Freitag, 17. Januar 2014

Papst: Weltbild-Management soll ins Asylantenlager ziehen!

Doku: Das Weltbild-Management mit Carel Halff, Dr. Martin Beer, Josef Schultheis und Generalvikar DDr. Peter Beer freut sich schon auf den kostengünstigen Umzug ins neue Gebäude, es ärgert sie nur, dass es eine Idee des Armuts-Papstes war.


Doku: Das vornehme rote Ziegelsteingebäude wird das neue Augsburger Verwaltungsgebäude für das Weltbild-Management mit billiger Miete, um die Weltbild-Bilanz wieder mit schwarzen Zahlen glänzen zu lassen. 


Doku: Hier kochen sich die Weltbild-Manager ihr Essen in Zukunft bald selbst. Damit können ihre Löhne auf Hartz-IV-Höhe gesenkt werden, was auch der Arbeitsplatzsicherung des Weltbild-Personals bestens dient.

Nun bahnt sich eine überraschende Lösung für das Insolvenz-Probleme von Weltbild in Augsburg an. Der Papst in Rom hat eine neue Idee, um hier eine christliche Lösung zu finden: Das Weltbild-Management, schuldig an der Weltbild-Katastrophe, soll in ein billigeres Gebäude umziehen. Und zwar ins Augsburger Asylantenheim bei der Polizeizentrale. 

"Dort sind die Mieten viel billiger und die Manager können sich hier selbst bekochen", damit können wir auch ihre Gehälter stark senken", sagt man uns aus Rom dazu.

Die Augsburger Stadtwerke ziehen mit ihren Fahrzeugen den Großumzug durch. Motto: Augsburg kann Menschlichkeit.


Bild: Augsburgs sozialer Oberchrist leitete die gesamte Umzugsaktion.

Im Gegenzug sollen die Asylanten in das Gebäude der Weltbild-Verwaltung in Augsburg-Lechhausen umziehen. "Dann bekommen wir wenigstens sicheres Geld für die Mieten", wurde uns dazu verraten. "Das könnte die gesamten Weltbild-Probleme lösen" und ist ein geschickter "humanistischer Schachzug, wie einst der Ausbeuter-Fugger mit seiner Fuggerei, um das schlechte Weltbild-Image aufzupolieren."


Bild: Hier, in die Weltbild-Verwaltung in Augsburg-Lechhausen, ziehen dann die Asylanten ein.


Unser ukrainische Putzfrau meint: "Tolle Idee vom neuen Papst, da werde ich doch auch bald katholisch!"

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Solarfackel Rattan groß


Alexander Kissler, der deutsche Pressesprecher des neuen Papstes der Katholiken in Rom verrät uns dazu die wahren Hintergründe für diese Umsiedlungs-Aktion: "Wer daran glaubt, dass der Herr seine Kirche leitet, gelangt zu dem Eindruck: In diesen Tagen tut er es besonders kraftvoll. Mit dem Argentinier Bergoglio ist ein programmatischer Kurien- und Karrierenkritiker an die Spitze gerückt, dessen Unberechenbarkeit und Prunkallergie manchen selbstverliebten Kirchenfunktionär rotieren lässt. Die Insolvenz wiederum des „Weltbild“-Konzerns ist ein für die Betroffenen zwar schmerzlicher, aber radikaler und überfälliger Akt der Entweltlichung. Das von Benedikt XVI. vor gut zwei Jahren in Freiburg angestoßene Projekt der Entweltlichung schreitet voran trotz massiver Widerstände in der deutschen Gremienkirche.

Wer nur an Zahlen glaubt, der muss erkennen: Es ist folgerichtig, dass die katholischen Bischöfe den Stecker bei „Weltbild“ gezogen haben. Einen defizitären Versandhändler, der vor allem Tinnef und Schabernack liefert, zwischen „Wohlfühl-BH“, Deko-Katzen und dem „Tattoo-Armling Tiger & Dragon“, braucht die Welt nicht. Und einen Verlagskonzern, der mittelbar oder unmittelbar Schund verbreitet oder gar produziert, Esoterik, neuheidnische Lebensratgeber und Schlüpfriges aller Couleur, braucht eine Kirche erst recht nicht. Diese hat exakt zwei Aufgaben: Seelsorge und Verkündigung.

Um Seelsorge und Verkündigung zu stärken braucht es jede Menge Frustrationstoleranz und inneres Feuer. Kann es sein, dass die Kirchen in Deutschland genau deshalb die kirchenfremden Sektoren aufblähen, dass sie in Strukturen und Apparate, in Vermögens- und Immobilienmanagement, in Personalfragen vernarrt sind, weil ihnen das Feuer der Begeisterung abhanden kam? Weil da nichts mehr glüht außer der „Solarfackel Rattan groß“, bei „Weltbild“ für 19,99 Euro zu haben? „Weltbild“ ging Pleite, weil dieses Weltbild falsch ist.


--- Lies hier die ganze Pressemitteilung von Kissler.
--- Lies hier die ganze Geschichte des untergehenden Weltbild-Imperiums.


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"Sang- und klanglos auf dem Altar innerkirchlicher Machtkämpfe opfern"

Freitag, 17. Januar 2014

Der Offene Brief der WELTBILD-Belegschaft an die verantwortlichen katholischen Bischöfe
Erzbischof Ludwig Schick, Bamberg • Bischof Gregor Maria Hanke, Eichstätt • Bischof Friedhelm Hofmann, Würzburg • Bischof Heinrich Mussinghoff, Aachen • Bischof Stephan Ackermann, Trier • Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, München und Freising • Bischof Konrad Zdarsa, Augsburg • Diözesanadministrator Klaus Metzl, Passau • Bischof Rudolf Vorderholzer, Regensburg • Bischof Felix Genn, Münster • Bischof Heinz-Josef Algermissen,Fulda • Erzbischof Robert Zollitsch, Freiburg • Bischof Franz-Josef Overbeck, Berlin

Sehr geehrte Herren Bischöfe,

wir, die Beschäftigten der Verlagsgruppe Weltbild, wurden am Freitag, den 10. Januar 2014, von der Nachricht überrascht, dass Sie sich – entgegen den Beschlüssen unseres Aufsichtsrates und der finanzierenden Kernbanken – entschlossen haben, die Refinanzierung der Verlagsgruppe scheitern zu lassen. Damit haben Sie Weltbild bewusst in die Insolvenz getrieben.

Vielleicht können Sie sich ja trotz eigener Ehe- und Kinderlosigkeit vorstellen, was Sie mit diesem Beschluss den mehr als 2.000 KollegInnen am Standort Augsburg und ihren Familien angetan haben. Sie entziehen mit einem Federstrich mehreren Tausend Menschen die wirtschaftliche Existenzgrundlage – und das ohne betriebswirtschaftliche Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit. Wir können nicht nachvollziehen, warum Sie sich über die Empfehlungen Ihres eigenen Aufsichtsgremiums und Ihrer eigenen Banken hinweggesetzt haben.

Mit Ihrem völlig widersprüchlichen und unklaren Kurs während der letzten Jahre (erst Verkaufsabsicht, dann Stiftung, dann Zusage der Refinanzierung, jetzt Absage ...) tragen Sie als Eigentümer einen großen Teil der Verantwortung für die aktuelle wirtschaftliche Lage, in der sich Weltbild befindet.

Wir, die Unterzeichnenden, erklären hiermit, dass wir nicht bereit sind, unser Unternehmen und unsere Arbeitsplätze sang- und klanglos auf dem Altar innerkirchlicher Machtkämpfe opfern zu lassen.

Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um die Verlagsgruppe Weltbild fortführen und unsere Arbeitsplätze erhalten zu können. Es geht uns nicht darum, möglichst hohe Abfindungen herauszuholen und irgendwann und irgendwo wieder irgendeinen Arbeitsplatz zu finden. Wir haben dieses – Ihr – Unternehmen mit unserer Hände und Köpfe Arbeit aufgebaut und groß gemacht. In vielen, vielen guten Jahren haben auch Sie davon profitiert.

Jetzt schlägt die Stunde für Ihre Solidarität und Eigentümerverpflichtung. Wir sind nicht bereit, Sie aus dieser Verantwortung zu entlassen. Sie werden von uns hören...

Mit freundlichen Grüßen

Die Belegschaft der Verlagsgruppe Weltbild



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"Herbe Enttäuschung"

Die Kirche ist nach dem Staat der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland.

Die katholischen Diözesen stehen mit ihrer Entscheidung, bei Weltbild kein frisches Kapital mehr zuzuschießen, im Kreuzfeuer der Kritik. Debattiert wird jetzt, ob Kirche Unternehmer sein sollte. Dabei war sie es immer schon – die Kirche ist nach dem Staat der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland.
Jüngstes Vorspiel zu der Frage nach dem Unternehmertum der Kirche war im Juli die Entscheidung des Frankfurter Stadtdekans Johannes zu Eltz, das Mietverhältnis mit der Herder-Traditionsbuchhandlung Carolus zu beenden. Einen Investitionsstau (marode Elektrik etc.) und einen Mietpreis von 15 Euro pro Quadratmeter wollte die Kirche als Vermieter in dieser 1A-Lage nicht mehr vertreten, "wir wollen ja gar keine Spitzenpreise erzielen, müssen aber investieren und rechnen“, sagte zu Eltz. Wenn 50 Meter von Carolus entfernt auf der Frankfurter Zeil Spitzenmieten bis zu 290 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden, böte die Kirche wegen versteckter Subvention keine geringe Angriffsfläche.
Eltz als Vorstandsvorsitzender des Gesamtverbands der 42 Frankfurter Kirchengemeinden ist mit der Klaviatur der Medien bestens vertraut und berief sofort nach der Entscheidung eine Pressekonferenz ein – im Bewusstsein, dass er eine höchst unpopuläre Entscheidung verkünden muss. Anders als bei Weltbild hat er sich dieser Aufgabe persönlich gestellt, hat das Dilemma der Kirche als Unternehmerin erklärt und auch, dass der Gesamtverband nicht die Mietpreise für seine fast 200 Wohnungen erhöhen könne, um eine Gewerbeimmobilie zu unterstützen. Das wurde verstanden.
Bischöfe auf Tauchstation
Generalvikar Peter BeerGeneralvikar Peter Beer© picture-alliance
Bei Weltbild versuchte der Generalvikar der Diözese München und Freising, Prälat Peter Beer, als Aufsichtsratsvorsitzender von Weltbild rasch die Gründe darzustellen, allerdings nur in einer schriftlichen Erklärung. Sein Dienstherr, Kardinal Reinhard Marx, der bis zum 9. Januar noch hinter der Restrukturierung von Weltbild gestanden hatte, gab der „Süddeutschen Zeitung“ kurz Auskunft, der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa ließ auf der Bistumshomepage verlauten, er empfinde das Scheitern der Sanierungsbemühungen als „herbe Enttäuschung“, sei "in Gedanken bei den Weltbild-Mitarbeitern“ und wolle „gemeinsame Hilfsansätze solidarisch und auch materiell mittragen und zum gegebenen Zeitpunkt an anstehenden Gesprächen konstruktiv mitwirken.
Seitdem sind die Bischöfe auf Tauchstation, während sich in gedruckten wie digitalen Medien die Situation aufheizt - im Mittelpunkt immer die Frage: Wie „moralisch“ muss die Kirche als Unternehmerin sein, gelten für sie andere Maßstäbe? Die Erwartungshaltung auch von Katholiken formulierte am deutlichsten die Initiative "Wir sind Kirche"; ihr Sprecher Christian Weisner fragte, warum es trotz erheblicher kirchlicher Unterstützung nicht gelungen sei, ein Wirtschaftsunternehmen nach ethischen Grundsätzen zu führen. Weltbild hätte „ein positives Gegenmodell zu rein profitorientierten und ausbeuterischen Geschäftsmodellen“ sein können.
Werte oder Gewinne?
In diesem Spagat bewegt sich Weltbild im Prinzip schon seit seiner Gründung. Vor genau zehn Jahren, als Weltbild noch expandierte, sagte Karl Kardinal Lehmann im Interview mit dem Börsenblatt, es sei „immer eine Gratwanderung, auf der einen Seite gewinnorientiert und auf der anderen seite wertorientiert zu arbeiten“. Es müsse aber nicht immer ein Gegensatz sein. „Weltbild ist für die Kirche sicher auch wirtschaftlich ein gutes Engagement; das Geld, das verdient worden ist, wurde überwiegend reinvestiert." Nur so sei eine zügige Expansion möglich gewesen. Weltbild brauche seine finanzielle Stütze, sei trotz aller Erfolge am Markt „ein Unternehmen sui generis, eigener Art“, so Kardinal Lehmann im Jahre 2004. 
Damals, Lehmann war als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz der Chef aller Bischöfe, verließ man sich in den Führungsetagen der Kirche auf die Berichte aus Augsburg – „mein Vertreter im Aufsichtsrat hat von mir jedenfalls noch nie einzelne Anweisungen bekommen.“ Die Bischöfe sahen es nicht als ihre Aufgabe, jeden einzelnen Titel zu begutachten; 2004 drehte sich die Debatte nicht um erotische Titel, sondern um mögliche schädliche Einflüsse von „Harry Potter“. „Es kann nicht meine Aufgabe sein, solche Probleme letztlich von außen zu beeinflussen“, meinte Lehmann. Sein Kölner Kollege, Kardinal Joachim Meisner, sah das wenige Jahre später ganz anders und brachte mit seinem Poltern gegen erotische Titel den Weltbild-Stein ins Rollen.
Kardinal Lehmann wog vor zehn Jahren sehr genau mögliche Kritik gegen Einflussmöglichkeiten ab. „Ob dieses oder jenes Buch nun wirklich den Werten entspricht, die die Kirche fördern möchte - diese Frage sorgt natürlich immer wieder für Diskussionen. Ich denke aber, die Möglichkeit, durch Weltbild mit der ganzen Gesellschaft zu kommunizieren, ist dieses Wagnis wert“, resümierte der Kardinal im Börsenblatt. Wie später Kardinal Marx vertrat er die Auffassung, dass die Kirche Instrumente brauche, „um auf dem heutigen Markt präsent zu sein. Wir wollen versuchen, den Markt moderat in unserem Sinne zu beeinflussen und mit Titeln erfolgreich zu sein, die sonst keinen so leichten Stand haben,“ so der Anspruch. Vor einigen Jahren scheint es Lehmann vermutlich doch zu heiß geworden zu sein – sein Bistum, das mit einem Anteil von 17 Prozent größter Weltbild-Gesellschafter war, übertrug wie später die Erzdiözese Köln ihre 7,2 Prozent auf den Verband der Diözesen Deutschlands, der heute mit diesen beiden Anteilen größter Gesellschafter ist (24,2 Prozent).
Mit harschen Worten machten sich Weltbild-Mitarbeiter schon im Herbst LuftMit harschen Worten machten sich Weltbild-Mitarbeiter schon im Herbst Luft© picture-alliance
Nicht uninteressant, dass Kardinal Lehmann damals vor zu rascher Expansion warnte und ein „vernünftiges Wachstum“ forderte, auch weil die Kirche „im caritativen Engagement durch zu starke und zu schnelle Ausdehnung Schiffbruch erlitten“  habe. „Daraus haben wir – so hoffe ich – alle gelernt.“ Anscheinend nur bedingt: Weltbild wuchs und schloss sich im stationären Bereich im August 2006 mit Hugendubel zur DBH zusammen.
Geistliche Multifunktionäre als Manager

Die Verquickung zwischen den Bistümern und Weltbild war bis zum Schluss eng. An wichtigen Schaltstellen saßen Geistliche oder Angestellte der Bistümer. Von 1996 an war der Jesuitenpater Hans Langendörfer als Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Geschäftsführer der VDD im Aufsichtsrat von Weltbild, dem die Gesellschafter stets ihr uneingeschränktes Vertrauen ausgesprochen haben. Dass etwas an Langendörfer vorbeigelaufen sein soll – nicht denkbar.  Der wegen des Erotik-Vorwurfs Ende 2011 als Weltbild-Aufsichtsratsvorsitzende zurückgetretene Klaus Donaubauer ist Finanzdirektor des Bistums Augsburg, sein Nachfolger Prälat Peter Beer Generalvikar der Erzdiözese München und Freising. Wirklich unangenehm wurde die causa Weltbild erst, als Papst Benedikt XVI., der auch einmal Erzbischof von München und Freising gewesen ist, einen Skandal befürchtete. Die Verkaufsbemühungen wurden vorangetrieben.
(Aus Börsenblatt des deutschen Buchhandels)


Bastei Lübbe signalisiert Interesse am Digitalgeschäft von Weltbild

Der Bastei Lübbe Verlag schielt auf das Digitalgeschäft der insolventen Verlagsgruppe Weltbild. Das meldet die "Wirtschaftswoche".
"Ich kann mir schon vorstellen, dass bestimmte Teile von Weltbild, etwa das Digitalgeschäft, auch für uns interessant sein könnten", sagte Vorstand Thomas Schierack der Zeitschrift. Die Kassen des Kölner Verlags sind durch den Börsengang gut gefüllt, zudem hatte das Unternehmen immer wieder betont, im Digitalbereich durch Zukäufe weiter wachsen zu wollen.
Die "Wirtschaftswoche" schreibt darüber hinaus in Sachen DBH, dass in deren Satzung geregelt sei, dass ein Gesellschafter Anteile einziehen kann, falls der andere Insolvenz anmeldet. Ob Hugendubel davon Gebrauch machen werde, sei jedoch fraglich. Wie berichtet, führt das Unternehmen derzeit Gespräche mit Finanzierungs- und Geschäftspartnern.

(Aus Börsenblatt des deutschen Buchhandels)