Samstag, 16. Mai 2015

Augsburger Künstler zeigt Berlinern die Waffenweiber - Peinliche Wichserei

Augsburgs zurzeit international bekanntester Künstler, Martin Eder, zeigt jetzt in der Berliner Galerie Eigen + Art seine neuesten Werke.

 Martin Eder malt jetzt keine rosaroten Pudels neben blutenden Lolitas mehr, sondern bewaffnete Frauen im Stile von Games of Thrones, der gefragten TV-Serie.

 Martin Eder mit Publikum bei seiner Vernissage in Berlin.
So sieht sie aus, die künstlerische Heimat unseres Augsburger Musikers und Malers Martin Eder, der jetzt in Berlin lebt.
Wir kennen Martin noch als Rockmusiker, der in den Augsburger Clubs auftrat und auch von Ausstellungen im Liliom oder in der Ecke.

Martin Eder in Augsburg.



Bloß ein Fake

Wie in einem Filmstil sind von Martin Eder die Frauen festgehalten in einem kurzen Moment, in dem das Schwert gerade eben gezückt oder in der Sekunde wieder abgesetzt wurde, bestimmen die Szenerien in seinen Bildern. Dieser fruchtbare Moment, seit Lessings Laokoon-Abhandlung ein feststehender Begriff, ist der Auslöser dafür, dass sich beim Betrachter eine Geschichte entspinnt: „Dasjenige aber nur allein ist fruchtbar, was der Einbildungskraft freies Spiel läßt. Je mehr wir sehen, desto mehr müssen wir hinzu denken können."¹

Doch alles, was wir sehen, ist bloß ein fake. Die Hintergründe, in denen die Charaktere sich befinden, erfunden und konstruiert, surreale Welten, die so sein könnten, aber nicht sind. Pseudo-History. Angereichert und ausgeschmückt durch die im Gedächtnis herumschwirrenden Bilder aus unzähligen Filmen, TV-Serien, Märchen und Theaterstücken, in denen die Grenzen von Fantasy und „wahrer Geschichte" verfließen.



 
Martin Eder: Nicht im Arsch, aber am Arsch.

Martin Eder: "Ich will mal was Langweiliges machen."


In seinen Interviews haut Martin Eder gerne rein:
"Erwischt werden -  wie beim Wichsen"


BEKOMMST DU DENN AUCH NEGATIVE REAKTIONEN AUF DEINE KUNST?
Klar, ich kriege 90% Hassbekundungen.
WAS GLAUBST DU, LEHNEN DIESE LEUTE AN DEINER KUNST AB? 
Ich glaube sie lehnen meine Arbeiten ab, weil sie selber so berührt von ihnen sind und sie dabei erwischt werden, so wie beim Wichsen. Und dann schnell: Bettdecke darüber. Die Leute enttarnen sich selbst, das ärgert sie. Sie finden es intuitiv gut, aber sie dürfen es nicht gut finden.
MUSS MAN EIGENTLICH EIN LEBEN LANG KÜNSTLER SEIN?
Nein. Ich höre jeden Abend auf und fange jeden Morgen von vorne an.
Als die schwere Stahltür von Martin Eders Atelier hinter uns in ihr Schloss einrastet, sind wir berauscht. Schuld daran ist nicht allein der scharfe Lösungsmittelgeruch der Ölfarben, sondern die Intensität, das Entschiedene, das Leidenschaftliche und Ironische, vor allem aber die Wahrhaftigkeit, die Eder ausstrahlt. Danke für diese Begegnung mit Deinem Wesen Martin Eder.

Auszug aus Martin Eders Interview mit "artberlin".

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