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| Originell: Im Sarg als Kanu den Eiskanal runterpaddeln. (Bild: AI und AL) |
Wettpaddeln im Holzsarg: Der Eiskanal erlebt die verrückteste Wildwasser-Regatta des Jahres
Wo sonst die Weltelite des Wassersports um hundertstel Sekunden kämpft, wurde es neulich gewohnt spritzig, aber überraschend morbid. Bei strahlendem Herbstwetter versammelten sich Tausende Schaulustige an den Tribünen am Eiskanal, um ein Spektakel der besonderen Art zu verfolgen. Das erste internationale Wildwasser-Sarg-Rennen lockte das Publikum zu den wagemutigen Paddlern, die sich in massiven Eichenkisten die tosenden Fluten hinabstürzten.
Der anspruchsvolle Parcours auf den wilden Wellen verlangte den Athleten in den schwimmenden Särgen alles ab. Zwischen brausenden Walzen, künstlichen Strudeln und den wuchtigen Betonhügeln im Kanal mussten die Kanuten beweisen, dass man auch ohne klassisches Kajak nicht sofort untergeht. Die massiven Holzkonstruktionen boten zwar exzellenten Rammschutz gegen die harten Betonelemente, erwiesen sich in den engen Kehrwässern und Wirbeln jedoch als erstaunlich schwerfällig.
Die Idee für die Sarg-Kanus kam von Hannes Eigegner, dem neuen Star der Freien Wähler (FW) Augsburg. Schon länger wurde dem firschgebackenen Stadtrat vorgeworfen, dass er keine Ideen liefere. Eigegner sah neidisch das spektakuläre Plastikentenrennen im Augsburger Eiskanal, das viel Publikum anzog. Da machte es Klick bei ihm! "Das können wir auch", dachte er sich. "Wozu haben wir jetzt einen Bestatterin als Anführerin in unseren FW-Reihen?" Gesagt getan, er sprach mit Susanne Bössner, die sich eine Bestattungsfirma zugelegt hat. "Wir bräuchten einige Särge von dir", meinte er zu ihr. "Dann bauen wir die als Kanu um und machen ein sensationelles Sarg-Kanu-Rennen auf dem Eiskanal."
| FW-Stadtrat Hannes Eigegner hatte die fantastische Sarg-Kanu-Idee. |
Völlig geheim waren die Vorbereitungen. Als die Pressemitteilung rausging, war die Sensation da. Sowas hatte es in Augsburg noch nie gegeben. Ja, es gab schon Bestatter, die auf Fußball-Trikots Werbung machten. Oder einen Stadtrat, der sich zur Wahlwerbung in eine Urne zwängte. Aber das wars schon.
Besonders an der berüchtigten Verengung des Eiskanals nahe der Zuschauerränge kam es beim ersten Sarg-Kanu-Rennen auf dem Eiskanal zu turbulenten Szenen, als gleich drei Särge gleichzeitig versuchten, die Strömung optimal zu nutzen,. Dank doppelter Dichtungen und wetterfester Schwimmwesten blieben alle Sportler unversehrt, auch wenn der eine oder andere Paddler nach einer Kenterung eine unfreiwillige Taucheinheit absolvieren musste.
Das Team «Die Unsterblichen» sicherten sich mit einem waghalsigen Tempo auf den Wellen den begehrten Sieger-Pokal.
Eigegner und seine Freien Wähler zeigten sich begeistert von der Mega-Resonanz und planen bereits eine Wiederholung für das kommende Jahr.
P.S.: Touri-Boss Götz Eck war so begeistert, dass er die Sarg-Kanus auch in der Augsburger Kahnfahrt einsetzen will.
| Susanne Bössner spendierte als Bestatterin und FW-Vorsitzende in Augsburg die Särge, die zu Kanus umgebaut wurden. |
