Sonntag, 23. November 2014

Ungünstiger Kunst-Himmel



 Der Augsburger Fotokünstler. Verhungert?


Für die Kunst ist der Augsburger Himmel sehr ungünstig. Der Baron füttert lieber Pferde und Hunde und einen Schwarm Bedienten, deren Narr er lieber ist, als der von Künstlern, und wenn er auf Geheiß der Mode der Kunst ein Opfer bringen muß, so hat er keinen Glauben an das Talent seiner Landsleute. Da er selten selbst Geschmack und Einsichten hat, so folgt er gewöhnlich in seiner Wahl dem blinden Ruf fremder Künstler und läßt das Verdienst in seinem Augsburg darben.




Das Augsburger Künstlerpärchen. Verflucht?

Der Augsburger Heldenmaler. Verschwunden?

Der Augsburger Kartenhersteller. Verkatert?

Der Augsburger Kunst-Provo. Verdammt?


Der Augsburger Turmbauer. Versohlt?

 Der Augsburger Multi-Media-Mann. Verwundert?


Es hat sich zwar unter dem Schutz des Magistrates in Ausburg eine Künstlerakademie zusammengetan, die aber, so wie ihre Patronen, keinen höhern Zweck zu haben scheint, als unter dem Namen von Künstlern gute Handwerksleute zu bilden und die Manufakturen der Stadt im Gang zu erhalten. Der Rat geht seit einiger Zeit mit vielen ähnlichen Entwürfen zur Beförderung der Industrie schwanger, und wie ich an jeder patriotischen Empfindung teilnehme, so konnte ich denselben anfangs meinen Beifall nicht versagen. Aber wie ärgerlich war es mir zu sehen, daß diese Entwürfe, zum Teil von den Regenten der Stadt selbst, wieder vereitelt werden!

(Text von Johann Kaspar Riesbeck: aus
"Briefe eines reisenden Franzosen über Deutschland",
1783)

Das Logo der Augsburger Künstler. Vergeblich?