Sonntag, 1. Mai 2016

Erst abreißen, dann schützen - Denkmalschutz a la Pfeil - Man bauts halt wieder neu

Denkmalpflege in Bayern geht mit der Zeit.

Augsburger Dom vor dem temporären Abriss a la Pfeil.

Das Landesamt für Denkmalpflege will nicht mehr länger als Verhinderer von Fortschritt gesehen werden. So wurde unter dem neuen Amtschef Mathias Pfeil jetzt das Instrument des vorläufigen  Abbruchs eingeführt. Damit können Baudenkmäler abgebrochen werden, z.B. um eine Tiefgarage darunter oder einen Tunnel zu bauen, wenn sie anschließend wieder täuschend ähnlich aufgebaut werden.

Erstmals genehmigt wurde solch ein Fall des temporären Abrisses beim Augsburger Hauptbahnhof.  


Man opferte das Erdgeschoss des Mittelbaues (Halle) beim Augsburger Hauptbahnhof dem Tunnelbau der Tram im 2. Untergeschoss. Dafür wählte das Landesamt für Denkmalpflege den denkwürdigen Begriff des„temporären Abbruchs, sagt das Architekturforum.

Inzwischen haben auch die Stadtwerke einen uralten Plan wieder aus dem Archiv geholt: eine direkte kombinierte Fernwärme/Kanal/Gas/Wasser-Stromtrasse auf gerader Linie zwischen Hohem Weg und Frauentorstraße.

Bisher scheiterte diese Planung an dem denkmalgeschützten Querriegel des Ostchores unseres Doms. Über das neue Instrument des vorläufigen Abbruchs wird das Projekt jetzt möglich.

Wie unsere Fotomontage zeigt, müssen nur zwei Felder des 
Ostchores beim Dom vorläufig abgebrochen werden.

Selbst die Gegner der ruinösen Theatersanierung hoffen nun auf Pfeils neue Denkmalschutzmethode und das alte Theater kann als marode Bruchbude ruckzuck abgerissen werden.

Staun, staun ...



Was hat der Reiner Erben nur ausgefressen, dass er an der Wertach seinen Sozialdienst ableisten muss? Hat der Augsburger Umweltreferent sein Theater-Abo gekündigt? Oder übt er schon für die Aufräumarbeiten im Gaskessel? Egal, auf jeden Fall ist durch ihn das Wertachufer wieder ein Freizeitparadies ohne Müllhalden. Jetzt muss er nur noch den Abfall im Hofgarten vernichten. Dann ist Augsburg wider grün und schön.