverlust greift um sich, denn das Leben wird immer komplizierter. 

ASZ-Frage: Was kann da helfen?

Lisa Miller: Nur Bier verspricht Abhilfe. 

Am Boden zerstört oder träumender Blick in den Himmel?


Schon der Trailer zu Landrauschen ruft bei heimatliebenden Menschen blankes Entsetzen hervor.



Und auch die schwäbische Internetzeitung kontext ist völlig belämmert von Landrauschen und berichtet darüber ohne Hemmungen: "Lisa Millers Spielfilmdebüt Landrauschen, das den Max-Ophüls-Preis gewonnen hat und hoffentlich noch viele Zuschauer gewinnen wird, ist ein Heimatfilm. Aber keiner, der sich gnädig herablässt und die Provinz in verschlissene Erzählmuster zwängt und vorführt, so wie das etwa die zur TV-Serie ausgewalzte Klamotte Die Kirche bleibt im Dorf tut. Der Film Landrauschen wurde zum Teil durch Crowdfunding finanziert, die anderen Sponsoren sind unter anderem die Bäckerei Reißler, die Barfüßer Hausbrauerei und die Alte Mühle."

LANDRAUSCHEN
Donnerstag, 19. Juli 2018 / 20.00 Uhr


Obstmarkt 5

Augsburg



- - -


LANDRAUSCHEN

Besetzung

Toni Kathi Wolf
Rosa Nadine Sauter
In weiteren Rollen: Heidi Walcher, Karl Fischer, Volkram Zschiesche, Rupert Markthaler

Stab

Regie/Buch Lisa Miller
Produzenten Johannes Müller, Lisa Miller
Kamera Hannes Kempert
Licht Josef Sälzle
Sounddesign Marco Schnebel
Komponist Robert Guschel
Kostümbild Kathrin Sälzle
Szenenbild Amelie Düffert
Maske Nina Ruess, Mira Müller
Schnitt Lisa Miller
Mit Musik von: Feine Sahne Fischfilet, dicht&ergreifend, Kofelgschroa, Julian Frank, Narcoleptica, Robert Thomas

Unsere ukrainische Putzfrau, diese Kratzbürste meckert bissle rum: "Des Filmle ist ja Schpitze aber ich hätte mir da auch die Musik von schwäbischen Rockbands als Untermalung gewünscht."

Wir hätten uns dazu gut den Dinkelscherbener Wirtshauspunker Andi Kalb und seine Musik vorstellen können. S'nächschte Mol halt, gä!


Produktion

Miller&Müller Landrauschen Film GbR
Starenstraße 7 89264 Weißenhorn
info@landrauschen-film.de