Sonntag, 2. Februar 2014

In Augsburg ist nun die Zukunft Vergangenheit - Neuer Trend mit Wegner: Immer weiter rückwärts!

Tschüss Zukunft! 
Unser Augsburger Rück-Schau-Exklusiv-Interview mit dem Rückwärts-Experten Roland Wegner!

Wer rüttelt hier an der Augsburger Rathaustüre?



"Sinkendes Augsburger CSU-Schiff"
Am 04. März 2000, also vor fast 14 Jahren, fand der 1. deutsche Rückwärtslauf über 1000 m statt. Wo? Natürlich in Augsburg, neuerdings dem Kompetenzzentrum für Rückwärtsbewegungen. Diesen Titel vergab Roland Wegner, der mehrmalige Weltmeister über 100 Meter im sogenannten Retrorunning und nun Stadtratskandidat (SPD) für die vergangen sechs Jahre Rathauspolitik unter der Leitung von Oberbürgermeister Kurt Gribl.

ASZ-Frage: Herr Wegner, warum soll Augsburg das Kompetenzzentrum für Rückwärtsbewegungen werden? Sind wir nicht die Stadt der Zukunft, wie es uns die Werbung und die Medien hier einbläuen wollen?


Roland Wegner: In den letzten sechs Jahren haben sich RÜCKblickend dafür unzählige Beispiele in Augsburg angesammelt. Zunächst nenne ich die Verkehrspolitik. Viele sprachen hier in Augsburg ja von Stillstand. Das ist eine klare Untertreibung, es handelte sich vielmehr um klassische RÜCKschritte.





ASZ-Frage: Äh, wie meinen? Gehts bissle deutlicher?

Roland Wegner: Eine Baustelle nach der anderen vervollständigte nur den jahrelang vorhandenen Fleckerlsteppich, vor dem man am liebsten nur noch zuRÜCKweichen wollte. Erst jetzt kurz vor der Wahl sind die Baustellen plötzlich gewichen, nach dem 16.03.2014 werden aber sehr viele wieder zuRÜCKkehren.





ASZ-Frage: Ok, das klingt einleuchtend, welche Beispiele gibt es Ihrer Meinung nach noch in der Fuggerstadt?

Roland Wegner: „Der neue Königsplatz kam RÜCKblickend zwei Jahre zu spät, hier hat Gribl mit seinen Bürgerentscheiden keine RÜCKsicht auf die Augsburger Bedürfnisse genommen. Die Kosten sind durch diese Verzögerung alles andere als RÜCKläufig gewesen. 





ASZ-Frage: Das verstehen wir jetzt nicht ...

Roland Wegner: Erinnern möchte ich auch an den CSU-Plakatslogan „Tunnel statt Chaos“. Nachdem die CSU die Wahl gewann, verdrehte sie wie eine RÜCKwärtslaufstaffel diesen Slogan. Angesichts der vielen Pannen musste man nämlich feststellen: „Chaos statt Tunnel“, wobei Tunnel nur der Platzhalter für viele Wahlversprechen von Kurt Gribl steht, die er RÜCKblickend nicht eingehalten oder das Gegenteil davon gemacht hat.



ASZ-Frage: Wir kennen unseren OB von einem ganz anderen Verkehrsproblem ... eher ein privates ...

Roland Wegner: Wenn man bei der normalen Verkehrspolitik bleibt: Die Friedberger Straße sollte vor der Kommunalwahl auf vier Spuren ausgebaut werden. Oberbürgermeister Gribl ruderte jedoch gleich nach der Wahl zuRÜCK und begnügte sich stattdessen mit der „gefühlten Vierspurigkeit“.





ASZ-Frage: Der ehemalige Baujurist Gribl hat uns Augsbürgern doch so viel Gutes getan. Warum meckern sie immer an ihm rum?

Roland Wegner: Ich will ja nicht aus reiner Bosheit, ich muss, aus Sorge um unser Augsburg, leider. Erinnern möchte ich auch an die RÜCKnahme der vor der Wahl versprochenen 30-Minuten-Semmeltaste. Nun sind es nur noch 20 Minuten kostenfreie Parkzeit, sie ging um 33,33 Prozent durch Gribl zuRÜCK.





ASZ-Frage: Aus dieser Perspektive haben wir das noch gar nicht betrachtet. Herr Wegner, wer ist denn nun der wahre Weltmeister im Rückwärtslaufen?

Roland Wegner: Einfache Frage, da es bei mir ja nur den Sport betrifft. Augsburg ist auch noch die Stadt der RÜCKtritte. Denken Sie nur mal an den Skandalbischof Walter Mixa, den Generalmusikdirektor Dirk Kaftan beim Theater, den Popkulturbeauftragten Görlich oder einige Amtsleiter unter Umweltreferent Schaal. Aber auch im Stadtrat traten aus der Rathaus-Regierung viele Mitglieder zuRÜCK, die absolute OB-Mehrheit war bis zum Schluss RÜCKläufig. 

ASZ-Frage: Ein sozialer Christ wie Gribl vergibt eben gerne ... hm,

einiges ...

Roland Wegner: Die RÜCKgabe des CSU-Parteibuches einiger Stadträte spricht Bände, auch die namentliche RÜCKkehr des Fraktionsnames CSM aus den 80iger Jahren passt ins Bild eines Kompetenzzentrums“. Den Rücken gekehrt – Entschuldigung - das Heil in der Flucht vor dem sinkenden Augsburger CSU-Schiff suchte by the way Volker Ullrich.




ASZ-Frage: Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl hat aber zwischendurch einen Lauf bei sich erkannt ...


Roland Wegner: Da hat er wohl zu lange auf seine Uhr geschaut, eines der wenigen Dinge, die bei seiner Politik vorwärts liefen. Das Thema Wasserkraftwerk am Hochablass verdeutlichte das beispielhaft. Auch hier wurde zuRÜCKgerudert.






ASZ-Frage: Der Gribl hat doch viel Bürgersinn, finden wir. Er weiß wie man zu Stimmen kommt.

Roland Wegner: Um fehlenden Mehrheiten und erneutem Ärger aus Hochzoll (Erinnerung: Vierspurigkeit der Friedberger Straße) aus dem Weg zu gehen, versuchte OB Gribl, sich die Legitimation vom Bürger geben zu lassen, der zurecht keine Lust hatte, eine bereits von der Bundesregierung vorgegebene Marschrichtung in Energieangelegenheiten nochmals zu bestätigen und damit unnötig Kosten zu verursachen.



ASZ-Frage: Aber die Bürger waren doch immer beteiligt, oder? Gribl macht doch nix ohne durch die Stadtteile zu touren.

Roland Wegner: Das hat mit Bürgerbeteiligung nicht viel zu tun, das war Angsthasenpolitik, Gribl wich auch hier vor dem Kommunalwähler laufend zuRÜCK“.
Oder Gribl meinte damit den Lauf seiner Motorsäge? Sein Motto „Bäume statt Pflaster“ erlebte doch eine Kehrtwende par excellence, als Stichwort dienen Kaisersee, Kö, CFS oder Bärenkellerfreibad.



ASZ-Frage: Gribl liebt doch alle Augsburger Stadtteile. Da wimmelsts nur noch so von Kulturfestivals und Kirchweihen. Aber nicht in
Kriegshaber, das ist uns ein Rätsel.


Roland Wegner: Leider ist die Unterstützung der Augsburger Stadtteile RÜCKständig. Vieles wurde wegen der Konzentration auf die Innenstadt und kurzlebigen Grab-Projekte nicht berRÜCKsichtigt. Es ist schon leicht verRÜCKt, wenn am Rathausplatz für einige Tage ein teures Kulturstadion aufgebaut wird, während es in einige Schulturnhallen durchs Dach regnet, sehr bedRÜCKend. Nachhaltigkeit und nach vorne schauen geht anders.


ASZ-Frage: Dafür hatten die vielen Dinge aber doch einen hohen Unterhaltungswert für die örtlichen Medien?

Roland Wegner: Da gebe ich Ihnen schon Recht. Mir ist aber das Lachen dann wirklich vergangen, als zunächst RÜCKsichtslos bzw. ohne kompetenten Plan ein CFS-Stadion gebaut wurde, bei dem die Zuschauer auf große Teile der Eisfläche nicht blicken konnten. 





ASZ-Frage: Das ist doch schon ewig her. Wer weiß das noch so genau?

Roland Wegner: Das hatte bekanntlich einen RÜCKbau der Tribüne und zusätzliche Steuerzahlermillionen zur Folge. Auch nicht lustig waren die neuen Bänke ohne RÜCKenlehne am Rathausplatz, die Wette habe ich gewonnen, dass Gribl hier ZuRÜCKrudern wird.





ASZ-Frage: Wie können Sie bei all diesen Beispielen noch mit Überzeugung rückwärts laufen?

Roland Wegner: Zum einen habe ich ja letztes Jahr meine aktive Sportkarriere beendet, um mich nun voll auf eine Augsburger Vorwärtspolitik konzentrieren zu können. Zum anderen laufen Retrorunner ja eigentlich nicht rückwärts, sondern nur mit dem Rücken voran ins Ziel. 

ASZ-Frage: Äh, soll das echt gut sein?

Roland Wegner: Sicher. Sie kommen flott voran und an! Eine Kunst, wofür man lange üben muss, sehr viele der aktuellen Augsburger Stadtregierung würden das trotz ihres von mir vergebenen Titels nicht schaffen.




ASZ-Frage: Vorerst keine Frage mehr. Danke.


Roland Wegners Buchstaben-Truppe vor dem Augsburger Rathaus.
Stadtrat-Kandidat für Jakobervorstadt und Bleich.

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Unsere ukrainische Putzfrau ruft uns in der Redaktion gerade zu: "Hey, ihr Schmierfinken, der Muckefuck ist fertig! Und wohin soll ich den 5.000-Euro-Scheck vom Roland jetzt hintun? Unters Quieta-Pulver?"