Samstag, 10. Juli 2010

Unser Augsburger Reporter in Kairo ist Volker Stock: Surrealer Tanz!

Der Augsburger
Multimedia-Spezialist und Fotograf
Volker Stock berichtet für uns Erstaunliches und Schockierendes aus der Wahnsinns-Metropole Kairo!


* Die dritte Woche im Land des schwarzen Schlamms neigt sich schon langsam dem Ende zu. Ich war nun auch einige Male in Kairo in der Innenstadt, dem krassen Moloch von Stadt. Ich habe noch nie eine derart vollgepackte Stadt gesehen, die Architektur wirkt wie in einem verstaubten "Blade-Runner" (nur: dass es halt nicht regnet), dicht an dicht sind die Hochhäuser gepackt, so, dass man teilweise vom Balkon aus seinem Nachbarn gegenüber (!) die Hand geben kann. Obwohl die Häuser nicht so hoch sind, wie in westlichen Metropolen, wirkt es durch die gedrängte Anordnung noch klaustrophobischer.

* Diese Hochhausviertel wechslen sich ab mit Gegenden, wo man von auf Stelzen gebauten Stadtautobahnen auf die Häuser darunter schauen kann, die aussehen, als hätte eine Bombe eingeschlagen: die oberen Geschosse und die Dächer sind Ruinen, vollgepackt mit undefinierbarem Zeug.


* Kommt man in die Strassen abseits der größeren Verkehrsadern, wird es augenblicklich wieder sehr eng: viele Läden und Werkstätten, wachsen augenscheinlich auf die Strassen und erzeugen eine Art Slalom, Menschen, Motoräder, Eselskarren, Autos und Lastwagen versuchen sich in einem surrealen Tanz zu umkreisen. Ich hoffe, ich kann zur Verdeutlichung bald noch ein paar Fotos schiessen. Bislang hatte ich meine Kamera in Kairo nicht dabei.

* Der hektische Verkehr ist dann auch ein Kapitel für sich. Im Grunde zählt alles, was man so an Regeln aus Europa kennt auf ägyptischen Strassen hier nichts. Die Strassen sind dermassen überfüllt, dass es stellenweise kilometerweit nur in Stop-and-go-Manier weitergeht. Trotzdem versucht jeder im Stau den besten Platz zu erhaschen, aus drei Spuren werden dann fünf, es geht hier um jeden Zentimeter.

* Begleitet wird das mit einem ausdauerndem Hupkonzert, das man erst versteht, wenn man erkannt hat, das hier nicht in erster Linie gedrängelt, sondern gewarnt wird. Wenn es so eng zugeht, muss man sich eben bemerkbar machen. Ampel gibt es so gut wie keine, wozu auch. Das Überqueren von stark befahrenen Strassen ist definitiv eine Herausforderung, der man sich nur angstfrei stellen kann. Augen auf und durch!

* Der Zustand, als auch die Beladung vieler Fahrzeuge, ist ebenfalls eher abenteuerlich, man wünscht sich zum Spass deutsche TÜV-Prüfer oder Verkehrspolizisten herbei, nur um zu beweisen, was alles möglich ist. Wenn man dann aber auf einer der Ausfallstrassen oder "Autobahnen" unterwegs ist, kann einem schon mal Angst und Bange werden.

* Uralte Peugeots, in denen sich rund 10 Erwachsene drängen, Pickups mit mindestens 20 Leuten auf der Ladefläche und einem, der oben auf dem Autodach liegt, an vollgepackte Ameisen erinnernde Kleintransporter, deren Ladung das drei-oder vierfache Volumen des Fahrzeugs ausmacht sind Standard. Und natürlich wird auf allen Spuren gleichzeitig überholt und zwischendurch gibts offizielle Möglichkeiten einen U-turn zu machen, um auf der Gegenfahrbahn auf der linken Spur einzufädeln... *kopfschüttel*

* Wenn man geblitzt wird kostet es -egal wie schnell man war- immer 150 Pfund (ca 20 €). Deshalb ist die Oberschicht in westlichen Nobelmarken auch immer am Rasen, was das Zeug hält. Ganz wie daheim.

* Was mich hier wirklich nachhaltig schockiert, ist das Müllproblem. Überall, egal ob Stadt, Dorf oder Wüste, überall liegen große Mengen Abfall herum: sehr viel Verpackungsmaterial, in erster Linie Kunststoffe.

* Die Menschen werfen einfach alles irgendwo hin, weil es keine Entsorgungsinfrastuktur gibt. Man sieht Plastikbeutel aus Fenstern direkt vors Haus fallen. An vielen Orten stinkt es bestialisch, weil das Zeug einfach verbrannt wird. Ich habe keine Ahnung, wie man das hier in absehbarer Zeit in den Griff bekommen kann...

Das wars für heute... bis bald, meine lieben Leser in Augsburg, geniesst die Hitze, die hier Standard ist!

Liebe Grüße,
 
Euer Volker Stock aus Kairo.


ACHTUNG: Die Fotos von aus Ägypten und Kairo, geschossen von Volker Stock, sind hier zu bestaunen:

http://www.flickr.com/photos/erisisbackagain/sets/72157624030582419/

Oder einfach auf die Überschrift klicken!

Augschburga Sommabildla!

Heisse Mode der jungen Augsbürgerin Maria Anabelle Justus.

Alien serviert in einem Sportmodeladen, im Augsburger Stadtteil Pfersee, gratis erfrischendes Weizenbier, Weißwurst und Bretze dazu. Leider aus Plastik.

In Augsburg ist bei der Hitze jeder Brunnen ein Badeplatz.
Hier am Kö, beim Manzubrunnen.

Gute Gelegenheit für Säuberungsaktionen.
Trocknen entfällt nämlich.

Der kleine grüne Kaktus trifft Turandot auf der Freilichtbühne.

Bayern trifft Italien in Augsburg. Aber warum haben die dödeligen Datschis bisher keine italienische Partnerstadt, wo doch ihre Stadt einst vom Italiener Augustus gegründet wurde? Und was tut der Werbe-Würfel am Kö?
Logo, weil die bayerischen Knödel so viereckig sind, oder?