Freitag, 9. März 2018

Wir quetschten den stinkreichen Fugger aus: "Mehr Kriege bringen mehr Geld!"

Unser Exklusiv-Interview mit dem
reichsten Mann der Welt:
Jakob Fugger!
Wir sprachen mit ihm über diverse damalige und heutige Probleme mit Finanzen, Menschen und Macht.
ASZ-Frage: Was alle von Ihnen wissen möchten, sagen Sie mal, Herr Jakob Fugger der Reiche, was halten Sie von Ihren Nachfahren? Denen scheints ja nicht so gut zu gehen, finanziell, die verlangen jetzt schon Eintritt in die von Ihnen gebaute Sozialsiedlung "Fuggerei", damit die Touristen dann die armen Einwohner wie Affen im Zoo-Käfig bestaunen können ...

Jakob Fugger d. R.: Meine unrühmlichen Nachfolger sind doch alle Versager, die sich mit Titeln schmücken, aber vom Geschäft keine Ahnung haben. Nicht die Geringste!


ASZ-Frage: Wie beurteilen Sie die aktuelle Weltlage?

Jakob Fugger d. R.: Es kriselt an allen Ecken und Enden. Menschen werden verstrahlt, Tycoons, Oligarchen, aggressive Fonds, globale Heuschrecken, frei von jeglicher Moral, die beuten die Menschen aus.

ASZ-Frage: Es gibt immer noch Menschen, die auf dieser Welt verhungern, sogar bei uns in Deutschland sollen über eine Million Kinder in Armut leben. Wollen Sie da nichts spenden? Auch ihr Milliardärs-Kollege Bill Gates spendet ab und zu was für Afrika.

Jakob Fugger d. R.: Ich bin  doch nicht die Caritas, ich bin Jakob Fugger!

ASZ-Frage: Aber Sie haben doch auch für arme Menschen in ihrer Zeit die Fuggerei als Sozialsiedlung gespendet.

Jakob Fugger d. R.: Das musste ich machen. Man hat mich erwischt, ein paar neidische Augsburger Patrizier haben mich damals verpfiffen, wie ich Geld an Christen gegen Zinsen verlieh, auch an Bischöfe. Das war Nichtjuden bei Todesstrafe verboten. Da musste ich schnell was Gutes tun, damit mein Kopf auf der Schulter bliebe. Heute heißt das Social-Marketing.

ASZ-Frage: Was halten Sie eigentlich von unserer heutigen Gesellschaft?

Jakob Fugger d. R.: Pack, ein einziges Pack! Lutheraner, Politiker, Lobbyisten, Gewerkschafter und wie sie alle heißen. Sollen doch schauen wo sie bleiben. Ich brauche keinen davon. Es gibt nur einen rechten Glauben für den es sich zu zahlen lohnt. Und das ist nur die alleinig selig machende, heilige römische katholische Kirche. Für sein Seelenheil kann man nicht genug opfern. Sonst kommt man nicht in den Himmel, sondern in die Hölle. 

ASZ-Frage: Wie wird man so wahnsinnig reich wie Sie?

Jakob Fugger d. R.: Niemand beherrscht das so perfekt wie ich. Ein solch sensibles Gespür für Mensch und Geschäft soll mir erst mal jemand nachmachen. Heute können sie nur Schuldenberge aufhäufen wie bei Flughafenbau, Gleisprojekte in Stuttgart oder das Eisstadion in Augsburg. Öffentlich von Kosolidierung sprechen, aber in Wirklichkeit das Geld in nutzlose Projekte versenken."

ASZ-Frage: Sie haben doch auch Militär und Krieg finanziert. Finden Sie das gut?

Jakob Fugger d. R.: Das hat später keinen gejuckt, wie ich meinen Reichtum gemacht habe. Egal wie viele Menschen dabei gestorben sind. Ist jetzt alles Geschichte. Kinder habe ich ins Bergwerk geschickt. Bauern ließ ich niedermetzeln. Niemand weint heute diesen armen Schluckern eine Träne nach. 
Auch heute kann man sich doch von jeder Schuld freikaufen. Bestechung, Abhängigkeit, das gewinnt immer.

ASZ-Frage: Welches gegenwärtige Motto gefällt Ihnen?

Jakob Fugger d. R.: Fördern und fordern, fordern und fördern - und dann eine fette Rendite einstreichen. Toll ist es auch, wie heute Geld verdient wird, zum Beispiel durch den Krieg gegen den Islamischen Staat. Je mehr Kriege desto besser. Der Krieg bringt noch immer die beste Rendite.

ASZ-Frage: Was meinen Sie zu den heutigen Banken?

Jakob Fugger d. R.: Geldgierige Banker ohne jegliche Moral. Erst machen sie pleite, dann schreien sie nach dem Staat. Wie erbärmlich.

ASZ-Frage: Das Augsburger Stadttheater zeigt ja mit "Herz aus Gold" bald eine Fugger-Oper, was meinen Sie dazu? Können Sie auch so gut singen wie die?

Jakob Fugger d. R.: (singt laut) C - a - f - f - e - e trinkt doch mehr Caffee sei doch ein Muselmann der das nicht lassen kann ...  (bricht ab) naja, ich erinnere nur an die Oper von Agnes Bernauer.

ASZ-Frage: Was ist damit?

Jakob Fugger d. R.: Ja, was ist damit? Die sollte auch jedes Jahr in Augsburg gespielt werden. War dann schnell weg. Ich spiele mein Stück Fugger Consulting schon einige Jahre. Mal schauen wie lange die Fugger-Oper durchhält. Vielleicht erkennen die Zuschauer die Qualität, wer beim Thema Fugger-Verbrechen-Aufarbeitung die Wahrheit bringt? 

ASZ-Frage: Augsburg ist Ihre schöne Heimatstadt, was sagen Sie zu Augsburg 2018?

Jakob Fugger d. R.: Es ist peinlich heutzutage ein Augsbürger zu sein. Keine besondere Architektur. Alles Kleingeistig! Wo ist eigentlich mein großes Denkmal? Nur eine kleine Büste in der Fuggerei, das reicht mir nicht. Nein, das Denkmal vor dem Maximilianmuseum zeigt nicht mich sondern einen späteren Bankrotteur aus meinem Clan.

ASZ-Frage: Sollen wir wirklich unserem größten Ausbeuter ein Denkmal in die Stadt stellen? Halten Sie das nicht für pervers?

Jakob Fugger d. R.: Wenn man einen Kaiser wie Augustus riesig auf einen Brunnen vors Rathaus hinstellt, einen Mann, der auch tausende und mehr Menschen auf dem Gewissen hat, dann kann man mich doch auch so groß hinstellen.

ASZ-Frage: Ihr Schlusswort,bitte.

Jakob Fugger d. R.: Ja, leider, es ist so, Augsburg ist im Niedergang. Das Vorbild für das untergehende Europa.

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Wir führten dieses aufschlussreiche Interview mit Jakob Fugger dem Reichen am 8. März 2018 bei seinem Auftritt als Schauspieler in dem ausverkauften Stück "Fugger Consulting" auf der Bühne des Fugger- und Welser-Erlebnis-Museums in Augsburg.

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Der Fugger-Darsteller Heinz Schulan, der mit seiner Krücke über die Bühne tobt und wild vor sich hin geifert, wenn er nicht gerade ins Telefon brüllt, wird von einigen Theater-Experten für seinen hervorragend gebrachten Fugger-Monolog schon als "Augsburger Minetti" bejubelt.

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Jakob Fugger-Consulting
Fugger-Darsteller: 
Heinz Schulan
Buch und Regie: 
Dr. Sebastian Seidel (Sensemble-Theater)
Technik: Katharina Dehner


Unsere Fugger-Zitate, teilweise bearbeitet, stammen aus dem Seidel-Buch "Jakob Fugger Consulting - Europe First"
das es an der Museums-Kasse zu kaufen gibt.

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Weitere Vorstellungen 
"Fugger Consulting" im Jahr 2018

12.04. (ausverkauft) / 10.05. / 14.06. / 12.07. / 9.08. / 13.09. / 11.10. / 8.11.2018, jeweils um 19:30 Uhr.