Sonntag, 1. November 2026

Sonntagsbildla

 



Schwerelos durch die Schaufensterwelt: Wenn auf dem Saturn Eiseskälte herrscht, hilft nur der intergalaktische Winterschlussverkauf. Flauschige Plüschjacken, Ohrwärmer und ein Kuscheleinhorn – ideal gerüstet für die erste Mondlandung. Für die Leute, die aus Augsburg weit weg flüchten wollen.



Hier schlummern verstaubte Weltreiche in Klappkisten. Vor dem Kiosk wird noch akribisch nach der Blauen Mauritius und seltenen Groschen gefischt. Schätze im Plastikkorb, sortiert nach Papierwert und Altersstarrsinn. Wer braucht schon Digitalgeld, wenn man mit Alben voll Altpapier im Paradies schweben kann?



Ein Hoch auf den Anorak mit Augsburg-Schriftzug. Wer braucht schon Paris oder Mailand, wenn man den echten Textil-Stolz auf dem Rücken trägt? Da strahlt die Heimatliebe wärmer als jede Daunenfüllung, selbst wenn der Wind über den Stadtmarkt pfeift. Mode ist eben erst dann perfekt, wenn jeder genau weiß, woher der Wind weht.



Kultur und Bildung mitten am Kö: „Kinderbücher zum Mitnehmen und gerne auch zum Hineinstellen!“ – doch die Holzbank bleibt gähnend leer. Ein Paradebeispiel für den Augsburger Tauschrausch, bei dem das Mitnehmen offenbar um Längen schneller klappte als das Hineinstellen. Immerhin bleibt der Feuermelder in Griffweite, falls die Leselust doch noch entflammt!


Wenn aufblasbare Seifenblasen auf Barock treffen: Bunte, verformte Glaskörper glitzern im prunkvollen Saal des Schaezler-Palais um die Wette. Sieht aus, als hätte ein XXL-Kaugummi-Automat direkt im Schloss explodiert. Höchste Kunst oder einfach nur edel verpackte heiße Luft? Der Rokoko-Adel würde vor Neid erblassen, denn bunter war der Barock bestimmt auch nicht.



Aero-Helm sitzt, die Rückspiegel sind optimal justiert, und der Kettenantrieb schnurrt
. Hier trainiert die geheime Wunderwaffe für den nächsten Formel-1-Grand-Prix. Wer braucht schon 1000 PS und Boxenstopps in zwei Sekunden, wenn man mit drei Rädern und Augsburger Gemütlichkeit jede Schikane meistert? Ferrari zittert bereits, denn Gegenwind ist für diesen Asphalt-Helden ein Fremdwort.



Mitte in der Bahnhofstraße steht der unerschütterliche Meister der Dolce Vita, die Fliege sitzt adrett, der Schnauzbart glänzt vor Stolz und der Daumen zeigt unermüdlich nach oben. Kulinarische Empfehlungen aus reiner Plastiküberzeugung, wetterfest und stets gut gelaunt. Wer braucht schon Sterne-Gastronomie, wenn einem der Koch den Weg zum nächsten Espresso im Vorbeigehen garantiert problemfrei verspricht?



Augsburger Installationskunst auf höchstem Niveau: Eine verwaiste Döner-Box klemmt windgeschützt hinterm Schild. Während TÜV und CE-Siegel die Einhaltung sämtlicher Normen garantieren, setzt die leere Hülle ein Zeichen für nachhaltiges Entsorgen in Schräglage. Guten Appetit, liebe Tauben, die Straßenverkehrsordnung wünscht Afiyet olsun!



Augsburgs modernste Bürgerbeteiligung: Mitten auf der Straße fragt ein gelber Kasten, wie die Stadtbücherei der Zukunft aussehen soll. Blöd nur, dass man weit und breit kein Schild findet, das verrät, wo die Bücherei von heute eigentlich steht. Hier drückt man sich also buchstäblich durch die Zukunft der Kultur, völlig orientierungslos, aber mit digitaler Hingabe. Ein echtes Meisterwerk moderner Stadtplanung: Erst die Meinung einholen, dann die Bücherei suchen!

Sonntagsbildla

  Schwerelos durch die Schaufensterwelt : Wenn auf dem Saturn Eiseskälte herrscht , hilft nur der intergalaktische Winterschlussverkauf . Fl...