Donnerstag, 6. Oktober 2011

Warum wurde der Augsburger Gastronomie-Unternehmer Sven O. so brutal verprügelt? Wer gab den Auftrag für diese gemeine Tat?

Bild: Unsere Gerichtsreporterin hat in dem heute begonnenen Prozess gegen den angeklagten Schläger und seine beiden angeblichen Helfershelfer einige aussagestarke Zeichnungen erstellt. Es soll sich um die drei Augsburger Türsteher handeln, die laut dem Staatsanwalt zu "Unterstützern der Hells Angels" gehören sollen. Einer der Angeklagten soll den Gastronom Sven O., dem das Lokal Schlachthof in Augsburg gehört, mit einem Baseball-Schläger lebensgefährlich verprügelt haben. Fotografieren war im Augsburger Gerichtssaal strengstes verboten. Den ominösen Auftraggeber hat unsere Gerichtszeichnerin in grüner Farbe dargestellt.




Augsburger Schwurgericht: Der Prozess gegen den Schläger startet, der angeblich von Bernd F. vom Pow Wow gegen seinen Schuldner Sven O. vom Schlachthof beauftragt worden sein soll 


Prügel im letzten Herbst


Zum heutigen Prozessbeginn im Augsburger Strafjustizzentrum gegen die drei Männer, von denen einer den Augsburger Gastronomen Sven O. mit einem Baseball-Schläger lebensgefährlich traktiert haben soll, waren wir mit drei Reportern anwesend. Dieser Fall in der Augsburger Gastronomie-Szene machte schon länger von sich reden. Die Prügelei soll im Herbst 2010 im Augsburger Römerweg stattgefunden haben. Erwähnt wird dabei auch immer wieder ein gewisser Bernd F., der Inhaber der Augsburger Kaffeekette Pow Wow und des Sushi-Restaurants Essbar. Wir hörten dem Staatsanwalt aufmerksam zu, der den Hergang dieser Tat dem Richter Dr. Christoph Wiesner, seinen Beisitzern und den Leuten im Gerichtssaal ausführlich schilderte.



Weg zum Schlachthof ausgekundschaftet

Wir bringen die Anklage-Worte des Staatsanwalts Dr. Christian Engelsberger in verkürzter Form: Die angeblichen Täter, es sind drei Männer aus der Augsburger Türsteher-Szene, haben zuerst den Weg des Gastronomen Sven O., der das Lokal "Schlachthof" bei der Kälberhalle eröffnet hatte, von der Privatwohnung bis zum Lokal ausgekundschaftet. 

Dann hat sich einer von ihnen, der schon früher wegen diverser Schlägereien aufgefallen ist, mit einem Baseballschläger und mit übergezogener Motorradfahrermaske hinter der Gartenmauer von Sven O. beim Römerweg versteckt. Als Sven O. heimkam, sprang der Täter auf ihn zu und drosch mit dem Baseballschläger, beidhändig, auf ihn mit voller Wucht ein. 



Raschelndes Laub verrät den Täter

Allerdings – und hier wurde der Staatsanwalt detailreich wie unser Augsburger Krimi-Autor Peter Garski - hörte Sven O. das Rascheln von Blättern. Ja, das herbstliche Laub am Boden, durch das der Schläger auf Sven O. zustürmte, verriet mit dem Geräusch herumwirbelnder Blätter den bösen Kerl. Dadurch konnte sich Sven O. auch rechtzeitig mit dem Ellenbogen gegen den auf ihn einprasselnden Baseballschläger wehren, der sogar zerbrach. Das zerbrochen Teil wurde in einer blauen Plastiktüte in den Gerichtssaal gebracht.




Foto: Die blonde Anwältin Alexandra Gutmeyr, Expertin für Straf- und Betäubungsmittelrecht, kommt aus der Kanzlei Decker und vertritt den Nebenkläger und Zeugen Sven O. aus dem Schlachthof. 



Denkzettel mit Totschlags-Wirkung?

So schilderte heute um 15 Uhr rum der Staatsanwalt zumindest den Ablauf des Verbrechens. Wobei der Staatsanwalt betont, dass bei dieser brutalen Prügelei durchaus ein Totschlag möglich gewesen wäre. Es sollte dem Sven O. von dem Baseball-Prügler ein Denkzettel verpasse werden.


Große Frage: Wer ist der Auftraggeber?

Warum und wieso, wurde dem Sven O. ein Denkzettel verpasst? Tja, das verriet der Staatsanwalt dem lauschenden Publikum noch nicht. Der Namen eines Auftraggebers für diesen lebensgefährlichen Anschlag auf den Gastronomen Sven O. wurde nicht genannt.



Zebrochenen Baseball-Schläger gleich weggeworfen

Der Hauptangeklagte lässt von seinem Anwalt ein Geständnis verlesen. Auch, dass es ihm leid tue. Er habe den Sven O. tatsächlich mit einem Baseball-Schläger attackiert und einen Denkzettel verpassen wollen. Das stimmt. Allerdings habe er nicht so stark zugeschlagen, dass es lebensgefährlich für Sven O. werden konnte. Das abgebrochene Teil des Baseballschlägers habe er nicht mehr als Hieb- oder Stichwaffe verwendet. Er habe es gleich am Ort des Geschehens weggeworfen. Von einem Auftraggeber des Denkzettels erwähnt er nichts.

Die beiden anderen angeklagten Männer machten keine Aussage zu den Vorwürfen des Staatsanwaltes.

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Impressionen aus dem
Augsburger Gerichtssaal
beim Prozess gegen den Schläger,
der Schlachthof-Sven niederknüppelte

Im Zuschauersaal sitzen an der Wand mit den Ein- und Ausgängen eine Reihe Polizisten. Im Publikum scheinen weitere Türsteher zu sein. Auch solche, die das angeklagte Trio kennen, wie zu bemerken ist, als sie am Schluss winken. Der vorsitzende Richter Dr. Christoph Wiesner lacht ab und zu und trotz der brutalen Schlägerszenen, die der Staatsanwalt schildert, kommt durch Wiesners lockere Vorgehensweise eine fast heitere Stimmung im Saal auf. Es scheint hier doch eher um einen dummen Lausbubenstreich zu gehen, als um lebensgefährliche Körperverletzung, hat man an einem sonnigen Spätsommertag im Gerichtssaal, mit der grossen Glaswand auf der linken Seite, den Eindruck. Einige Zeugen, auch Polizisten, sind noch im Urlaub. Mal schauen, ob man die noch braucht.

Zwei Damen ziehen das Augenmerk der Zusschauer auf sich: Da ist eine attraktive dunklehaarige Beisitzerein in roter Lederjacke zu bestaunen. Und links, am Tisch der Ankläger und Gutachter, sitzt die vollblonde Rechtsanwältin Alexandra Gutmeyr, die den Zeugen Sven O. als Nebenklägerin vertritt. Wie auf ihrer Page bei der Kanzlei Decker zu erfahren ist, liebt sie ihre Haustiere, aber auch ihren Mann.

Auch von Drogen- und Medikamenetenmissbrauch (Testosteron) ist bei den drei Angeklagten die Rede. Der Hauptangeklagte Türsteher, bei dem auch der Lokal-Name "Liquid" und eine weitere Schlägerei mit gebrochenem Kiefer in der "Rio-Bar" erwähnt wird, lässt von seinem Anwalt sagen, dass er bei der Tatzeit voll betrunken war und auch unter Drogen stand. Wobei auch Kokain ins Spiel kommt, das vom Angeklagten genommen, aber auch verdealt worden sein soll.

Vor einem unserer Reporter sitzt unter den Zuschauern ein junger Mann mit einem ausgewaschenen T-Shirt. Auf dessen Rückseite ist in türkisfarbener Schrift neben einem Totenkopf zu lesen: Cocaine Cowboys ...


Bild: Vor der Türe in den Gerichtssaal wurde unserer Chef-Reporterin das abgebildete Messer abgenommen. Es kam in ein braunes Kuvert und erhielt die Nummer 94. Also wurden vorher schon 93 andere Gegenstände abgenommen. Aber was? 


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Und wie kommts eigentlich zu dem Gerücht, dass PowWow-Bernd der Auftraggeber für den Denkzettel mit Baseball-Schläger gegen Schlachthof-Sven war?

Nach unseren Gesprächen mit diversen Gastronomen und Justiz-Experten haben wir erfahren:

Als Schlachthof-Sven Anzeige erstattete wegen den Schlägen gegen ihn, soll er gesagt haben, dass er sich vorstellen kann, dass PowWow-Bernd hinter diesem Denkzettel-Auftrag gesteckt haben könnte. Weil der noch Geld von ihm will. Also haben Polizei und Staatsanwalt in diese Richtung die Untersuchungen aufgenommen. Bernd F. hat davon erfahren und kam aus seinem Urlaub in Thailand nicht mehr zurück, um nicht in Untersuchungshaft zu landen. 

Das angeklagte Trio saß von Dezember 2010 bis heute. Warum so lange, wo doch gestanden, wurde?


Manche fragen nun:

Könnte auch jemand anders Interesse daran haben dem Schlachthof-Sven einen Denkzettel zu verpassen? Nach Gerüchten aus der Augsburger Gastro-Szene soll Sven O. auch noch andere Gläubiger gehabt haben, die ungeduldig auf ihr Geld warteten ...

Warum gesteht der Hauptangeklagte die Schläge gegen Sven O., sagte aber nicht dazu, wer der Auftragsgeber dazu war? 



















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Wem gehört Augsburgs schönster Parkplatz?


Foto: Diesen hübschen Parkplatz haben unsere Reporter in einer Kleingarten-Anlage in Augsburg-Oberhausen ausgespäht. Sie behaupten: dies ist der schönste Parkplatz von ganz Augsburg. Aber wem gehört er? Wer ist der oder die Glückliche?
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