Sonntag, 11. Oktober 2026

Sonntags-Bildla

 



Vom Zeitungs-Aus ins TikTok-Paradies: Einst brüllte Klaus Müller das Theaterpublikum in Grund und Boden, ehe er als Karikaturist der lokalen Tageszeitung die Feder schwang. Zu frech, zu treffsicher, befand die Redaktion und stellte das Urgestein kurzerhand kalt. Doch Müller schmolz nicht, er wich ins Netz aus. Als «KnüllerMüller» mischt der Mime nun TikTok auf, garniert seine Zeichnungen mit dubiosen Theorien und zieht Tausende in den Bann. Seine Galerie-Schau in der Schwabenmetropole zeigt das Werk eines Mannes, der sich den Mund schlicht nicht verbieten lässt.



Gedankenfutter für den hohlen Zahn. Ob als kulinarischer Halloween-Gag für den Nachwuchs oder als dringendes Aufbaupräparat für die Redaktion der Augsburger Skandal-Zeitung, frisches Gehirn liegt voll im Trend. Feingehackt, gedünstet oder mariniert hilft die graue Masse vor allem dort, wo Ebbe im Oberstübchen herrscht. Während die Kleinen an Halloween bloß kichernd Glibber naschen, hofft man beim Boulevard auf eine spürbare Denkleistung im Redaktionsalltag. Ein Schmaus mit Augenzwinkern in Augsburg, der hoffentlich nicht ungelesen im Magen liegt.



Ein einsamer Kinderroller im bunten Herbstlaub in Augsburg, die perfekte Kulisse für verlassene Träume. Was ist geschehen? Wurde der Nachwuchs-Rennfahrer mitten in der Kurve von einer plötzlichen Kastanien-Attacke hinterrücks aus dem Sattel gehoben? Oder hat der Fahrer schlicht festgestellt, dass der Übergang vom Tretroller zum digitalen Bildschirm deutlich weniger Muskelkater verursacht? Das bunte Blättermermeer hüllt das Gefährt in schweigsames Vergessen, bis der nächste Regenschauer den verlorenen Schatz wieder freilegt.



Dass ein Optiker in der Augsburger Fußgängerzone kostenlosen Kaffee ausschenkt, mag auf den ersten Blick wie ein verdächtiger Berufswechsel wirken, folgt jedoch knallharter Verkaufslogik. Was steckt wirklich hinter der munteren Bohne im Brillenladen? Einige nicht ganz ernst gemeinte Vermutungen liegen auf der Hand. Zunächst dient der Heißgetränke-Service der reinen Sehschärfen-Optimierung. Wer nach drei doppelten Espressi mit flatternden Augenlidern vor der Sehtafel steht, liest die unterste Zeile dank Wackelkamera-Effekt im doppelten Tempo. Außerdem sorgt die beschlagene Brille beim ersten Schluck für schlagartige Blindheit, die perfekte Ausgangslage für ein professionelles Beratungsgespräch direkt am Stehtisch. Nicht zu unterschätzen ist auch der finanzielle Aspekt. Wer vor lauter Koffein-Zittern das Designergestell aus Versehen fallen lässt, hat es im Grunde schon gekauft. Am Ende bleibt es eine gelungene Aktion in Augsburg. Besser der Kaffee ist stark als die Sehstärke zu schwach.



Wer in einer Straßenbahn in Augsburg starr aufs Smartphone blickt, begibt sich in höchste Lebensgefahr. Nicht etwa wegen plötzlicher Vollbremsungen, sondern wegen des drohenden Realitätsverlusts. Ein unbedachter Wisch über den Bildschirm, und schon verpasst man das epische Drama um den verirrten Schwarzfahrer, den grimmigen Blick des Kontrolleurs oder den spontanen Klatsch aus der Nachbarreihe. Wer nur aufs Display starrt, riskiert die absolute Entfremdung vom echten Augsburger Nahverkehrs-Nervenkitzel.



Gefahr auf Schritt und Tritt. Menschen ins Gesicht zu treten ist natürlich verboten, außer das Antlitz klebt als Werbeplakat glatt auf dem Boden in Augsburg. Um den Passanten das schlechte Gewissen beim Drüberlatschen zu ersparen, hilft nur eins: Schwebende Schritte oder beherzte Sprünge.



Vom Treter-Trauma zur Gourmet-Sohle: Dass Bob, Augsburgs bekanntester Gastronom, seine Liebe zu edlem Schuhwerk gesteht, überrascht nur Unwissende. Die Wurzeln liegen tief in seiner Kindheit, als er statt Teller und Tassen  alte Lederschuhe als Geschirr nutzen musste. Was damals pädagogische Härte war, verfeinerte seinen Sinn für Geschmack und Passform. Wenn er heute Kulinarik serviert, schaut der Meister zuerst auf die Treter seiner Gäste, denn wahre Eleganz beginnt für ihn eben schon ganz unten in in Augsburg.



Eine riesige rote Kugel rollt durch die Fußgängerzone von Augsburg, und die Passanten geraten ins Grübeln: Ist das moderne Kunst, eine extrem dynamische Werbeaktion oder schlicht die neuste Methode der Stadtverwaltung, trödelnde Fußgänger auf Trab zu bringen? Wer nicht rechtzeitig ausweicht, wird kurzerhand plattgerollt, mit Schwung, aber stets stilvoll.



Da Erdenbürger bekanntlich nur noch auf Displays wischen, richtet sich das gedruckte Wort im Bücherständer am Hauptbahnhof von Augsburg eindeutig an literaturbegeisterte Aliens. Wenn die Raumschiffe landen, finden die Außerirdischen hier feinsten Stoff für ihre Gehirntentakel.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Sonntag, 27. September 2026

Sonntags-Bildla

 


In der idyllischen Puppenkiste namens Augsburg, wo das Leben bekanntlich im Schneckentempo an den Lech-Kanälen vorbeizieht, hat sich ein verwegener Stadtverschönerer an einem Schaltkasten vergangen. Mit Stencil-Kunst, die an die archaischen Höhlenmalereien unserer Vorfahren erinnert, huldigen die Augsburg-Punks nun einem gewissen "CIZARIS ULCIAS". 

Wer mag das sein? Ein bisher unbekannter, spätrömischer Bierkutscher, der den Göttern hiesiger Brauereien huldigte? Oder vielleicht ein rebellischer Legionär, der es leid war, tagaus tagein am Ulrichsplatz Sandalen zu polieren und stattdessen lieber ein bisschen mit dem Bimsstein Motive kratzte? 



Brecht goes Bio: Das neue Plakatmotiv für das Brecht-Festival Augsburg sorgt für Aufsehen. Der Dichter, bekannt für seinen Blick durch die Dinge hindurch, verschmilzt hier ganz mit der Natur. Ein klares Statement gegen Luftverschmutzung und für mehr Grün in der Stadt! Wer ihn nicht sieht, hat ihn einfach nicht verstanden."



Augsburg 2030: Die „Fahrradstadt“ ist Realität. Da Parkplätze für Räder Mangelware sind, müssen Radfahrer kreativ werden. Hier sehen wir die innovative „Türgriff-Halterung“ für Helme – platzsparend, praktisch und garantiert diebessicher... solange niemand die Tür öffnet.



"Noch etwas Geduld – es wird mega!", verspricht das Plakat am Augsburger Hauptbahnhof. Ein satirischer Grins-Mann in Warnweste und Laptop wirbt für das Unmögliche: die Fertigstellung der Baustelle. Die Ironie ist spürbar, denn kein Augsburger glaubt mehr an ein Ende des Dauerprojekts. Das Plakat wird so zur Karikatur der eigenen Verzögerungstaktik.


"Wozu brauchen wir Lastwagen für Kunstausstellungen, wenn wir DIESES Biest haben? Es trotzt dem Wind, dem Wetter und dem Mangel an Parkplätzen. Unsere Geheimwaffe gegen Kulturlosigkeit: Der Kult-Kurier auf drei Rädern.

Romantik trifft Kabel Salat

​In der Schwabenmetropole Augsburg blüht jetzt die Energiewende. Am Obstmarkt wurde eine E-Ladesäule idyllisch zwischen zwei Rosensträuchen platziert. Während der Akku lädt, duftet es herrlich nach Botanik. Wer beim Einstecken an den Dornen hängen bleibt, spürt die Faszination Elektromobilität hautnah.


Endlich bringt die Stadt Augsburg Natur zurück auf den Königsplatz! Eine Freiluftausstellung zeigt beeindruckende Großaufnahmen von unberührten Landschaften und bedrohten Arten. Ein Muss für jeden Naturfreund – und eine gelungene Ablenkung von der tristen Realität.


Willkommen am Augsburger Stadtmarkt, der neuesten Freiluft-Installation im modernen Minimalismus. Vergessen Sie überteuerten Käse und Bio-Gemüse – hier wird roher Beton und feinster Bauschutt kredenzt. Ein Performance-Künstler in Warnweste (links im Bild) inszeniert stundenlang das meditative "Händeringend-Umschauen-ob-schon-Mittag-ist". Sein Kollege im Bagger (rechts) übt sich in millimetergenauem Nichtstun, um die Statik des Sandhaufens nicht zu gefährden. Der Sakura-Laden im Hintergrund sorgt für asiatischen Flair: 'Warten auf Godot' trifft auf 'Bauverzögerung'. Einfach nur Zen.


Ein Denkmal für die gescheiterte Wertstofftrennung: Der Mülleimer am Platz der Stadtbücherei Augsburg. Einst stolzes Symbol urbaner Ordnung, präsentiert er sich heute als avantgardistisches Kunstwerk der Zerstörung. Seine deformierte Gestalt trotzt dem Diktat der Funktionalität und kündet von den rohen Kräften, die im Augsburger Nachtleben walten. Ein wahres Kleinod für Liebhaber des gepflegten Vandalismus.


Montag, 21. September 2026

Skurriles Kanu-Rennen auf dem Eiskanal!

 

Originell: Im Sarg als Kanu den Eiskanal runterpaddeln.
(Bild: AI und AL)


Wettpaddeln im Holzsarg: Der Eiskanal erlebt die verrückteste Wildwasser-Regatta des Jahres

​Wo sonst die Weltelite des Wassersports um hundertstel Sekunden kämpft, wurde es neulich gewohnt spritzig, aber überraschend morbid. Bei strahlendem Herbstwetter versammelten sich Tausende Schaulustige an den Tribünen am Eiskanal, um ein Spektakel der besonderen Art zu verfolgen. Das erste internationale Wildwasser-Sarg-Rennen lockte das Publikum zu den wagemutigen Paddlern, die sich in massiven Eichenkisten die tosenden Fluten hinabstürzten.

​Der anspruchsvolle Parcours auf den wilden Wellen verlangte den Athleten in den schwimmenden Särgen alles ab. Zwischen brausenden Walzen, künstlichen Strudeln und den wuchtigen Betonhügeln im Kanal mussten die Kanuten beweisen, dass man auch ohne klassisches Kajak nicht sofort untergeht. Die massiven Holzkonstruktionen boten zwar exzellenten Rammschutz gegen die harten Betonelemente, erwiesen sich in den engen Kehrwässern und Wirbeln jedoch als erstaunlich schwerfällig. 

Die Idee für die Sarg-Kanus kam von Hannes Eigegner, dem neuen Star der Freien Wähler (FW) Augsburg. Schon länger wurde dem firschgebackenen Stadtrat vorgeworfen, dass er keine Ideen liefere. Eigegner sah neidisch das spektakuläre Plastikentenrennen im Augsburger Eiskanal, das viel Publikum anzog. Da machte es Klick bei ihm! "Das können wir auch", dachte er sich. "Wozu haben wir jetzt einen Bestatterin als Anführerin in unseren FW-Reihen?" Gesagt getan, er sprach mit Susanne Bössner, die sich eine Bestattungsfirma zugelegt hat. "Wir bräuchten einige Särge von dir", meinte er zu ihr. "Dann bauen wir die als Kanu um und machen ein sensationelles Sarg-Kanu-Rennen auf dem Eiskanal." 

FW-Stadtrat Hannes Eigegner hatte die fantastische Sarg-Kanu-Idee. 


Völlig geheim waren die Vorbereitungen. Als die Pressemitteilung rausging, war die Sensation da. Sowas hatte es in Augsburg noch nie gegeben. Ja, es gab schon Bestatter, die auf Fußball-Trikots Werbung machten. Oder einen Stadtrat, der sich zur Wahlwerbung in eine Urne zwängte. Aber das wars schon. 

​Besonders an der berüchtigten Verengung des Eiskanals nahe der Zuschauerränge kam es beim ersten Sarg-Kanu-Rennen auf dem Eiskanal zu turbulenten Szenen, als gleich drei Särge gleichzeitig versuchten, die Strömung optimal zu nutzen,. Dank doppelter Dichtungen und wetterfester Schwimmwesten blieben alle Sportler unversehrt, auch wenn der eine oder andere Paddler nach einer Kenterung eine unfreiwillige Taucheinheit absolvieren musste.

Das Team «Die Unsterblichen» sicherten sich mit einem waghalsigen Tempo auf den Wellen den begehrten Sieger-Pokal.

Eigegner und seine Freien Wähler zeigten sich begeistert von der Mega-Resonanz und planen bereits eine Wiederholung für das kommende Jahr.

P.S.: Touri-Boss Götz Eck war so begeistert, dass er die Sarg-Kanus auch in der Augsburger Kahnfahrt einsetzen will.

Susanne Bössner spendierte als Bestatterin und FW-Vorsitzende in Augsburg die Särge, die zu Kanus umgebaut wurden.


Freitag, 7. August 2026

Der große Marsch von Eva Weber in die kommunalpolitische Entschleunigung

 

Erfreuliche Meldung aus dem Augsburger Promi-Magazin Augsburg-Journal.
(Doku-Shot)

Augsburgs ehemaligen Entscheidungsträgern ist wahrlich kein Weg zu weit, wenn es um das eigene Wohlbefinden geht. Nach geschlagenen 15 Jahren im dauerhaften Dauerlauf des örtlichen Ratsbetriebs hat die frühere Oberbürgermeisterin Eva Weber die Turnschuhe geschnürt, um den wohlverdienten Abstand zu Debatten, Anträgen und Sitzungsprotokollen zu gewinnen, wählte sie keine halben Sachen. Auf dem berühmten «Camino Portugués» legte sie beachtliche 273,7 Kilometer zurück. Die Strecke führte bei angenehmer Meeresbrise von Porto direkt nach Santiago de Compostela.

Ganze zwei Wochen lang herrschte wohltuende Stille auf den Pfaden entlang der Küste. Ein Luxus, den man in der Kommunalpolitik wohl nur selten genießen darf. Statt hitziger Wortgefechte prägten nun Ruhe, Schrittfolge und eine neue, etwas kürzere und blondere Frisur das Tagesgeschehen.

Erleuchtungen blieben zwar aus, doch die Genugtuung über die geschaffte Strecke überwog. Nach dieser geglückten Generalprobe zieht es die Ex-Augsburg-Chefin nun wieder in die Heimat, wo sie fortan auch auf hiesigen abgelegensten Fußwegen wandeln und meditativ pilgern möchte. Schließlich wusste schon Goethe ganz genau, dass man nur dort wirklich gewesen ist, wo man zu Fuß war.

In Augsburg wird man den sportlichen Rückzug der einstigen Rathausspitze jedenfalls mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen. Der langsame Start in den neuen Lebensabschnitt ist jedenfalls geglückt.

Sonntag, 21. Juni 2026

Sonntags-Bildla


Da rollt sie dahin, die personifizierte Bescheidenheit auf vier Rädern vorm Augsburger Nobel-Hotel Maximilian's. Fünf Meter geballter Premium-Stahl blockieren majestätisch die schwäbische Prachtstraße, während ein einsames, leicht zerzaustes Deutschland-Fähnchen im Fahrtwind flattert. Ein Hauch von diplomatischem Corps im Berufsverkehr, mindestens. Wer braucht schon ein politisches Amt, wenn er den wendekreis-optimierten Patriotismus im XXL-Format durch Augsburg steuern kann? Ein stolzer Verfechter der hiesigen Automobilkunst, der mit jedem Zentimeter Hubraum und jedem Millimeter Flaggenstoff zeigt: «Seht her, ich rette die Wirtschaft ganz allein.»


Die St. Anna-Kirche lockt heiratswillige Romantiker mit einem mathematischen Geniestreich. Der 26.06.2026 steht dick im Kalender der geschichtsträchtigen Brecht-Stadt, ein Tag wie gemeißelt für die Ewigkeit und die chronische Vergesslichkeit des Gatten. Wer hier das Jawort spricht, sichert sich die ultimative Ausrede für alle kommenden Ehejahre. Dieses numerische Meisterwerk brennt sich ins Gedächtnis ein, bevor der Alltag zuschlägt. Die Kirche bietet das perfekte Rundum-Sorglos-Paket aus göttlichem Segen und absolut krisensicherer Eselsbrücke, da wird die Traumhochzeit in Augsburg zum Selbstläufer. Das ist der Schnapszahl-Himmel über Augsburg



Ein modisches Statement, das so viel Lebensfreude ausstrahlt wie ein grauer Novembertag am Lech: Der Jutebeutel in tiefstem Schwarz präsentiert die stolzen Augsburger Wahrzeichen mit einer visuellen Wucht, die jeden Umweltschützer erblassen lässt. Perlachturm und Rathaus verschmelzen auf dem faden Canvas-Stoff zu einer düsteren Silhouette, die perfekt zum traditionellen Granteln der Einheimischen passt. Wer dieses textile Meisterwerk durch die Brecht-Stadt trägt, beweist wahren Mut zur maximalen Unauffälligkeit. Ein treuer Begleiter für den Wocheneinkauf, der lautlos flüstert: «Ich war in Augsburg, aber schön war es nicht.» Dieser Stoffbeutel ist das textile Grauen der schwäbischen Bescheidenheit.



Während drinnen im Bio-Bäcketei-Laden der Sauerteig nach alter Väter Sitte stundenlang reift und jedes Dinkelbrötchen von Meisterhand geformt wird, wacht draußen der Endgegner der Nachhaltigkeit. Ein stolzer Plastikblumen-Topf trotzt eisern jedem biologischen Wandel und strahlt eine unbändige, erdölbasierte Lebensfreude aus. Das ist echte schwäbische Konsequenz in Augsburg, drinnen wird die Natur verehrt, draußen bleibt die Dekoration für die Ewigkeit staubfrei. Ein textiles Blütenwunder, das den Kunden der Biobäckerei lautlos zuruft: «Unsere Backwaren sind frisch, aber unsere Flora hält bis zur Apokalypse.» Das ist eben die ewige Blüte des Bio-Handwerks.



Mitten im lebendigen Augsburger Nahverkehrstrubel inszeniert ein Mann die absolute Entschleunigung: Flankiert von zwei gertenschlanken, braunen Windhunden thront er am Brunnen des Königsplatzes, als wartete er auf den herzoglichen Jagdauftritt statt auf die Linie 1. Die eleganten Vierbeiner blicken mit herablassender Noblesse auf die herbeieilenden Brunnen- und Fahrgäste, während ihr Besitzer die schwäbische Gelassenheit zelebriert. Ein Hauch von englischem Landadel im Herzen von Augsburg, perfekt platziert zwischen Asphalt und plätschernder Kulisse, der den Vorbeieilenden zeigt, wie wahrer Luxus ohne Zeitmanagement aussieht.



Hinter den Kulissen eines Augsburger Lokals wartet das wahre Fundament der hiesigen Kulinarik. Eine majestätische Palette mit rund 50 Kübeln lässt den hungrigen Betrachter zunächst an eine anstehende Renovierung im Gastraum denken. Doch der zweite Blick offenbart die schockierende Wahrheit, hier lagert keine Wandfarbe, sondern feinste Mayonnaise im industriellen XXL-Format. Ein wahres Kunstwerk der Systemgastronomie in Augsburg, das die Soßenkultur auf ein völlig neues, cremiges Niveau hebt und dem Spaziergänger zeigt, dass wahre Geschmackserlebnisse vor allem eines brauchen: Das weiße Gold der Hinterhof-Gastronomie!


Ein Hauch von Istanbul weht durch die Augsburger Architekturgeschichte. Am markanten Hotelturm, der kühn zur Olympiade 1972 in den Himmel gezogen wurde, prangt unübersehbar eine leuchtend rote türkische Flagge. Das moderne Wahrzeichen von Augsburg, im Volksmund liebevoll als Maiskolben tituliert, mutiert damit endgültig zum globalen Botschafter der Völkerverständigung. Ein wunderbares Symbol für den kosmopolitischen Geist der Brecht-Stadt, das den Betonriesen der Siebziger mit orientalischer Pracht auffrischt und den Passanten im Vorbeigehen signalisiert, dass gelungene Integration im Olympiajahr 2026 längst auch eine Frage der richtigen Schwindelfreiheit ist.



Mitten im idyllischen Wittelsbacher Park offenbart sich Spaziergängern ein rätselhaftes Monument moderner Stadtgestaltung. Ein einst unbescholtenes Parkschild wurde kurzerhand in die Vereinsfarben Rot, Grün und Weiß getaucht, um ein monumentales mathematisches Rätsel in die Welt zu setzen. Die kühn aufgesprühte Kombination »19 07« lässt den unbedarften Flaneur in Augsburg zunächst an das Mindesthaltbarkeitsdatum des Rasens denken. Doch der wahre Kenner durchschaut das Werk sofort:  Das ist die Die hohe Kunst der unvollendeten Fankultur



Zwei Augsburger Kreative, Heinz und Arno, zeigen, dass wahrer Durchblick vor allem eine Frage des Gestells ist. Auf den Nasen thronen zwei optische Meisterwerke, die jedem Underground-Künstler die Tränen in die Augen treiben würden. Links dominiert das zeitlose Flieger-Modell im XL-Format, das genug Glasfläche bietet, um die gesamte Brecht-Stadt im Blick zu behalten. Rechts kontert die markante, tiefschwarze Nerd-Brille, die jedem kreativen Gedanken sofort den passenden, intellektuellen Rahmen verleiht. Zusammen bilden diese Sehhilfen das wohl schärfste intellektuelle Duo der lokalen Kunstszene, das garantiert kein Detail übersieht.



Der unermüdliche Hüter der schwäbischen Reinheit, ein einsamer Held der Großstadt zieht täglich durch Augsburg und führt einen erbitterten Krieg gegen den fast unsichtbaren Schmutz. Bewaffnet mit einer meterlangen Holzzange vollführt er einen eleganten Balanceakt der Sauberkeit, bei dem selbst das mikroskopisch kleinste Papierfitzelchen keine Chance auf Asyl im öffentlichen Raum hat. Mit der Präzision eines Neurochirurgen schnappt die Zange zu, bevor die Beute triumphierend im treuen Abfallkübel verschwindet. Ein faszinierendes Schauspiel der Gründlichkeit, das den Passanten in Augsburg täglich vor Augen führt, dass wahrer Patriotismus im absolut krümelfreien Pflaster liegt.



Das sind kulinarische Kontraste in Augenhöhe. Ein Schnappschuss der absoluten Spitzenklasse offenbart die wunderbare Ironie des urbanen Alltags. Da seht eine junge Frau am Straßenrand und löffelt völlig tiefenentspannt ihren minimalistischen Joghurtbecher aus, während direkt vor ihrer Nase die rollende Gourmet-Müllabfuhr vorbeirauscht. Ein gewaltiger Lastwagen blockiert das Sichtfeld, der unübersehbar und lautstark für »Gastro-Entsorgung auf höchstem Niveau« wirbt. Mehr kulinarischer Kontrast geht kaum in Augsburg. Während drinnen die Reste der Sternegastronomie stilvoll beseitigt werden, wird draußen das Plastikbecher-Frühstück zelebriert. Ein Fest für jeden Feinschmecker.


Die Augsburger Buchhandlung am Obstmarkt entpuppt sich als Epizentrum der Weltpolitik. Zwischen staubigen Klassikern tauchte völlig überraschend das geheime Tagebuch von Donald J. Trump auf, das ein völlig neues Licht auf die Brecht-Stadt wirft. Darin enthüllt der Meister des Deals im unnachahmlichen Stil seine angeblichen, absolut gigantischen Beziehungen zu Augsburger Frauen. Jede Begegnung sei »huge« und »tremendous« gewesen, weit intensiver als jede Verhandlung im Weißen Haus. Ein literarischer Paukenschlag in Augsburg, der die lokale Damenwelt in Atem hält und beweist, dass die wahre Diplomatie schon immer in der schwäbischen Provinz entschieden wurde.



Wie auf unserem Foto, entstanden in einem Augsburger Supermarkt, zu sehen ist, nimmt dieser Globetrotter die Reisevorbereitung absolut ernst. Voll bepackt mit einem gewaltigen Trekkingrucksack und einer Isomatte hat er das wichtigste Basislager vor der großen Tour angesteuert. Der Leergutautomat wird zur letzten Station vor der Wildnis. Wer braucht schon den Jakobsweg, wenn das wahre Abenteuer im systematischen Einsortieren von klebrigen Flaschen liegt? Finanziert wird der nächste Trip natürlich über das angesammelte Dosenpfand, das lautlos raunt: »Der nächste Urlaub ist gesichert.« Ein faszinierender Anblick in Augsburg, der zeigt, dass jede weite Reise mit dem passenden Einwurf beginnt. Das ist die große Pfand-Expedition vor der Weltreise.



Romantik mit industrieller Übersetzung: Die absolute Dämmerungs-Romantik bricht herein, während sich das Augsburger Liebespaar am gestauten Lech dem sanften Rauschen des Wassers hingibt. Statt eines klassischen Picknickkorbs trennt die beiden jedoch ein massives, eisernes Zahnrad, das majestätisch aus dem Beton ragt. Ein Hauch von industrieller Revolution am Hochablasst, der dem Rendezvous den passenden Pragmatismus verleiht. Ein faszinierendes Schauspiel an den Ufern von Augsburg, das zeigt, dass die ganz große Leidenschaft manchmal eben eine Frage der richtigen Übersetzung ist.



Bei der literarischen Soirée an der idyllischen Augsburger Kahnfahrt wird den Gästen einiges an ästhetischer Offenbarung geboten. Während die erotischen Gedichte von Bert Brecht den Abend erhitzen, sorgt ein rot-karierter, offener Sommer-Schuh für das passende, textile Pendant. Das gewagte Schuhwerk zeigt derart viel nackte Haut, dass die Grenzen zwischen Kunstgenuss und anatomischer Freizügigkeit im Nu verschwimmen. Ein wunderbares modisches Statement in der Brecht-Stadt, das die provokante Natur des Dichters perfekt aufgreift und den Zuschauern im Vorbeigondeln signalisiert: »Wahre Poesie braucht eben keinen doppelten Boden, sondern vor allem eine krisensichere Fußpflege.«


Ein stadtplanerischer Geniestreich par excellence, die mobile Schattenhaube des Rathausplatzes, begeistert die Gemüter in Augsburg. Weil der weitläufige Rathausplatz traditionell an sauheißen Sommertagen mit einer Überdosis Pflaster statt kühlendem Grün glänzt, wurde kurzerhand die markante Turmhaube des Perlachturms demontiert. Nun fungiert die historische Kupferkuppel als monumentaler XXL-Sonnenschirm direkt auf dem Pflaster. Ein faszinierendes Schauspiel Augschburger Pragmatismus, das den hitzegeplagten Bürgern zeigt: »Wer braucht schon schattige Bäume, wenn er unter echtem Renaissance-Kulturgut schwitzen kann?« Ein genialer Schachzug für die Bürger einer glühenden Metropole.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Stadtrat Jurca macht Superwitz!


Äußerst humorvoll als Stadtrat: Andreas Jurca.

Zuschuss egal, weil ...


Man kennt das Problem aus dem modernen Alltag bei der Arbeit. Kaum hat man sich an das neue Gerät gewöhnt, ist es auch schon wieder weg. Während normale Angestellte in der Schwabenmetropole Augsburg bei Fehlern im Rechner den Kundendienst anrufen, wählt Stadtrat Andreas Jurca von der AfD vermutlich direkt den Notruf. Bei der Aussprache über neue Dienst-Rechner für die Stadträte glänzte der Volksvertreter mit erfrischender Gelassenheit beim Geld. Die Summe für den Einkauf sei ihm völlig egal, denn seine Rechner würden "ohnehin regelmäßig von der Polizei mitgenommen."

Flüchtiges Eigentum ...


Hinter dieser humorvollen Äußerung steckt echte Augsburger Kriminalgeschichte. Im Zuge von Ermittlungen rund um einen vermeintlichen Prügel-Angriff und Unstimmigkeiten bei der Auswertung von Spuren und anderen Vorwürfen sammelte die Staatsanwaltschaft die elektronischen Geräte des Stadtrats bereits beharrlich ein. Wenn die Justiz also ohnehin für den ständigen Wechsel der Geräte sorgt, warum sollte man sich da mit lästigen Preisschildern aufhalten? Für Jurca ist der Rechner kein dauerhaftes Werkzeug für die Arbeit, sondern eher ein flüchtiges Stück Eigentum auf Zeit.

Beamten werden entlastet ...


Die Augsburger Abteilung für die Rechnertechnik in der Stadtverwaltung darf sich nun auf ein ganz neues Modell beim Einkauf einstellen. Es gilt nun bald das Prinzip der vom Staat betreuten Kurzzeit-Leihgabe. Man darf gespannt sein, ob die neuen Geräte direkt in der praktischen, durchsichtigen Verpackung für die Beweismittel-Kammer geliefert werden. Das spart den Polizei-Beamten beim nächsten Besuch zumindest das Einpacken.

Dienstag, 26. Mai 2026

Die geniale Leere im Augsburger Stadtbild

 


Wer braucht schon GPS oder bunte Papierkarten, wenn er das absolute Nichts haben kann? In Augsburg beweist ein leerer Rahmen beim Oblatter Wall gerade, wie moderne Orientierung funktioniert. Wo früher eine detaillierte Straßenkarte mit allen Sehenswürdigkeiten der Schwabenmetropole Augsburg prangte, blicken Passanten heute auf eine bemerkenswerte Leere. Das ist kein Versehen. Das ist minimalistische Konzeptkunst im öffentlichen Raum.

Der gläserne Rahmen ohne Inhalt lädt zu einer tiefgründigen philosophischen Reise ein. Ohne die störende Ablenkung durch Straßennamen oder Symbole für historische Bauwerke wird der Betrachter ganz auf sich selbst zurückgeworfen. Man steht vor der großen Frage: Wo bin ich eigentlich und wenn ja, wie viele Kurven muss ich bis zum Rathausplatz gehen? Es ist die ultimative Entschleunigung für Touristen und Einheimische. Man verläuft sich nicht mehr nach Plan, sondern völlig ungezwungen und individuell.

Gleichzeitig schont das visionäre Informationskonzept die städtischen Nerven. Keine veralteten Baustellenhinweise, keine verblichenen Farben und vor allem keine Verwirrung durch zu viele Pfeile. Der leere Rahmen fügt sich perfekt in das charmante Stadtbild ein. Er zeigt uns Augsburg in seiner reinsten Form: offen für Interpretationen und absolut wartungsarm. Dazu fördert es noch die zwischenmenschlichen Kontakte. Wer den Weg zum weltberühmten Brecht-Haus sucht, muss eben  die freundlichen Passanten fragen ...

Montag, 18. Mai 2026

Das sagt ein kluger Mensch zur Bayern-Hymne: "Lied für bierselige Winsler!"

 


Schüler und Schülerinnen in Bayern sollen auch die Bayern-Hymne singen. Wir fragten Deutschlands klügste Menschen, was sie von der Bayern-Hymne halten.

Immanuel Kant (Philosoph aus Königsberg): «Eine Hymne, die den Untertanengeist so süßlich feiert, lässt jede autonome Vernunft schaudernd im Grabe rotieren. Wahre Pflicht entspringt dem moralischen Gesetz in uns, nicht dem kollektiven Schunkeln für Krone und Altar.»

Angela Merkel (ex-Bundeskanzlerin): «Das ist natürlich eine interessante Aneinanderreihung von Tönen, die man in München für Staatskunst hält, aber wir müssen das jetzt eben so zur Kenntnis nehmen, ohne gleich in Ekstase zu verfallen. Wenn die bayerische Eigenart meint, ihre Autonomie durch das Absingen von sakralem Liedgut auf dem Niveau eines CSU-Parteitags zu zelebrieren, dann ist das im föderalen Gefüge zwar rechtlich zulässig, für die gesamtdeutsche Effizienz jedoch wenig hilfreich. Wir fahren damit jedenfalls auf Sicht und ich sehe im Moment keinen zwingenden Grund, dieses ritualisierte Schunkeln zu einer bundesweiten Leitkultur erheben zu lassen.»

Friedrich Nietzsche (Philosoph): «Dieses kriecherische Winseln nach göttlichem Schutz ist der Gipfel der Sklavenmoral, die sich im bierseligen Trott selbst berauscht. Wer die Ewigkeit im weiß-blauen Herrgottswinkel sucht, hat den Mut zum Übermenschen längst im Hofbräuhaus ertränkt. Ein Lied für brave Schafherden, das die bleierne Schwere des deutschen Geistes perfekt vertont, statt frei zu tanzen.»

Shirin David (Rapperin):
«Wer zieht sich im Jahr 2026 bitte freiwillig diesen verstaubten Trachten-Vibe rein, der klingt, als hätte jemand eine Überdosis Kirchen-Chor auf einen schlechten Marsch-Beat gelegt? Ihr fleht da im Chor um göttlichen Schutz für eure heilige Erde, aber am Ende des Tages reicht euer ganzer bayerischer Flex nicht mal über die Landesgrenze hinaus. Packt eure Blasinstrumente ein und lasst den Autotune weg, denn dieses kriecherische Untertanen-Geleier holt heute safe niemanden mehr hinter dem Ofen hervor!»

Johannes Most (Anarchist aus Augsburg): «Da winselt das bayerische Stimmvieh im Chor um den göttlichen Segen für seine eigenen Unterdrücker, während der König und die Pfaffen sich ins Fäustchen lachen. Diese weiß-blaue Schunkel-Hymne ist nichts als das akustische Opium für ein Volk, das seine Ketten anscheinend besonders gerne im Takt der Blasmusik schüttelt. Statt andächtig für die Erhaltung der Scholle zu plärren, sollte man diese verlogene Herrschaftshymne mitsamt den Thronen in die Luft jagen, damit endlich Platz für die Freiheit entsteht.»


Text der Bayern-Hymne:
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Erste Strophe

«Gott mit dir, du Land der Bayern,
deutsche Erde, Vaterland.
Über deinen weiten Gauen
ruhe deine Segenshand.
Er behüte deine Fluren,
schirme deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben
seines Himmels, weiß und blau.»

Zweite Strophe

«Gott mit uns, dem Bayernvolke,
dass wir, in der Väter Wert,
fest in Eintracht und in Frieden
bauen unseres Glückes Herd.
Dass mit Deutschlands Bruderstämmen
wir in Liebe treu uns nah'n,
dass der alte Ruhm bewähre
sich auf unserer Banner Bahn.»

Sonntags-Bildla

  Vom Zeitungs-Aus ins TikTok-Paradies: Einst brüllte Klaus Müller das Theaterpublikum in Grund und Boden, ehe er als Karikaturist der lokal...