Donnerstag, 15. März 2018

Fledermaus-Experte über die geplante Tram-Linie 5: Ein Riesenfehler! Abrechnung mit den Augsburger Grünen?

Die unendliche Leidensgeschichte der heimatvertriebenen Augsburger Fledermäuse.


Exklusiv-Interview mit dem Fledermaus-Experten Herrn Bogdan Dracu


Anlässlich der nach wie vor offenen Frage, wo denn, falls überhaupt, die Tram-Line 5 in Zukunft fahren soll (wir berichteten) traf sich unser Redaktionsteam mit Herrn Bogdan Dracu.


Bogdan Dracu, 1. Vorstand vom Dachverband
der heimatvertriebenen Augsburger
Fledermäuse e.V. (Foto: Heribert Press) 
ASZ-Frage: Herr Bogdan Dracu Sie sind 1. Vorstand vom Dachverband der ­heimatvertriebenen Augsburger Fledermäuse e.V. und haben angeblich die Schnauze gestrichen voll.

Bogdan Dracu: Worauf Sie einen lassen können.

ASZ-Frage: Herr Dracu, was nervt Sie denn an der Trassenführung der Linie 5?

Bogdan Dracu: Was mich daran nervt? Wie können Sie nur so blöd fragen? Es ist doch schlimm genug, dass uns die Gemeine ­Grünschleiche (Anguis viridis erbus vulgaris) mit seiner ­Gefräßigkeit einen Baum nach dem anderen ­vernichtet.
Nach jahrelanger Wanderschaft hatten wir uns ­endlich in der Rosenaustraße wieder angesiedelt, als ...

ASZ-Frage: Sorry, dass wir Sie hier kurz unterbrechen aber dürfen wir kurz nachhacken? Erzählen Sie uns doch bitte von Ihrer „Wanderschaft“.

Bogdan Dracu: Wenn´s denn sein muss. Von mir aus. Ich sag aber gleich dazu, dass ist eine längere Nummer.

ASZ-Frage: Wir haben Zeit.

Bogdan Dracu: Also gut. (Er setzt seine Brille ab, schnäuzt sich und holt tief Luft). Wie Sie sicher wissen, obwohl ich mir da nicht so ganz sicher bin, haben wir unser erstes Quartier nach unserer Flucht aus Transsilvanien im Siebentischwald ­aufgeschlagen.

Hier wurden wir lange Jahre in Ruhe gelassen und es galt die Devise „Leben und Leben lassen“. Damit war dann 2007 Schluss, als der ganze Siebentischwald verkauft und privatisiert werden sollte und wir in der Folge zwangsenteignet werden sollten. 

Gott sei Dank, gab es damals eine mutige Bürgerbewegung, die dem arroganten Wengert einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. So konnten wir noch ein paar Jahre bleiben.

ASZ-Frage: Was hat Sie denn bewegt in die Rosenaustrasse an die Wertachleite umzuziehen?

Bogdan Dracu: Wir wollten in die Stadt. Ganz ehrlich, im Siebentischwald war es auf die Dauer ganz schön langweilig. Dann hat man uns den alten Kö mit seinem großen Baumbestand angeboten.

Einer unserer Informanten hat uns aber rechtzeitig gehustet, dass hier die meisten Bäume vernichet werden sollen, übrigens mit Billigung der Augsburger Grünen. Und so kam es ja auch. Schauen Sie sich doch diese seelenlose Pflasterwüste an.

ASZ-Frage: Naja, so schlimm ist es jetzt auch nicht. Für welche Alternative haben Sie sich dann entschieden?

Bogdan Dracu: Wir sind an die Wertachleite an der Rosenaustraße. Ein Riesenfehler wie sich bald herausstellte. Kaum hatten wir uns häuslich eingerichtet, haben sie uns 2013 unsere Baumhäuser platt gemacht. Wegen eines Bahnhoftunnels, den keine alte Sau braucht.

ASZ-Frage: Und wie ging es dann weiter?

Bogdan Dracu: Zwischendurch hatten wir überlegt, ob wir in den Roten Tor Park, oder an´s Wertachbrucker Tor umsiedeln sollen. Diese Idee haben wir aber schnell verworfen.

Diese wochenlangen peinlichen Pseudo-Mittelaltergedöns-Veranstaltungen mit ihrem säuerlichen Schupfnudelkrautgestank wären schwerlich für uns zu ertragen gewesen. Also haben wir uns für den Wittelsbacher Park entschieden. Also wieder Koffer packen, umziehen, neue Möbel kaufen und neu anfangen.

ASZ-Frage: Was hatten Sie denn am Wittelsbacher Park auszusetzen? Wer oder was hat Sie denn von hier ein weiteres Mal vertrieben?

Bogdan Dracu: Ja lesen Sie denn außer Ihrem eigenen Käseblatt keine Zeitung? Noch nie was von diesem Modulargedöns gehört?

Wie würden Sie sich verhalten, wenn man Ihnen in Ihrem Schlaftzimmer 120 Dezibel Tag und Nacht um die Ohren haut? Und bevor Sie mich wieder fragen wie es weiterging, hier in kurzen Worten die nächsten Etappen unseres langen Leidenswegs.

Als nächstes Quartier wurde uns die Hessenbachstraße an der Wertach angeboten. Da ging aber dann das Geeiere wegen der Linie 5 los, soweit ich weiß hat sogar ihr Käseblatt hierzu berichtet. 

Dann ging das Linie 5-Desaster weiter, also wieder Koffer packen und rüber über die Wertach in die Holzbachstraße. Gerade als wir es uns hier gemütlich ­gemacht hatten, mussten wir jetzt ein weiteres Mal in die Rosenau­straße umziehen.

Dann teilte man uns mit, dass ­unsere eben erst aufwendig sanierten Baumwohnungen wegen einer Kanalsanierung gefällt werden sollen. Das fällt diesen planlosen Sesselfurzern jetzt erst ein?

ASZ-Frage: Warum wollten sie denn in die Rosenaustrasße zurück? Unseren Informationen nach wurde Ihnen doch ein wunderbares Areal auf dem TCA-Grundstück angeboten.

Bogdan Dracu: Jetzt glaube ich es aber wirklich! Sie haben ja von nichts ne Ahnung, davon aber sehr viel. (Er gibt einen Grunzlaut von sich). Da haben Sie doch erst vor kurzem ne Menge Bäume platt gemacht und das auch noch während der Vogelbrutzeit. Ich sage es Ihnen nochmal, wir haben jetzt wirklich die Schnauze gestrichen voll! Ja ­verdammt nochmal wohin sollen wir denn noch? Will man uns zurück nach Transsilvanien vertreiben? Ein Skandal ist das!

ASZ-Frage: Herr Dracu nun beruhigen Sie sich doch mal wieder, es muss doch bei unseren Augsburger Grünen den ein oder anderen geben, die sich für Sie einsetzen?

Bogdan Dracu: Die Augsburger Grünen? Hören Sie mir bloss mit denen auf. Schauen sie sich doch diese Grünschleichen an. Da weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll! Das politische Markenzeichen „Grün“ ist in Augsburg doch seit Jahren eine einzige Mogelpackung.

Kaschiert durch das grüne Image wurde damals unter dem Referenten Schaller der Gebirgsfluss Lech im Stadtgebiet in eine stehende, braune Kloake verwandelt indem in Hochzoll und in der Firnhaberau Stützwehre zu Kraftwerken umgebaut werden mussten. Die Vernichtung unseres reißenden Lech, wurde mit der Gewinnung von Ökostrom begründet und gutgeheißen.

So waren es die Grünen im Stadtrat, die sich für ein Königsplatzprojekt engagiert haben, das den ehemaligen Park in eine trostlose Pflasterwüste verwandelt hat. Begründet wurde es mit dem Vorrang für Bus und Tram. Doch da gab es damals durchaus auch Lösungen ohne Abholzung. Die Halderstraße, erst in den 90er Jahren wieder begrünt, wurde dabei zur wohl hässlichsten Innenstadtstraße. Statt mit Bäume steht jetzt alles voll mit großen Stahlmasten. Und ein abscheuliches Loch hinunter zum Tunnel unter den Hauptbahnhof.

Der Bahnhofsplatz, zur 2000-Jahrfeier im ursprünglichen Konzept wiedererstanden, wird nunmehr mit Zustimmung der Grünen nach nur 30 Jahren wieder abgeholzt. 

Noch nie sind in so kurzer Zeit im Stadtgebiet so viele Alleebäume verschwunden und wird derartig ungeniert abgeholzt wie unter dieser Gemeinen Grünschleiche. Und die Presse verniedlicht es indem sie schreibt, dass die Bäume „weichen“ müssen. Das ist doch nur noch zum Kotzen!

ASZ-Frage: Herr Dracu wir sind tief erschüttert, wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute, bedanken uns für das Gespräch und müssen jetzt leider auch weichen.

- - -

Herr Bogdan Dracu verzieht sein Gesicht, setzt seine Brille wieder auf, zeigt uns den Stinkefinger und geht.

Das Interview mit Herrn Bogdan Dracu haben wir in der Nacht zum Mittwoch um 1:50 Uhr in der Augsburger Rosenaustraße unter einem Kastanienbaum geführt.

Das Augsburger 5=4 Dilemma

"Sie sind 1 Station zu viel gefahren! Das ist Schwarzfahren! Kostet Sie jetzt 60 Euro!" 
"Ja, aber 5 Stationen darf ich doch fahren." 
"Nur mit dem Einstieg mitgerechnet, eigentlich dann nur 4 Stationen!" 
"Kapier ich nicht!"

Dafür wurde in Augsburg die Zone 10 bei Busse und Trams abgeschafft: jetzt werden alle abkassiert, die sich mit der 4-Haltestellen-Regel noch nicht auskennen.

So lassen sich endlich die Stadtwerke sanieren. Ertappter Fahrgast musste am Rathaus aussteigen.

Vorsicht also beim Fahren in der ehemaligen Zone 10! Dr. Kassas Carabinieri liegen hier ab sofort auf der Lauer.