Sonntag, 11. Oktober 2026

Sonntags-Bildla

 



Vom Zeitungs-Aus ins TikTok-Paradies: Einst brüllte Klaus Müller das Theaterpublikum in Grund und Boden, ehe er als Karikaturist der lokalen Tageszeitung die Feder schwang. Zu frech, zu treffsicher, befand die Redaktion und stellte das Urgestein kurzerhand kalt. Doch Müller schmolz nicht, er wich ins Netz aus. Als «KnüllerMüller» mischt der Mime nun TikTok auf, garniert seine Zeichnungen mit dubiosen Theorien und zieht Tausende in den Bann. Seine Galerie-Schau in der Schwabenmetropole zeigt das Werk eines Mannes, der sich den Mund schlicht nicht verbieten lässt.



Gedankenfutter für den hohlen Zahn. Ob als kulinarischer Halloween-Gag für den Nachwuchs oder als dringendes Aufbaupräparat für die Redaktion der Augsburger Skandal-Zeitung, frisches Gehirn liegt voll im Trend. Feingehackt, gedünstet oder mariniert hilft die graue Masse vor allem dort, wo Ebbe im Oberstübchen herrscht. Während die Kleinen an Halloween bloß kichernd Glibber naschen, hofft man beim Boulevard auf eine spürbare Denkleistung im Redaktionsalltag. Ein Schmaus mit Augenzwinkern in Augsburg, der hoffentlich nicht ungelesen im Magen liegt.



Ein einsamer Kinderroller im bunten Herbstlaub in Augsburg, die perfekte Kulisse für verlassene Träume. Was ist geschehen? Wurde der Nachwuchs-Rennfahrer mitten in der Kurve von einer plötzlichen Kastanien-Attacke hinterrücks aus dem Sattel gehoben? Oder hat der Fahrer schlicht festgestellt, dass der Übergang vom Tretroller zum digitalen Bildschirm deutlich weniger Muskelkater verursacht? Das bunte Blättermermeer hüllt das Gefährt in schweigsames Vergessen, bis der nächste Regenschauer den verlorenen Schatz wieder freilegt.



Dass ein Optiker in der Augsburger Fußgängerzone kostenlosen Kaffee ausschenkt, mag auf den ersten Blick wie ein verdächtiger Berufswechsel wirken, folgt jedoch knallharter Verkaufslogik. Was steckt wirklich hinter der munteren Bohne im Brillenladen? Einige nicht ganz ernst gemeinte Vermutungen liegen auf der Hand. Zunächst dient der Heißgetränke-Service der reinen Sehschärfen-Optimierung. Wer nach drei doppelten Espressi mit flatternden Augenlidern vor der Sehtafel steht, liest die unterste Zeile dank Wackelkamera-Effekt im doppelten Tempo. Außerdem sorgt die beschlagene Brille beim ersten Schluck für schlagartige Blindheit, die perfekte Ausgangslage für ein professionelles Beratungsgespräch direkt am Stehtisch. Nicht zu unterschätzen ist auch der finanzielle Aspekt. Wer vor lauter Koffein-Zittern das Designergestell aus Versehen fallen lässt, hat es im Grunde schon gekauft. Am Ende bleibt es eine gelungene Aktion in Augsburg. Besser der Kaffee ist stark als die Sehstärke zu schwach.



Wer in einer Straßenbahn in Augsburg starr aufs Smartphone blickt, begibt sich in höchste Lebensgefahr. Nicht etwa wegen plötzlicher Vollbremsungen, sondern wegen des drohenden Realitätsverlusts. Ein unbedachter Wisch über den Bildschirm, und schon verpasst man das epische Drama um den verirrten Schwarzfahrer, den grimmigen Blick des Kontrolleurs oder den spontanen Klatsch aus der Nachbarreihe. Wer nur aufs Display starrt, riskiert die absolute Entfremdung vom echten Augsburger Nahverkehrs-Nervenkitzel.



Gefahr auf Schritt und Tritt. Menschen ins Gesicht zu treten ist natürlich verboten, außer das Antlitz klebt als Werbeplakat glatt auf dem Boden in Augsburg. Um den Passanten das schlechte Gewissen beim Drüberlatschen zu ersparen, hilft nur eins: Schwebende Schritte oder beherzte Sprünge.



Vom Treter-Trauma zur Gourmet-Sohle: Dass Bob, Augsburgs bekanntester Gastronom, seine Liebe zu edlem Schuhwerk gesteht, überrascht nur Unwissende. Die Wurzeln liegen tief in seiner Kindheit, als er statt Teller und Tassen  alte Lederschuhe als Geschirr nutzen musste. Was damals pädagogische Härte war, verfeinerte seinen Sinn für Geschmack und Passform. Wenn er heute Kulinarik serviert, schaut der Meister zuerst auf die Treter seiner Gäste, denn wahre Eleganz beginnt für ihn eben schon ganz unten in in Augsburg.



Eine riesige rote Kugel rollt durch die Fußgängerzone von Augsburg, und die Passanten geraten ins Grübeln: Ist das moderne Kunst, eine extrem dynamische Werbeaktion oder schlicht die neuste Methode der Stadtverwaltung, trödelnde Fußgänger auf Trab zu bringen? Wer nicht rechtzeitig ausweicht, wird kurzerhand plattgerollt, mit Schwung, aber stets stilvoll.



Da Erdenbürger bekanntlich nur noch auf Displays wischen, richtet sich das gedruckte Wort im Bücherständer am Hauptbahnhof von Augsburg eindeutig an literaturbegeisterte Aliens. Wenn die Raumschiffe landen, finden die Außerirdischen hier feinsten Stoff für ihre Gehirntentakel.

Sonntags-Bildla

  Vom Zeitungs-Aus ins TikTok-Paradies: Einst brüllte Klaus Müller das Theaterpublikum in Grund und Boden, ehe er als Karikaturist der lokal...