Donnerstag, 12. November 2015

Wird Augsburger Theater gesprengt statt renoviert?

Seit einigen Tagen wissen wir von einer Organisation, die durch eine Sprengung des Augsburger Theaters unserer Stadt hohe Millionenkosten für die Sanierung ersparen will. 


Adolf H. mit begeisterten Theater-Freunden vor dem Augsburger Theater:
"Wenn ich was sprenge, aber dann volle Pulle!"

Dagegen sind die Kosten für das Panther- und das FCA-Stadion nur mickrige Peanuts. 

Schneidet mit dem überdimensionierten gigantischen Theaterneubau die Augsburger Akademiker-Schicht ein zu großes Stück vom Steuerkuchen für sich ab? 

Wir haben in einem dunklen Bunker mit Kapturak, dem 1. Sekretär des Komitees Subversiver Widerstand Augsburg (SWA) und Anführer der neuen Bürger-Initiative "TNT-Theater-Weg!" exklusiv gesprochen.


Augsburger Stadtrat beim Planen des neuen Theaters.



ASZ-Frage: Hallo, Herr Kapturak, Sie gehören zu einer neuen Ini, Sie wollen das schöne Augsburger Theater in die Luft jagen, meinen Sie das im Ernst?

SWA-Kapturak: Sind Sie der Löb?

ASZ-Frage:  Nein, die urkainische Putzfrau!

SWA-Kapturak: Oh, Verzeihung Madame. Also, ja, Sie haben Recht, ich bin Kapturak und wir werden das Gebäude in die Luft jagen, um es etwas volkstümlich auszudrücken.

ASZ-Frage:  Aber warum? Es soll doch jetzt saniert werden, unser schönes Theater, um die kulturelle Bildung unserer Bürger optimal zu gestalten. Sagt doch auch die Grüne Mutius. Da gibts keine Alternative. Egal was es kostet. Schließlich sind die Grünen mal angetreten um die deutsche Theaterwelt zu verbessern.
Man schaut in ein Loch ohne Boden.
Eine Baustelle die viel Geld verschlingen wird.

SWA-Kapturak: Sanieren ist Kassieren. Das steckt dahinter. Davon halte ich wenig. Es muss Bumm machen! Das ist auch eine Kunst, so einen Nazi-Bau fachgerecht zu Staub zu machen. Wurde ja alles sehr massiv gebaut. aber das kriegen wir hin.

ASZ-Frage:  Sie wissen schon, dass in Augsburg das Sprengen von Gebäuden nicht immer sehr glücklich verlief. Denken wir mal an den Ludwigsbau der der Kongresshalle weichen musste, den bzeichnete man als baufällig, aber der hielt einige Sprengungen durch ... komisch, gell.

SWA-Kapturak: Reden Sie kein Blech. Es war ja sogar einmal geplant eine Atombombe auf die Stadt zu werfen.

ASZ-Frage:   Dafür haben wir doch Gundremmingen, warum sprengen Sie das nich?

SWA-Kapturak: Gundremmingen zerstören, das ist zu normal. Das macht unsere Claudia Roth allein mit iher Handtasche. Man muss einfach radikal und radikaler sein.  Das hat doch der Zagler auch gefordert, dass das Theater gesprengt wird.

ASZ-Frage:   Das ist mir neu. Ich dachte der Zagler wird der neue Intendant im neuen Ausburger 250-Millionen-Euro-Theater. Der hats doch drauf mit Dramatik und Schauspiel, oder?

SWA-Kapturak: Zagler ist Sprengmeister. Zuvor war er Skalpjäger.

ASZ-Frage:   Sie führen da ja ketzerische Reden, aber jetzt mal im Ernst, wie wollen Sie das anstellen mit der Theater-Sprengung?

SWA-Kapturak: Also ... das ist so ... hören Sie zu?

ASZ-Frage:   Ja, nur weiter!

SWA-Kapturak: Da werden Tonnen in den Keller des Theaters verbracht und in den Tonnen ist TNT und dann wird es eben ... also ... angezündet oder so... und dann ist es eben aus .. .dann stürzt das Gebäude ein ... das kennt man doch ...

ASZ-Frage:  Haben Sie eigentlich schon Sprengerfahrung mit größeren Gebäuden?

SWA-Kapturak: Ja...

ASZ-Frage:   Womit denn?
Kleine Bildungsbürger werden besonders
gern im Augsburger Theater begrüßt.

SWA-Kapturak: In der Curt-Frenzel-Straße haben wir heute eine Sprenung vorgenommen. Lief sehr gut. Da hat sich einiges bewegt. Zum letzten Mal allerdings.

ASZ-Frage:   Doch hoffentlich nicht diese schöne Bronze-Lady? Ein Weltkultur-Erbe. Wenn das Augsburger Theater, eines der besten der Welt, wie jeder Theater-Experte weiß, mit seinem Dreischmarrenprogramm in Schutt und Asche liegt, dann werden Sie es bereuen, keine herrlich erbauende Oper und kein erotisches Ballett mehr ...

SWA-Kapturak: Dann wird Augsburg ein Touristenmagnet

ASZ-Frage:  Ohne Oper?

SWA-Kapturak: Ohne alles

ASZ-Frage:   Und die schönen Schauspiele, die die ganze Welt bewegen ...? Die haben wir dann auch nicht mehr. Dann wird uns Aichach und Zusmarshausen überholen ... wollen Sie das wirklich?

SWA-Kapturak: Zusmarshausen ist eine lebenswerte Stadt.

Wird auch unser Murksle eine eigene Loge im neuen Theater bekommen?

ASZ-Frage:  Für mich sind Sie ein Wahnsinniger ...

SWA-Kapturak: Wer zicken macht, wird in die Luft gesprengt

ASZ-Frage:  Haben Sie dafür schon eine Genehmigung vom Ordnungsamt?

SWA-Kapturak: Wir haben in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden daran gearbeitet.

ASZ-Frage:  Womöglich wird das nahe Verwaltungsgebäude von Patrizia samt Vapiano eingestaubt bei so einer gwaltigen Sprengung, haben Sie das bedacht?
Augsburg und das Theater.
Eine Angelegenheit,
die den einen oder anderen zutiefst bewegt.

SWA-Kapturak: Sondermüll - weg damit!

ASZ-Frage:
   Und das Gericht ist ja auch in der Nähe, dann kann doch die Justiz im Staub keine gerechten Urteile mehr fällen. Wäre ja alles nur noch Theater ...

SWA-Kapturak: Justitia requisit in pace.

ASZ-Frage:   Äh, wie? auch recht. Wir wollen von ihnen nur noch wissen, wie wohl die Augsburger Medien auf ihre Theater-Sprengung reagieren werdem

SWA-Kapturak: Die AA wird zu bedenken geben, dass durch die Sprengung der Verkehr behindert wird und dadurch der Handel leidet ... Das Augsburg-Journal wird schreiben welche Augsburger Pseudo-Promis bei unserer Sprenung starben...

ASZ-Frage: Und die DAZ vom Zagler?

Wie reagieren die Theater-Manager auf die bevorstehende Sprengung?

SWA-Kapturak: Die DAZ wird einen Kommentar schreiben in dem sie verkündet, dass sie von der Sprengung schon seit Jahren wusste und dass wir beim Herausgeber um Rat gefragt haben.

ASZ-Frage: Was schreibt die Neue Szene?

SWA-Kapturak: Die wird eine launige Kunstbetrachtung der Trümmer bringen...

ASZ-Frage:  Aha, und welchen Käse wird die Augsburger Skandal-Zeitung verbreiten, na?

SWA-Kapturak: Die ASZ wird Fotos von Peter G. bringen ... der im Glanz der Flammen mit Anna T. rummacht auf der Bühne.

ASZ-Frage:   Ihnen ist aber schon klar, dass dann ein Massensuizid nach der Berichterstattung kommen wird.

SWA-Kapturak: Hoffentlich.

Adolf H. wünscht sich viel Wagner mit vielen Toten
auf der Opernbühne. Aber nix Multikulturelles.

ASZ-Frage:  Wir nehmen an, dass sich 95 Prozent der Theatergemeinde entleiben werden.

SWA-Kapturak: Das wäre ein Anfang

ASZ-Frage:   Und die Besucher des Opernballs würden sich im Stempflesee ersäufen, das können Sie doch echt nicht wollen. das sind die besten Mitglieder unserer bürgerlichen Gesellschaft

SWA-Kapturak: Oh ... nein ... der Stempflesee .. .ist doch viel zu klein, Kuhsee, ja, aber im Stempföesee ertränken ... das wäre grotesk

ASZ-Frage:  Ihr Zynismus ist ja krankhaft, wir werden jetzt gleich mal unserem OB Gribl Bescheid sagen, was Sie Schlimmes mit unserem schönen Theater vorhaben

SWA-Kapturak: Der wird gerade ihnen sicher seine ganze Aufmerksamkeit schenken. Der wird es ihnen in die Schuhe schieben..wie damals beim Reichstagsbrand. Hauen Sie lieber ab - in unserer schönen Stadt wird es erstmal ungemütlich...

ASZ-Frage:   Wie siehts mit der Bürgerbeteligung aus, sind Hummel, Schafitel und diese Oberhauser Angelika dabei?


Wird hier schon Sprengmaterial verlegt?

SWA-Kapturak: Schafitel wird die Revolution ausrufen und auf dem Rathausplatz wird eine ... eine ... wie heisst das ... stehen ...

ASZ-Frage:  Dings?

SWA-Kapturak:  Ja ... dieses Dings...

ASZ-Frage:  Wirklich?

SWA-Kapturak: Ja. das wird der Stadt gut tun

ASZ-Frage:   Jetzt übertreiben Sie. was würde denn unser Brecht Bertl zu ihrem wahnsinnigen Vorhaben wohl sagen?

SWA-Kapturak:  Er würde kichern wie ein kleines Mädchen

ASZ-Frage:   Und Mozart?
Darf so ein Theater auschauen?

SWA-Kapturak:  Mozart würde lachen ... und mit irren Augen in den Feuerschein starren!

ASZ-Frage:   Und Fugger?

SWA-Kapturak: Fugger würde erstmal rechnen was die Sprengung und die Folgen kosten und ob er sein TNT nicht doch zu billig verkauft hat.

ASZ-Frage:  Und diesel?

SWA-Kapturak:  Diesel würde sich ins Meer stürzen

ASZ-Frage:   Und Helmut Haller?

SWA-Kapturak:  Haller würde zufrieden auf einem Baum sitzen

ASZ-Frage:   Und Roy Black?

SWA-Kapturak:  Würde abdancen.
Wer findet ihn rechtzeitig?


ASZ-Frage:   Und Peter Garski?

SWA-Kapturak:  Garski würde ins Apollo gehen.

ASZ-Frage:   Und unser König von augsburg?

SWA-Kapturak:  Er würde abdanken.

ASZ-Frage:   Jetzt noch eine letzte Frage an sie, den Augsburger Theater-Sprenger ,,,

SWA-Kapturak:  Da bin ich gespannt.

ASZ-Frage:   An welchem Tag wollen Sie unser Theater hochleben ... äh ... hochgehen lassen?

SWA-Kapturak:  Sonntag, am Nachmittag ... trister kann es dann nich mehr werden.

ASZ-Frage:  Und soll es auch Kollateral-Schäden bei ihrer Theater-Sprengung geben? Was machen Sie wenn die Intendantin Votteler noch drin ist?

SWA-Kapturak:  Ja also ... dann hat sie Glück - dann geht sie in die Geschichte ein. Claus Peymann würde neidisch werden

ASZ-Frage: Sie sind unverbesserlich ... ein Herr des Schreckens ...

SWA-Kapturak: Habe ich im Knast gelernt.

ASZ-Frage:  Da gehören Sie auch schnellstens wieder hin.

SWA-Kapturak: So wie Sie damals?

Sind Deppen an der Sprengung?
ASZ-Frage:  Weichen Sie jetzt nicht aus. Ich hoffe unser Ordnugnsreferent Dirk Wurm wird Sie fesseln und unschädlich machen.

SWA-Kapturak:  Ein Mann mit bunten Socken kann mich nicht stoppen

ASZ-Frage:  Und dann werden Sie mit Parteireden von Maggie Heinrich so lange gefoltert, bis Sie selbst in die Luft gehen.

SWA-Kapturak:  Dann doch lieber 10 Stunden in der Umkleidekabine sitzen und ihre Miniröcke begutachten.

ASZ-Frage:   Schön zu hören, dass Sie noch Lust am Leben und an der Show haben. Dürfen wir noch ein Abschiedwort von ihnen hören, bevor Sie Augsburg zur kulturlosen Wüste verwandeln?

SWA-Kapturak:  Die hard, Augsburg!

So könnte das neue schöne Augsburg mit einem schönen neuen Theater mal ausschauen.



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Die Baugeschichte des Augsburger Theaters



Durch britische Bomber völlig zerstört.

Das Große Haus wurde von den Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer im Stil der Neorenaissance entworfen und am 26. November 1877 eröffnet. Es bot 1400 Zuschauern Platz. Es hatte eine offene Loggia nach Süden und eine Kutschenauffahrt.

Adolf Hitler beauftragte 1937 seinen Lieblingsarchitekten Paul Otto August Baumgarten, mit dem Umbau des Theaters. Er vergrößerte den Portikus und eweiterte die Eingangsfront von drei auf fünf Achsen.

1944 wurde das Theater im Zweiten Weltkrieg durch britische Bomber völlig zerstört. Augsburg war eine wichtige Stadt bei der Waffenherstellung im 3. Reich.


In den Jahren 1952 bis 1956 wurde das Theater äußerlich vereinfacht wiederaufgebaut. Die reichhaltige Ornamentik der erhalten gebliebenen Fassadenfront wurde dabei weitestgehend entfernt. Das Innere des Theaters wurde im Stil der Fünfzigerjahre neu gestaltet. Es bietet heute Platz für 950 Zuschauer, da zwei Logenreihen über dem Parkett nicht mehr eingefügt wurden.
Aus der Kutschenauffahrt wurde die verkehrsreichste Kreuzung der Stadt und die Loggien wurden verglast.

Vor 1877 befand sich das Augsburger Theater in einem Gebäude in der Jakober Vorstadt beim Lauterlech. Damals wurde in Augsburg auch noch in vielen Wirtschaften und ihren Sälen Theater aufgeführt. Da war fast noch die ganze Bevölkerung eingebunden und nicht nur ein paar Akademiker und ihr Nachwuchs.