Mittwoch, 14. Mai 2014

Schafft Uli Bahr die Demokratie ab? Rebelliert die Augsburger SPD gegen sie?

Läuft da eine geheime Anti-Bahr-Kampagne in der Augsburger SPD? Und warum?
Wer will Uli Bahrs Augsburger Polit-Macht beschneiden?

Uli Bahr mit ihrem Lebensgefährten Eckard Rasehorn.
(Foto: Trendyone)

In den nächsten Tagen soll die Vorstandswahl der Augsburger SPD sein. Vielleicht schon am Sonntag, den 18. Mai 2014, eine Woche vor den Europa-Wahlen? Wie man aus Insider-Kreisen hörte, wollte man wegen der verlorenen Kommunalwahl die jetzige Vorstands-Vorsitzende Uli Bahr in die Wüste schicken. Viele sind mit ihrem "harmlosen Schaumgummi-Wahlkampf" unzufrieden.

Das soll auch Uli Bahr mitbekommen haben. Sie überlegt sich nun heimlich eine Gegenmaßnahme. SPD-Gerücht: Damit sich Uli Bahr nicht als Vorsitzende des Augsburger SPD-Vorstandes einer vielleicht schlecht für sie ausgehenden Wahl stellen muss, hat sie nun beschlossen, per Antrag auf eine Vorstandswahl völlig zu verzichten und sie einfach im Amt zu bestätigen. 

Diesen Antrag will sie aber zur Überraschung der SPD-Leute erst bei der Versammlung zur Vorstandswahl plötzlich aus dem Hut ziehen. "Damit will sie alle überrumpeln", informierte uns einige SPDler aus dem Orstverband Pfersee. "Wir hoffen nicht, dass es ihr gelingt. Wir überlegen uns auch Gegenmaßnahmen!"

Sie gehören zur übermächtigen Bahr-Power in Pfersee: Anna und Eckard Rasehorn.

"Das ist ja die Abschaffung von Demokratie" mosern nun viele SPD-Leute, die als Delegierte der 21 Augsburger Ortsverbände zur kommenden Vorstandswahl eingeladen wurden. "Das lassen wir uns von der Uli Bahr nicht gefallen!", empören sie sich - noch - hinter vorgehaltener Hand.

Warum wurde Uli Bahr, die als Augsburger SPD-Abgeordnete sogar im Bundestag sitzt, trotz ihrer konturlosen Politik in Augsburg zur Parteivorsitzenden?

Ein Polit-Experte erklärt das so: "Der Posten als Parteivorsitzender wird nicht honoriert, auch wenn er einige Arbeit bedeutet. Also macht man das so: Wer sich dafür in der SPD opfert bekommt einen attraktiven und gut bezahlten Posten als Referent, Landtags- oder Bundestagsabgeordneter."

Zum bisherigen gesamten Vorstand der Augsburger SPD gehören auch Dr. Stefan Kieder, Angelika Steinecker und Dr. Linus Förster. Sie könnten auch Vorstandsvorsitzende werden.

Anna Rasehorn und Uli Bahr: Vielleicht ist bald nicht mehr alles drin?

Intern erzählen einige Augsburger SPD-Mitglieder: "Lange werden wir bei Uli Bahr nicht mehr zuschauen. Die ist zu brav und zu ruhig. Nur gut bezahlte Hinterbänklerin. Was haben wir davon? Wir wollten lieber Dr. Caroline Mardaus, Margarete Heinrich, Dr. Florian Freund, Stefan Quarg, Angelika Steinecker, oder gar Marco Oertel für den nächsten Bundestag!"

Die Augsburger Parteibasis erwartet natürlich, dass sich diese Kandidaten vorher als Parteivorsitzende wählen lassen. Kommt es darum bei der Vorstandswahl am nächsten Sonntag zum Aufstand? Wird die Wahl des Vorstands eingefordert? Besteht die Augsburger SPD auf Demokratie? Wer wird gegen Uli Bahr antreten? Wird man das erst auf der kommenden Versammlung erfahren?

Eine bestens informierte Augsburger SPD-Frau behaupte: "Allerdings hat Uli Bahr, die zur derzeit übermächtigen SPD in Pfersee gehört, ganz andere Pläne: Nach ihrem Willen und ihren Träumen soll ja Anna Rasehorn, die Tochter ihres aktuellen Lebensgefährten Eckard Rasehorn, (Geschäftsführer bei der Augsburger AWO), ihre Nachfolgerin die gut dotierte SPD-Abgeordnete im Deutschen Bundestag werden."  

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Folgende Ortsverbände hat die Augsburger SPD. Werden Sie gegen die Bahr-Diktatur rebellieren?

Bild: Inzwischen kursieren im Internet schon Spott-Collagen zu Uli Bahrs Anti-Demokratie-Antrag.

Wie ist nun die Lage bei Weltbild? Boßmann antwortet ...


Der Augsburger Verlag und Buchgroßhändler Weltbild scheint gerettet zu sein. Einige wichtige Fragen an Tim Boßmann klären die aktuelle Situation. Er ist der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats von Weltbild. Er lebt in Augsburg in der Jakobervorstadt und geht gerne in Kneipen wie Thing und Schroeder. Früher war der ehemalige Journalist für das Marketing bei dem Weltbild-Ableger Jokers zuständig.

Herr Boßmann, wie ist Stimmung in der Weltbild-Belegschaft?

Sehr von Erleichterung geprägt. Die Fortführung des Unternehmens als Ganzes war das große Ziel der Gewerkschaft und des Betriebsrats. Wir sind jetzt einen großen Schritt weiter.

Das Unternehmen ist auf Spur? Laut Pressemitteilung soll vor allem der Onlinebereich künftig für Wachstum sorgen. Haben Sie keine Angst, dass sich dahinter nicht doch Kürzungen verbergen könnten?

Es wurden gute Maßnahmen eingeleitet. Jetzt geht es darum, wie diese umgesetzt werden. Im Kern muss Weltbild ein Multi-Channel-Händler bleiben. Auch auf der Mitarbeiterversammlung gestern war nicht die Rede davon, diese Multi-Channel-Strategie zu Gunsten einer auf Online ausgerichteten Strategie aufzugeben. Für uns wichtig sind existenzsichernde Arbeitsbedingungen. Diese sind aber noch nicht fertig verhandelt.
Glauben Sie, dass die neuen Eigentümer auch eine neue Geschäftsführung einsetzen werden? 

Von Carel Halff und Martin Beer hat man seit Wochen, seit Arnd Geiwitz zum starken Insolvenzverwalter wurde, nichts mehr gesehen oder gehört. Ich würde mich sehr wundern, wenn die alte Geschäftsführung wieder auf ihre Sesseln Platz nehmen würde.

Das ganze Interview mit Börsenblatt des deutschen Buchhandels.