Mittwoch, 19. September 2012

Gnade für die Kunst: Bewährung für Maler der 470 Augsburg-Blumen. Jetzt braucht er Blumen-Käufer! Bernhard Trum verschönerte Augsburg, bekam Riesenärger und wird nun berühmt ....


Der Augsburg-Blumen-Fan Mo ließ sich vom Blumen-Maler Bernhard Trum sein Augsburg-Blumen-T-Shirt vor dem Gerichtssaal signieren. 

Der Maler der über 470 Augsburg-Blumen, der Bernhard Trum (25?), wurde von der Augsburger Justiz trotz eines angeblichen Schadens von über 70.000 Euro nur mit einer Bewährungsstrafe aus dem Augsburger Gerichtssaal entlassen. Bis heute war aber nur ein Schaden von rund 270,- Euro offiziell bekannt.

Ob es wirklich 470 sachbeschädigende Blumen in Augsburg und Umgebung waren, wie der Graffiti-Detektiv der Kripo meinte, oder mehr, oder weniger - und ob sie überhaupt alle von Trum gesprüht worden waren, blieb ungeklärt. Der aufgespürte Film auf einem Computer, der Trum als Blumen-Maler  zeigt, war wohl in Prag entstanden.

Dazu kommt für Trum noch eine Strafe von 12.000 Euro, die der Graffiti-Künstler mit dem baldigen Verkauf seiner kultigen Blumen-Bilder bezahlen will. Manche wollen in der ganzen Stadt schon über 5.000 Datschi-Blumen an  Wänden, Schaltkästen, Türen, Schilder und Mauern in Augsburg gezählt haben. Da war wohl auch der Graffiti-Detektiv der Augsburger Kripo überfordert.

Richter Matthias Nißl im Sitzungssaal 136 des Augsburger Gerichts fand das Verhalten des Graffiti-Artisten mit den Schwarzweiß-Blumen zwar sehr selbstherrlich, aber Nißl ließ Gnade vor Recht ergehen, obwohl sich der junge Künstler in einer "offenen Bewährung" befand. Nißl meinte: Die Öffentlichkeit kann nicht das Urteil bestimmen."

Ein Justiz-Insider sagte dazu hinter der Hand: "Natürlich hat auch das positive Image des Blumen-Malers bei den Bürgern das milde Urteil herbeigeführt. Wie wäre das denn für Augsburg in Deutschland rübergekommen, wenn man einen harmlosen Blumenmaler, der nur die Welt ein bisschen schöner machen will, in das Gefängnis gesteckt hätte? Ganz mies wäre das rübergekommen! Da hat man sich vorher besprochen, um ein salomonisches Urteil zu erlangen, glaube ich. Geständnis gegen Bewährung. Sie verstehen? Sonst hätte man ja alle 470 Blumen und den jeweiligen Verursacher und den jeweiligen Schaden im Gericht durchgehen müssen. Auweia! Hat Augsburg doch schon in lezter Zeit ein sauschlechtes Image mit Lüpertz-Beschimpfung, blauer OB-Schamdecke über Geschlechtsverkehrsleichen, Döner-Verbot und prügelndem Bischof."

Also doch ein Urteil "im Namen des Volkes?"

Foto-Impressionen vom Prozess gegen den Schöpfer der Augsburg-Blumen:



Aushang vor dem Augsburger Gerichtsraum zur Blumen-Verhandlung. Viel Zeit wird angesetzt.


Die Journalisten tummeln sich in allen Ecken.


Verhandlungspause - ab zum Café Freud auf der anderen Strassenseite ...


Kameramann wird vom Richter gerüffelt: Er darf nicht bei der Verhandlung filmen: "Lesen Sie doch mal den Zettel an der Tür genau!"


"Du bist wunderbar: du liebst mich!" So wird den Datschis vom Blumen-Künstler der Tag verschönert .... Ganz Augsburg (Anwalt Marco Müller: "80 % der Augsbürger gefallen die Blumen von Trum") liebt darum auch seinen Blumen-Maler.

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Blumen-Prozess-Report
Sags durch die Blume!

Der Prozess gegen den Schöpfer der schwarzweißen Augsburg-Blume lief recht gesittet ab. "Wenn ihr euch belustigen wollt, dann geht besser raus", meinte Richter Nißl mal zum Publikum. Das wars dann aber auch schon an Dramatik in dem gut besetzten Verhandlungsraum des Augsburger Gerichts. Ein Polizist durfte einen Beamer bedienen, der ein paar Blumen-Graffitis vom Künstler Bernhard Trum auf die Wand warf. War irgendwie entspannte Atmosphäre wie beim theoretischen Kunstunterricht am Schulende, beim Vergleich der Blumenmalerei in den verschiedenen Kunstepochen.


Diese Blumen an der Mauer beim Mahler-Haus, Augsburg, Unterer Graben, (neue Jugendherberge, Siebenkind'l, Liliom)  verrieten den Künstler Trum an den Blumen-Detektiv der Augsburger Kripo.


Das ist mal ein blumiger Bildschirmschoner beim Blüten-Anwalt Marco Müller: 
"Du bist wunderbar!"


Die Stadtzeitung schickte ihre hübscheste Reporterin, Mareike Simon, allerdings bekam sie keinen Blumenstrauss ....


Ey, Brotha ... FlowerPower ...


Wie der Elefant im Blumenladen. 


Blumen-Maler-Prozess im schmucklosen Gericht.


Flotter Polizist mit Ohrring und charmante Polizistin mit bayerischem Dialekt durchsuchten die schwäbischen Datschiburg-Zuschauer beim Augschburger Blumen-Prozess.


Auch die Skandal-Zeitung schickte ihre Frührentner zur Beobachtung in das Gericht. Sie liessen sich paar bequeme Stühle reservieren.


Neugierige Reporter. 


Mancher im Publikum bangte um den Blumenmaler.


Eine Blume der Justiz in Schwarz.


Sag's durch die Blume: Blüten-Anwalt Marco Müller mit Blumen-Button an der Jacke.


Oje - Werd ich jetzt berühmt? Der Blumen-Künstler geht an die Öffentlichkeit.


Oder fühlt sich der Blumen-Artist Trum noch am Schandpfahl der Justiz?


Wer den Blumen-Maler kontakten fragen oder gratulieren will, kann jetzt ein Email an blumenmaler@yahoo.de senden. Das gilt natürlich auch für Kaufinteressenten seiner Bilder. 
Der junge Künstler braucht etwas Geld, um seine Strafe zahlen zu können.


Radio Interview. Smartphone-Fotos.


Augsburg kann Blume ...

Man erfuhr auch von dem Graffiti-Detektiv der Augsburger Kripo, der extra für diesen Prozess aus dem Urlaub kam, durch welche Verräter er auf die Spur des Augsburger Blumen-Artisten kam.

Besonders gut gefielen uns folgende zwei Dialoge zwischen Richter Nißl und dem Künstler Bernhard Trum:

Richter Nißl: "Auf einem Ihrer vielen Aufkleber steht Brüste sind Spitze!"
Künstler Trum: "Sind sie doch auch, oder?"

Richter Nißl: "Herr Trum, was ist denn ihr Lieblingsgegenstand?"
Künstler Trum: "Mein Bett."

Richter Nißl: "Würde es Ihnen gefallen, wenn Ihr Bett zum Beispiel mit Blumen bemalt, oder gar zerkratzt würde?"

Bemerkung im Publikum: "Blumen am Bett machen die Mädels bestimmt so leidenschaftlich, dass sie jedes Bett zerkratzen ..."

Trums Anwalt Marco Müller hatte sich als Blumenmaler-Sympathisant einen Blumen-Button an die Jacke gesteckt. Auf seiner Visitenkarte könnte sich bald auch eine Blume befinden, da ihn dieser Blumen-Prozess als "Blumen-Anwalt" in den Augsburger Justiz-Kreisen berühmt machte. Als Kunstsachverständiger titulierte Müller die Blumen der Trittbrett-Fahrer als "Herumgeschmiere".

Die staundenen Zuschauer im Gerichtssaal, zu denen auch der Augsburger Krimi-Autor Peter Garski und einige Journalisten gehörten, erfuhren auch spannende Dinge vom dem Graffiti-Detektiv. Die Schadenssumme von 70.000 Euro beruht auf seinen Schätzungen.

Und es hat bisher nur 1 Klage gegen Trum in dieser Blumen-Sache gegeben.

Hat der Graffiti-Detektiv der Augsburger Kripo wirklich die anderen Fälle an die Leute gemeldet, die dann als Eigentürmer der blumenbemalten Gegenstände klagen können? Das wurde nich so richtig klar. Ein Journalist: "Hm, dann hat der ja einen anstrengenden Job! Den ganzen Tag nach Graffitis schauen und dann melden."

Der Staatsanwalt, der uns an den Inhaber eines Buch-Antiquariats erinnerte, konnte an den an die Wand projizierten Augsburg-Blumen keinen Geschmack finden und studierte lieber seine Akten. Ihm war ja wohl schon klar, dass die Verhandlung nach dem Geständnis von Trum und durch dessen positive Popularität in den Medien und in der Bevölkerung auf eine Bewährungsstrafe hinauslief. Auch die Tendenz der Fragen des Richters offenbarten diesen Ausgang der Verhandlung. Es war auch nur ein Nebenschauplatz, dass der Richter ("haben sie gekifft?") aus Bernhard Trum herauskitzelte, dass dieser früher an den Wochenenden regelmässig "ein halbes Gramm Cannabis" rauchte. Richter Nißl vermerkte es dann als Pluspunkt für Trum, dass dieser bei seiner letzten Urin-probe clean war.

Frühere Schüler vom Augsburger Gymnasium St. Stephan berichteten in der Verhandlungspause, dass Bernhard Trums Vater Elmar, Sport- und Lateinlehrer bei St. Stephan, schon mal seinen Schülern körperlich an den Kragen gegangen sein soll, wenn er den Verdacht hatte, dass diese eine Klo-Wand im Gymnasium bemalt hätten und seinem Sohn - der an der gleichen Schule war - schon mal den Umgang mit Freunden verbot, die zu viel Phantasie besassen. 

Sport-Schüler von St. Stephan nannten Elmar Trum auch die "Brennessel-Peitsche", da er sie gerne bei niedriger Laufleistung mit Brennessel-Hieben auf die Beine anfeuerte.

Zur Familie von Bernhard Trum gehören auch die Mutter mit einem Fitness-Studio und  mehrere Geschwister, wobei ein Bruder Musiker ist.

Dazu muss Bernhard Trum nach Nißls Urteil auch noch 300 Stunden Sozialarbeit abwickeln. Allerdings vermissten einige Beobachter die ideale Bestrafung von Trum: "Ihm einfach einen großen Eimer Farbe in die Hand drücken, damit er seine Blumen übermalt." Beim Lokal Schwarzes Schaf hatte der Wirt Trums Blumen von Trum übermalen lassen. 

Bemerkenswert war die scharfe Äußerung von Richter Nißl, der besonders den Augsburger Medien (zitiert wurde dabei aber nur das Interview der Neuen Szene mit dem damals noch anonymen Blumen-Artisten Bernhard Trum, jedoch nicht die Augsburg-Blumen-Lobeshymne von AZ-Kulturchef Michael Schreiner) und noch mehr der Stadt Augsburg die Schuld daran gab, dass Trum derart massiv "gehypt" und angetrieben immer mehr Blumen in den Gassen und Straßen von Datschiburg per Spray aufblühen ließ. 

Es war ja auch die Idee der superblonden Ursula Baier Pickartz, Marketing-Managerin der Stadt Augsburg (in Zusammenarbeit mit der AZ-Journalistin Miriam Zissler), gewesen, Trums originelle Augsburg-Blume zum Symbol von Augsburg zu machen. 

Leider ließ Ursula Baier Pickartz (ex-Sponsoren-Bettlerin im Theater) den netten Künstler ganz allein auf der Anklagebank sitzen. "Das ist nicht fair", fanden manche Journalisten.

Blumen-Artist Bernhard Trum will sich nach dem Prozess an diversen Kunstschulen bewerben. Daher wollte er auch die bei einer Wohnungsdurchsuchung beschlagnahmten Blumen-Skizzen für seine Bewerbungsmaßnahmen zurückhaben. 

Richter Nißl spöttelte echt locker: "Sie haben doch Übung mit dem Blumenmalen, da können Sie sich doch schnell paar neue machen."

Klar, dass die beiden Schöffinnen und die Gerichtsschreiberin, die auf ihre Tastatur einhackte, von der romantischen Aura des Blumen-Künstlers mit dem hellbraunen Wuschelkopf, sozusagen ein Märtyerer der Kunst, auf der Anklagebank fasziniert waren. 

Es sah sogar aus als würde die Schöffin Maria-Barbara Mangold-Nietzschmann, Kreisvorsitzende der Freien Bürger-Union Augsburg (FBU) während der Verhandlung, rechts vom Richter sitzend, auf ihrem Blatt verträumt duftende Blumen malen ...

Zum Schluss wollen wir noch mal den lässigen Richter Nißl mit einer mahnenden Ansprache an Blumen-Maler Trum bei der Urteilsverkündung mit seinem passenden Jugendslang (war ja viel unkonventionelles Jungvolk im Gerichtsraum) zitieren: "Da haben wir Ihnen mit der Strafe schon ein Brett verpasst, dass sie nicht so schnell vergessen werden."

Der geifernde Internet-Jorunalist und Herausgeber Sigi Zagler verbeisst sich in seiner DAZ voll gehässig und mit schäumender Abscheu in die "blonde Stadtmaketing-Puppe" Baier Pickartz die "ihre geliebte Theater-Intendantin im Stich" ließ: "Nicht weniger peinlich gestaltete sich der Verlauf einer Idee, die ebenfalls im städtischen Amt für Medien und Kommunikation zu verorten ist. Es handelt sich um jene Kapriolen, die die sogenannte „Augsburgblume“ ausgelöst hat. 

„Ursula Baier Pickartz, Leiterin des zentralen Stadtmarketings, hat die Blume schon immer gefallen. ‘Ich war von Anfang an entzückt von der Augsburgblume. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich sie entdeckt habe. Sie zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen’, sagt sie.“ So Miriam Zissler in der Augsburger Allgemeinen vom 25. Mai 2012. 

Weiter im Text heißt es: „Die positive Seite, etwa die Symbolkraft des Motivs, die emotionale Bindung der Augsburger zu der Blume, soll nicht verloren gehen. In diesen Wochen arbeitet Ursula Baier Pickartz an einem Marketingkonzept für die Stadt, die Augsburgblume soll ein Bestandteil davon werden. (…) 

Wie und wo, das will Ursula Baier Pickartz noch nicht verraten. Darüber macht sie sich Gedanken.“ - Die Gedanken von Frau Baier Pickartz erhärteten sich nicht im Wie und Wo, sondern landeten dort, wo sie hingehören: in einer städtischen Mülltonne. Zwei Monate nach dem Erscheinen dieses AZ-Artikels wurde Frau Baier Pickartz die „Augsburgblume“ mit einem Trompetenstoß aus dem Kopf geschlagen."

(Mehr über Zaglers heftige Gift-Story: www.daz-augsburg.de)

Inzwischen kann man ganz legal die Blumen-Kunst von Bernhard Trum kaufen. Sie helfen ihm nicht nur seine Strafe zu finanzieren, sondern vielleicht auch sein baldiges Kunststudium. Viele wollen ihm nun die Freude zurückzahlen, die er ihnen mit seinen schönen Blumen und Sprüchen gemacht hat. 

Hier ist der Link zum Blumen-Kunst-Shop im Internet:
https://www.facebook.com/Augsburgblumen

Hier gibts Trums Augsburg-Blumen-Art zum Kaufen:

"Tonträger" (Wintergasse 7 / 86150 Augsburg) ! :-)


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Sehen so schön bald Augsburgs Gerichts-Räume aus?

Wir fragen: Blumen statt Kreuz im Gerichtssaal? 
Der Gerechtigkeit wirds vielleicht nicht dienen, aber der Schönheit ...